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Die Geldmarie

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ATX - Börse Wien im Jahr 2014


Wiener Börse 2014 mit hohen Verlusten

Während der Dow Jones erst jüngst die 18.000-Punkte-Marke überschritten hat und von Rekord zu Rekord eilt oder der deutsche DAX das ganze Jahr zwischen tollen 9.500 und 10.000 Indexpunkten boomt, war die kleine Wiener Börse 2014 ziemlich katastrophal unterwegs und liegt am vorletzten Handelstag des Jahres mit derzeit 2.158 Punkten ca. 15 Prozent im Jahresminus.

Ukraine, Russland, Banken und Politik drücken auf Stimmung

Während der ATX 2012 noch 27% zulegen konnte und 2013 immerhin mit 6% Plus aus dem Jahr ging, war 2014 für die Wiener Börse ein ausgesprochen schlechtes Jahr.

Einmal mehr bestimmten die heimischen Großbanken das Schicksal des ATX - und denen ging es 2014 bekanntlicherweise gar nicht gut: Hohe Vorsorgen für Kredite und Abwertungen im Osten drückten die Bilanzen der Erste Group Bank massiv in die roten Zahlen und auch die Raiffeisen Bank International wird 2014 wohl in der Verlustzone landen.

Insbesondere die Ukraine-Krise (die uns wohl leider noch länger beschäftigen wird) trieben die Bankenaktien in den Keller - die einst lukrativen Geschäfte im Osten sind derzeit ein ziemlicher Klotz am dicken Bein.

Auch die Telekom Austria hatte 2014 noch einige Altlasten zu beseitigen und die OMV geriet mit fallendem Ölpreis (sowie auch Unstimmigkeiten in der Führungsriege) 2014 schwer auf die Verliererbahn. Von den Indexschwergewichten konnte sich gerade die voestalpine 2014 recht gut halten - und verlor nur ca. 6 Prozent.

Aus der Politik kamen in Sachen Aktien 2014 auch nur negative Signale - "böse Aktien, böse Spekulanten, böses Kapital" ist in Österreich nach wie vor die (traurige) Hauptansicht der Politlemminge...

Zumtobel, Lenzing und Flughafen Wien top

2011, 2012 und teilweise auch 2013 waren für den Vorarlberger Leuchtenhersteller noch eher mühsame Jahre - 2014 konnte sich Zumtobel aber zum ATX-Star entwickeln und wird mit einem Kurszuwachs von ca. 60% aus dem Jahr gehen. Die Zahlen bei Zumtobel sehen zwar noch nicht wirklich fett aus - das Unternehmen sendete 2014 aber sehr positive Signale und hat einiges vor...

Auf Platz 2 landet 2014 wohl der Flughafen Wien - ein Plus von 27% ist aber primär auf ein sehr gutes Angebot des australischen Fonds IFM zurückzuführen, der fette 82 Euro pro Aktie zahlte und damit den Börsenkurs deutlich nach oben trieb. Für 2015 ist hier wohl wenig Luft nach oben, wiewohl sich der Flughafen nach den Skandaljahren durchaus gut entwickelt hat und auch vom Tourismusboom in Wien bzw. Österreich profitiert.

Mit bisweilen Plus 27% auch sehr gut unterwegs: Lenzing. Hier gilt es aber nicht zu vergessen, dass Lenzin 2011 noch über 100 Euro gekostet hatte und der Aktienkurs dann stetig nach unten ging. 2013 verlor Lenzing noch um die 40% - das wurde 2014 nur teilweise kompensiert.

Nachdem es sich bei den 3 besten Aktien am Wiener Markt nicht um (im ATX) hochgewichtete Aktien handelt, blieben die positiven Folgen für den Leitindex fast gänzlich aus.

