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Die Geldmarie

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Prokon-Pleite als Warnung für gierige Anleger


Insolvenz von Prokon sollte warnen

Am Mittwoch musste der Windanlagenbetreiber Prokon aus Itzehoe bei Hamburg Insolvenzantrag stellen. Durchaus ein Schock für ca. 75.000 Anleger, welche in Genussrechte dieses Unternehmens mit immerhin 1.300 Mitarbeitern investiert haben.

Werbung mit 6 bis 8 Prozent sollte vorsichtig machen

Die Prokon Regenerative Energien GmbH startete 1995 im Bereich der erneuerbaren Energien (Windkraftwerke, Bioenergie...) und wurde im Zuge der in Deutschland besonders vorangetriebenen Energiewende rasch größer: Insbesondere Gewinnversprechen von 6 bis 8 Prozent pro Jahr lockten viele Investoren.

Einerseits investierten auch konservative Anleger in eine scheinbar sichere Zukunftsbranche - anderseits kannte die Gier nach hohen Renditen in einer Niedrigzinsphase (die wohl noch länger anhält) keine Grenzen.

Für Negativmeldungen sind aber Unternehmen, welche sich fast ausschließlich mit Genussrechten finanzieren, nicht wirklich gewappnet - das zeigte auch die Panik bei den aus ihren Renditeträumen aufgewachten Anlegern, als Prokon im Jänner (ob einiger Negativmeldungen) plötzlich in einen Liquiditätsengpass geriet: Zu viele Anleger wollten sich von ihren Anteilen trennen - und Prokon war plötzlich nicht mehr flüssig.

Schwupp - und schon ist das Kartenhaus eingebrochen und Prokon war unglaublich rasant in der Insolvenz. Ob hier noch Chancen auf die Weiterführung des Unternehmens bestehen, kann von Wien aus natürlich schwer beurteilt werden - ein hoher Verlust für die Inhaber der Genussrechte ist aber nicht unwahrscheinlich.

So das Unternehmen nicht weitergeführt werden kann, sind hohe Verluste wohl fix - die Inhaber der Genussrechte können dann nur darauf hoffen, dass die Anlagen von Prokon ihr Geld halbwegs wert sind und einen vernünftigen Verkaufserlös einbringen.

Die Lehre aus der Prokon-Geschichte (von der wohl nur wenige Personen in Österreich betroffen sind): Bei Rendite- bzw. Zinsversprechen von 6 bis 8 Prozent sollte man sehr sehr vorsichtig sein.

Hier kann es sich nur um absolutes Risikokaptial handeln - je höher die werblich angebotenen Renditeangaben, desto höher wohl auch das Risiko.

Nur zum Vergleich: Genau vor einem Jahr bot die W.E.B. Windkraft AG (aus Pfaffenschlag) den Anlegern für Anleihen 4 bis 5,50 Prozent (je nach Laufzeit) - das ist deutlich realistischer. Darüber hinaus hat die W.E.B. (oder auch die Windkraft Simonsfeld bzw. die oekostrom AG) eine Kapitalbasis aus Aktien, welche in schwereren Zeiten halt an Wert verlieren würden aber keine Kapitalabflüsse (wie bei Genussrechten) aus dem Unternehmen bedeuten.

Fast ausschließlich aus Genussrechten bestehende Unternehmen sind ein hochriskantes Investment - egal ob dahinter nun Ölfelder in Venezuela, Goldminen in Südafrika oder Schweinebäuche und Kakaobohnen aus Irgendwoher stehen.

Auch bei so seriös und zukunftsorientierten Geschäftsfeldern wie Alternative Energien oder auch Holz (Teakholz boomt hier sehr) sollte man sich nicht von hohen Zinsversprechungen verführen lassen - es sei denn, der Totalverlust ist einkalkuliert.

Gerade aktuell gilt wieder: "Die Gier ist ein Hund..." - bedenken Sie das, wenn Sie hohe Renditeversprechungen sehen (leider auch auf der Geldmarie ab und an in Werbungen, die wir nicht gänzlich verhindern können).

Ad hoc-Meldung - Jänner 2014
Zuletzt verändert: 24. 01. 2014, 08h29