CMS Login
Unsere Werbedienste verwenden Cookies und geben über dich gewonnene Informationen auch an Dritte weiter.
Durch das Benutzen dieser Seite erklärst du dich damit einverstanden. Hinweis entfernen

Die Geldmarie

Das unabhängige Finanzportal

Tipps und Tricks rund um die Marie

flatex Online Broker

Rubriken

Europas Luftfahrt in arger Bedrängnis


Erste Entspannung aber in Sicht

Die Luft in der Luftfahrt ist derzeit nicht nur sehr dünn - sondern neuerdings auch noch ziemlich dreckig...

Seit gestern (19.04) landen und starten auch in Österreich wieder internationale Flüge. Seit vergangenen Freitag ist die europäische Luftfahrt (zumindest im nördlichen Bereich sowie in Mitteleuropa) fast gänzlich zum Stillstand gekommen.

Ab heute ist der europäische Luftraum seitens Eurocontrol wieder zu 75% freigegeben - 55 bis 60% der Flüge finden wieder planmäßig statt und viele gestrandete Fluggäste können wieder in ihre Heimat zurückkehren bzw. ihr Urlaubsdomizil bereisen. Die wichtigste Zone in Europa ist jedoch noch gesperrt: In Großbritannien bleibt der Luftraum (voraussichtlich) bis heute 20h gänzlich geschlossen. Auch andere Länder haben ihren Luftraum noch nicht gänzlich freigegeben.

Auch wenn man von und nach Österreich schon wieder wunderbar fliegen kann - Überseeflüge via England bzw. Besuche in London oder auf der Insel sind keine Seltenheit. Daher fallen auch in Wien-Schwechat noch eine Unmenge von Flügen aus.

Schwere Verluste für Fluglinien

Das derzeitige Flugchaos dürfte nicht nur den Fluggästen große Probleme einbringen: Durch die Ausfälle entstehen den Airlines jede Menge Kosten (die Tickets müssen refundiert werden, Zusatzkosten für Nächtigungen & Spesen der Fluggäste fallen an, das Personal muss natürlich auch laufend bezahlt werden etc.) und Ärger.

Die ohnehin schon angeschlagene Luftfahrtindustrie (welche noch immer einen Preiskampf führt) wird wohl bei einem Anhalten der Probleme (das gar nicht so unwahrscheinlich ist) jede Menge Pleiten erleben.

Dass sich dieser Umsatzverlust in den nächsten Monaten auch auf die Preise auswirken wird, ist ebenso nicht sehr unwahrscheinlich.

Spötter werden sich dieser Tage freuen, dass die AUA mittlerweile nicht mehr auf Kosten der heimischen Steuerzahler unterwegs ist sondern auf Risiko der deutschen Lufthansa (mehr oder minder) fliegt. Die zuletzt einigermaßen erfreulichen Zahlen werden sich ob der mehrtägigen Ausfälle wohl sehr negativ auf das Monatsergebnis bzw. auch auf das Jahresergebnis auswirken.

Selbiges gilt auch für den Flughafen Wien - je nach Entwicklung in den nächsten Tagen/Wochen wird man die Prognosen wohl nach unten korrigieren müssen. Wie deutlich, wird uns der unausspechliche Vulkan Eyjafjallajökull sagen...

Bahn und Mietautos profitieren

Der gesamtwirtschaftliche Schaden dürfte sich jedoch in Grenzen halten - teilweise jubeln Umweltschützer schon über die tagelangen Ausfälle von Flügen.

Denn während die Fluglinien im Chaos versinken, freuen sich Bahn und Autovermieter über riesige Umsatzzuwächse. 15.000 bis 18.000 zusätzliche Fahrgäste konnten die ÖBB (die sehr rasch reagiert hat) die letzten Tage transportieren - vielleicht werden in den nächsten Monaten und Jahren ja einige davon überhaupt auf die Bahn umsteigen. Riesengewinne bei der ÖBB sollte man sich aber trotzdem nicht erwarten;-)

Wer in der nächsten Zeit einen Urlaub geplant hat (was gar nicht so unwahrscheinlich ist), könnte sich durchaus die Alternative Bahn überlegen - denn noch gibt es aus Island ziemlich widersprüchliche Meldungen über die Tätigkeit des Vulkans. Auch wenn die Geldmarie davon ausgeht, dass in ein paar Wochen diesbezüglich schon wieder ziemliche Ruhe einkehrt (wenn, dann werden wohl nur einige Zonen von Flugverbot betroffen sein) - sicher ist sicher.

Während die neuen Flugbuchungen also die nächsten Wochen ziemlich stagnieren könnten, werden Mietautos und Bahn solide Zuwächse einfahren.

Angst fliegt mit

Letzten Freitag sprach "Niki Nationale" Lauda noch von einer großen Gefahr für die Passagiere - gestern war es dann schon ganz anders: Der Sparmeister sieht schon die (derzeit geringen) Gewinne seiner eigenen Airline davonfliegen. Es ist schon ein sehr schmaler Grat, auf welchem man sich derzeit in der Luftfahrt bewegt...

Die europäische Luftfahrt wurde dieser Tage schwer überrascht - man musste auch erkennen, dass man Wetterbedingungen noch immer nicht exakt voraussagen kann (wer sich Wetterprognosen ansieht, wird dies bestätigen können). Sehr wohl kann man aber davon ausgehen, dass man die nächsten Tage/Wochen einiges an Krisenmanagement gelernt hat.

Auf die Empfehlungen der Eurocontrol sollte man sich als Fluggast eigentlich verlassen können - die Untersuchungen von vielen nun schon wieder fliegenden Maschinen sollten ebenso verlässliche Ergebnisse erlauben. Die Geldmarie würde davon ausgehen, dass ein Flieger derzeit nur abhebt, wenn die Reiseroute auch sicher ist. Möge ich mich nicht täuschen.

Ad hoc-Meldung - April 2010
Zuletzt verändert: 23. 08. 2012, 15h27