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Die Geldmarie

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Ökostrombericht Österreich 2013


Ökostrom-Umlage wird höher

Der aktuelle Ökostrombericht der E-Control für das Jahr 2012 bestätigt den Trend: Der Anteil von Ökostrom in Österreich ist stark steigend. Nach 5.452 GWh gefördertem Ökostrom im Jahr 2011 wurden im Vorjahr 6.152 GWh Ökostrom gefördert. Die gesamte Stromabgabe in Österreich betrug 2011 noch 55.076 GWh und wuchs 2012 leicht auf 55.748 GWh - damit liegt der Anteil von gefördertem Ökostrom per 2012 bei 11% (nach 9,9% im Jahr davor).

Windkraft, Kleinwasserkraft und Photovoltaik legten zu

Der Zuwachs beim Ökostrom fiel besonders bei der Windkraft sehr stark aus - ein Plus von 26,7% zum Vorjahr zeigen das Erwachen einer lange (ob mangelnder Förderung) stagnierenden Branche. Auch die Photovoltaik (+15,7%) konnte im Vorjahr noch von den guten Förderungen profitieren, dürfte aber 2013 deutlich weniger Zuwachs verzeichnen. Stark auch der Anstieg bei der Kleinwasserkraft, welche um 10,8% zulegte.

Das Ziel von 15% gefördertem Ökostrom bis 2015 scheint somit durchaus realisierbar - auch 2013 wird wohl in fast allen Bereichen des Ökostroms wieder deutliche Zuwächse bringen. Aktuell schätzt man seitens E-Control für 2015 gar eine Übererfüllung von 17,7% Ökostromanteil.

Ökostrom bringt Zusatzkosten für Haushalte

Prinzipiell wäre über die tollen Zuwächse bei Ökostrom natürlich großer Jubel angebracht - tatsächlich kostet Ökostrom aber allen heimischen Haushalten auch Geld. Die Ökostromförderung kann man jetzt schon auf der Jahresabrechnung anwachsen sehen:

Bezahlte man (mit Jahresverbrauch 3.500 kWh) 2012 noch knapp 40 Euro, werden 2013 schon ca. 65 Euro Zusatzkosten auf der Stromrechnung auftauchen. 2014 könnten es gar schon 83 Euro werden und bis 2017 könnte der Ökostromzuschlag schon bei 100 Euro liegen.

Klingt dramatisch, ist aber im Vergleich mit Deutschland (welches gerade den Ausstieg aus der Atomenergie via Energiewende zelebriert) harmlos: Schon 2013 zahlt man in Deutschland im Schnitt ca. 200 Euro Ökostromumlage. Tendenz gleichfalls deutlich steigend.

Die Kosten für die Ökostromförderung: 2011: 308 Millionen, 2012: 363 Mio., 2013: ca. 501 Mio. Euro. Eine halbe Milliarde, die trotzdem gut investiert scheint:

Ökostrom mit positiven Effekten

Abgesehen von (nicht unwesentlichen) CO2-Rechnungen, weniger Atomkraft und Arbeitsplätzen (Wertschöpfungseffekten) im Ökostrombereich - über die Kosten von Ökostrom sollte man nicht nur jammern...

Gerade die Massen an Ökostrom aus Deutschland haben die Strompreise nämlich in den letzten Jahren deutlich vergünstigt - leider sind die gesunkenen Großhandelspreise noch nicht wirklich bei den Konsumenten angekommen.

2013 haben aber schon einige Anbieter (z.B. der Verbund) die Preisschraube nach unten gedreht und viele Grünstromanbieter haben die Landesversorger mit günstigem Grünstrom kräftig unter Druck gebracht. So war die Hofer-Aktion der Oekostrom-AG ein voller Erfolg (wird derzeit wiederholt), die AAE Naturenergie hat auch sehr viele neue Kunden gewonnen und selbst der einstige Windstromproduzent WEB Windenergie AG ist derzeit gerade mit Billigangeboten (allerdings derzeit noch nur für Aktionäre) in den Stromvertrieb eingestiegen.

Vergleicht man aktuell die Strompreise, so hat man die paar Euro Ökostromzuschlag sehr rasch wieder drin und "stromt" hinkünftig sogar günstiger. So liegen beim Strompreisvergleich für Wien (ohne Neukundenrabatte, die es beim Umsteigen oft noch dazu gibt) aktuell 4 Grünstrom-Produkte vorne:

Neueinsteiger Kittel Mühle ist mit Aquavento Grünstrom um über 100 Euro günstiger als Wien Energie, die WEB Windenergie ebenso, ein Wechsel zu Naturkraft spar 92 Euro und Hofer-Grünstrom 85 Euro. Wer da noch über Ökostromzuschläge raunzt...

Sehr interessant auch die derzeit vom VKI initierte Einkaufsgemeinschaft für Strom und Gas, die bisweilen schon 77.000 Interessenten angelockt hat und wohl weiterhin Preisdruck auf die Stromanbieter auslösen wird.

Noch ein (nicht unwesentlicher) Vorteil von Ökostrom, welcher die Zusatzkosten für die Ökostromförderung relativiert: Mehr Ökostrom bedeutet für das Gas- und Erdölimportland Österreich etwas weniger Abhängigkeit von den Lieferländern - die höhere Ökostromproduktion in Europa (plus natürlich ganz wesentlich die Schiefergasförderung in den USA) lässt Öl- und Gaspreise zuletzt halbwegs stabil bleiben und erspart damit z.B. an der Tankstelle hohe Mehrkosten.

Gar nicht unmöglich, dass die Strompreise ohne den Ökostromboom dieser Tage deutlich höher wären, als sie sind...

Geldmarie-Linktipps:

Ad hoc-Meldung - Oktober 2013
Zuletzt verändert: 21. 10. 2013, 12h46