RBI, OMV, Schoeller-Bleckmann, Immofinanz, Erste Group Bank schwach

Die Liste der Kursverlierer 2014 ist in Wien leider lang und voller Schwergewichte:

Insbesondere die Banken (Raiffeisen Bank International und Erste Group Bank) zogen den ATX wieder deutlich runter. Mit einem Minus von 49% ist die RBI heuer Topverlierer in Wien. Putin und die Ukraine lassen grüßen...

Auch sehr schwach die heimische OMV, die derzeit mit 37% im Minus liegt. Der im Herbst stark gesunkene Ölpreis blieb hier sicher nicht ohne Folgen - aber auch in vielen Förderländern hat die OMV immer wieder Troubles und die Gaspipelineprojekte in bzw. aus dem Osten hatten 2014 auch kein gutes Jahr...

Bei Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann geht der stark gesunkene Ölpreis natürlich auch nicht vorüber - mit Minus 25% liegt SBO in der Negativliste heuer leider weit vorne und hat auch 2015 wohl ein sehr hartes Jahr vor sich (es sei denn, der Ölpreis springt wieder an).

2 weitere "Schwächlinge 2014": Erste Group Bank (wieder einmal mit Rekordverlust für 2014), -24%, Immofinanz (Russland!), -23%.

Wiener Börse mit kleinen Erfolgen

Während die meisten Anleger und Fonds in Wien also im Minus landeten, kann sich zumindest die Wiener Börse über Teilerfolge freuen:

So konnte der Umsatz in den ersten 11 Monaten um 22% gesteigert werden (auf 45,32 Mrd. Euro) und mit der FACC AG kam sogar wieder einmal ein neues Unternehmen an die Wiener Börse.

Kapitalerhöhungen bei RBI, Porr, Telekom Austria bzw. der BKS Bank gelangen und die Anzahl der neuen Aktien (BUWOG, FACC und PIAG) lag über der Anzahl der Abgänge (A-Tec, Century Casinos).

37 neue Anleihen mit einem Volumen von 7,2 Mrd. Euro wurden begeben - leider waren nur wenige davon für Kleinanleger gedacht.

ATX 2015 wieder sehr ostabhängig

Mit 2.160 Indexpunkten (5.000 hatten wir schon einmal...) ist Wien nach wie vor ein Schnäppchenmarkt, wo man nach wie vor sehr günstig einkaufen kann. Risikofaktor Nr. 1 für 2015 ist für die Wiener Börse wohl wieder das Geschehen in der Ukraine, welches den Wiener Markt 2014 naturgemäß nicht gut bekommen ist.

Tritt dort etwas Beruhigung und Stabilität ein, könnte es 2015 mit Wien (über die Bankaktien) wieder deutlich bergauf gehen - aber auch weitere Rückschläge für die Banken (und Immobilien) sind nicht unwahrscheinlich und könnten den ATX weiter lähmen.

Läuft es im Osten (und damit in Wien) halbwegs gut bzw. besser könnte natürlich ein (schon fälliger) Einbruch an den Weltbörsen oder die nächste Griechenland-Euro-Krise (die da schon vor der Türe steht) auf die Stimmung drücken und sich auch auf die Wiener Börse auswirken.

Trotz aller offensichtlichen Gefahren liegt die Wiener Börse derzeit derart geprügelt darnieder, dass er (auf längere Sicht) durchaus tolle Einstiegsmöglichkeiten bieten. Und wer sich nicht traut, kann ja wohl (zwecks Dividendengenuss) recht unbesorgt die Aktien der Post kaufen, die ob Portoerhöhung auch 2015 wieder nette Zahlen liefern wird.

Weitere "Lieblinge" der Geldmarie für 2015: Telekom Austria (könnte 2015 wieder besser laufen), Uniqua (deutlich unterbewertet) sowie die Versorger Verbund und EVN (nach dem Jammertal 2014 muss 2015 fast besser werden...).

Ad hoc-Meldung - Dezember 2014
Zuletzt verändert: 29. 12. 2014, 11h28