CMS Login
Unsere Werbedienste verwenden Cookies und geben über dich gewonnene Informationen auch an Dritte weiter.
Durch das Benutzen dieser Seite erklärst du dich damit einverstanden. Hinweis entfernen

Die Geldmarie

Das unabhängige Finanzportal

Tipps und Tricks rund um die Marie

Rubriken

VIG Halbjahr 2009


VIG - im Osten nichts Neues

Auch mit der Vienna Insurance Group (besser bekannt als "Wiener Städtische Versicherung") hätte man heuer schon sehr viel Geld verdienen können: Im Oktober 2008 sowie im März 2009 gab es die Aktie um wohlfeile 16 Euro das Stück zu erwerben - heute lag man bei 36 Euro.

Das der Versicherer im vegangenen Jahr von 56 Euro binnen weniger Monate auf 16 Euro runterrasselte und auf der internationalen "Fachleuteliste für gefährdete Versicherungen" stand (das ist jedenfalls ironisch gemeint), steht auf einem anderen Blatt.

230 Millionen Euro Vorsteuergewinn wurden nunmehr von der VIG bekanntgegeben - das sind nur um 20% weniger Gewinn als im guten ersten Halbjahr 2008.

Die vielen Unwetterschäden im ersten Halbjahr (insbesondere der Juli-Hagel in Wien und Wien-Umgebung) verhinderten ein noch besseres Ergebnis.

Und doch spart man derzeit (alleine 20 Millionen Kostenreduktionen in Österreich) gewaltig - und baut auch hierzulande(langsam aber sicher) Personal ab. In Österreich 170 Mitarbeiter (weitere werden wohl folgen) - international sogar ca. 900 Mitarbeiter.

Das für Versicherungen aussagekräftige Combined Ratio lag bei (verbesserten) 95,5% - damit kann sich auch im internationalen Vergleich sehen lassen. Es ist allerdings zu erwarten, dass durch die starken Schäden am 23.06.09 (Hagel und Sturm) noch einiges an Nachläufern dazukommt.

Insgesamt verrechnete man konzernweit 4,25 Mrd. Euro (davon 2,19 Mrd. in Österreich) an Prämien - ein leichtes Plus von 0,9%. Hier haben die Indexanpassungen (automatische Erhöhungen von Prämie bzw. auch der Versicherungssumme in manchen Sparten) wohl ein Minus verhindert.

Dieser Tage sprach Generaldirekter Geyer sogar wieder von Zukäufen - von Deutschland, Polen, Ungarn oder Bulgarien ist hier die Rede. Vor einigen Monaten wäre man für eine derartige Strategie wohl von den Medien gesteinigt worden - hier zieht ein Mann (bzw. eine Versicherung) offensichtlich eine Linie durch.

Ohne Zukäufe wird die VIG wohl im Gesamtjahr 2009 kleinere Brötchen backen müssen - es ist kaum zu erwarten, dass die Nachfrage nach Versicherungen in den nächsten Monaten boomen wird.

Vielmehr ist anzunehmen, dass viele Menschen aufgrund von Finanzproblemen (hohe Arbeitslosigkeit, Kreditverbindlichkeiten etc.) so manche Versicherung kündigen (bzw. prämienfreistellen) muss. Ein diesbezüglicher Trend bei Kapitalversicherungen ist schon eindeutig festzustellen - nachdem die Kündigungsfristen aber dies etwas verzögert, wird das wohl erst im 2. Halbjahr 2009 bzw. 2010 sehr deutlich werden.

Viele Menschen durchforsten dieser Tage ihre Unterlagen nach "unnötigen" und "doppelten" Versicherungen (aus guten Zeiten) und auch so manche Kaskoversicherung wird die nächsten Jahre etwas schneller gekündigt oder auf (billigere) Teilkasko umgestellt. Wenn man überhaupt eine nimmt...

Darüber hinaus ist auch die Ost-Strategie derzeit kein Honiglecken - viel Geld wird dort momentan nicht verdient. Auch wenn Versicherungen eingenommene Prämien abgrenzen (und nicht gleich alles wieder ausgeben): Die Schäden werden dort auch noch massiv zunehmen und somit die Milk-and-Honey-Zeiten beenden.

Dass man aber auch in "gesättigten" Märkten Geld verdienen kann, beweisen viele heimische Versicherungen - auch die VIG-Group gehört dazu. Trotzdem wäre die Geldmarie momentan bei VIG-Aktien eher skeptisch - vielleicht einmal die Jahreszahlen ansehen. Hier ist noch zu viel offen - und auch so manche Rückschläge in der Finanzwelt sind noch zu erwarten (derzeit scheint alles schon wieder ein wenig zu rosa-rot).

Für die gesamte Finanzbranche kommt wohl erst 2010 (und Folgejahre) das "Jahr der Wahrheit".

Ad hoc-Meldung - August 2009
Zuletzt verändert: 22. 08. 2012, 16h51