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Bankenpaket für Unternehmen


Kreditvergabe an Unternehmen soll erleichtert werden

Viele Gewerkschafter von Großbetrieben begaben sich heute (13.5.09) auf die Straße um für höhere Lohnerhöhungen zu demonstrieren. Man sollte vielen von Ihnen (und zwar den konsensfremden) die aktuellen Geschäftszahlen der AUA vor die Transparente halten, an deren Entstehung die Sturheit von Politik und Betriebsrat nicht ganz unbeteiligt war. Und die fetten Jahre sind vorerst einmal vorbei - zu verschenken haben die Unternehmer derzeit nur sehr selten etwas. Bestenfalls Abfertigungen.

Viele Unternehmen sind in Sachen Lohnabschluss schon allein aufgrund fehlender Liquidität (=leere Kassen) ziemlich blockiert. Hohe Lohnabschlüsse müssten oft mit Kündigungen beantwortet werden. Ob das die Antwort ist, die die (zumeist unkündbaren) Gewerkschaftsvertreter haben wollen? Wohl nicht.

Den Versuch einer Antwort gab heute die Regierung: 10 Milliarden aus dem Bankenpaket werden für die Haftung für Unternehmenskredite bereitgestellt. Ein durchaus sinnvoller Schritt - die Kreditvergabe seitens Banken ist aufgrund der derzeit schlechten Geld- und Kaptitalmarktlage und dem Misstrauen gegenüber schwächelnden Unternehmen sehr ins Stocken geraten.

Nachdem aber von nunmehr 65 Milliarden Euro Staatsgarantien (für Anleihen von Banken etc.) erst ca. 20 Milliarden in Anspruch genommen wurden und auch vom Partizipationskapital in der Höhe von 15 Milliarden Euro erst die Hälfte zweckgebunden ist, widmet man einen Teil des Bankenpakets nun einfach um.

So mancher Betrieb mit über 250 Mitarbeitern sowie 50 Millionen Jahresumsatz darf nun also wieder auf Kredite hoffen - denn bei einer Staatshaftung von bis zu 70% (je nach Bonität sollen es 30, 50 oder 70 Prozent sein) der Kreditsumme können auch die ängstlichen Banken nun bei halbwegs soliden Kreditansuchen wohl nicht mehr "Njet" sagen. Die Prüfung der Bonität liegt bei den Banken, einreichen kann man bis November 2010, abgewickelt wird über die OeKB (Österreichische Kontrollbank). Die Maximalhaftung pro Unternehmen soll übrigens bei 300 Millionen liegen, die Bundeshaftung läuft längstens über 5 Jahre.

Noch im Juni 2009 möchte die Bundesregierung einen entsprechenden Beschluss absegnen - das Geld sollte somit den Großunternehmen bald zur Verfügung gestellt werden können. Für viele ist es nämlich auch sehr dringend notwendig...

Kritik wird wohl (zurecht) seitens Klein- und Mittelbetriebe (KMU) zu hören sein: Die schauen nämlich derzeit noch durch die Finger. Aber der Leitl (Wirtschaftskammer) wird's scho richten...?

Seitens Banken fürchtet man übrigens dieser Tage schon ein wenig das Jahresende 2009: Denn dann läuft das Bankenpaket (nach derzeitigem Stand) aus. Es ist aber zu befürchten, dass sich so manche Risken erst auf die Bilanz 2009 kräftig niederschlagen werden - eine Erholung der Ostländer (in welchen die heimische Bankenlandschaft stark investiert ist) ist auch noch nicht in Sicht. Darüber hinaus könnten seitens EU die Eigenkapitalanforderungen an die Banken erhöht werden: Auch hier müsste man vielleicht wieder die Hand beim Vater Staat leeren.

Apropos Staat: 10 Milliarden mit 70% Haftung klingt auch für den Steuerzahler relativ riskant. Es bleibt zu hoffen übrig, dass man nicht politisch motiviert agiert und bei "politisch befreundeten" Unternehmen in Sachen Risikoeinschätzung alle Augen zudrückt. Aber auch die 30%-igen Ausfälle wollen sich Banken dieser Tage kaum leisten - das beruhigt ungemein;-)

Dass der Staat für die Haftung auch Geld verlangt, kommt in den bisherigen Jubelmeldungen noch nicht klar heraus. Kolportierte Zahlen: 0,5 bis 2% vom Kreditbetrag. Aber diesen Zuschlag auf einen Bankkredit würde so mancher Betrieb zur Zeit wohl gerne zahlen...und zwar wenn er einen kriegen würde...

Ad hoc-Meldung - Mai 2009
Zuletzt verändert: 22. 08. 2012, 14h50