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Die Geldmarie

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Übernahmeboom im Immobiliensektor


Immofinanz versus CA Immobilien - das ist Brutalität

Am Kurszettel der Wiener Börse bzw. im ATX gibt es eine auffällige Häufung von Immobilienwerten: BUWOG, CA Immobilien, Conwert und Immofinanz im ATX20 und dazu auch noch S Immo, Warimpex oder ECO Business-Immobilien (um nur einige zu nennen). Aktien von Immobilienwerten haben sich also im konservativen Österreich in den letzten Jahren gut verkauft - wenn schon Aktien, dann setzt Frau und Herr Österreicher eben oft auf Immobilien. Sei's drum...

Der Kurszettel könnte aber in Hinkunft ein paar Immo-Werte verlieren: Aktuell wurde nämlich gerade der Startschuss zu einer kleinen Übernahmeversuchparty gegeben, an der primär einmal CA Immobilien, Conwert und die Immofinanz hauptbeteiligt sind.

Medial sehr auffällig sind die aktuellen Übernahmeversuche von CA Immo und Immofinanz: Nachdem vor ein paar Monaten die UniCredit noch die CA Immo und die Immofinanz zusammenbringen wollte (was gescheitert ist), verkauft die UniCredit dann ihren 16%-Anteil an den russischen Investor O1, der mittlerweile 26% an der CA Immobilien AG hält - und scheinbar noch wachsen will.

Das Thema Immofinanz war nämlich bei der CA Immo nicht vom Tisch und jüngst bot die CA Immo (plus O1) 2,51 Euro pro Immofinanz-Aktie. Immerhin 3% der Immofinanz gehören ja angeblich der CA Immo - und mit ein paar Prozenten mehr hat man bei einem sehr hohen Freefloat-Anteil (fast 88% Streubesitz) schon einmal recht rasch das Sagen in einem Unternehmen...

Das erste Angebot wurde seitens Immofinanz-CEO Zehetner (der "Retter der Immofinanz" ist noch ein paar Wochen im Amt) brüsk abgelehnt und CA Immo und O1 legten dieser Tage ein Teilangebot zum Erwerb von 13,5% der Immofinanz zum Preis von 2,80 Euro pro Aktie nach.

Auch über die 2,80 Euro freute sich Eduard Zehetner nicht - und betonte den NAV der Immofinanz von zuletzt 4,10 Euro. Der Aktienkurs liegt aktuell bei 2,72 Euro - und die Wahrscheinlichkeit, dass sich 13,5% der Aktionäre finden um bei 2,80 Euro zu verkaufen, scheint gering.

Nun schlägt die Immofinanz (durch eine Cashreserve aus der BUWOG-Abspaltung) zurück und legt ihrerseits ein Übernahmeangebot von 18,50 Euro pro CA Immobilien AG-Aktie - einen Preis, den man vor ein paar Monaten noch nicht bereit war, zu zahlen. Gar bis zu 26% der Aktien würde die Immofinanz erwerben - sieht man sich den aktuellen Aktienkurs (18,12 Euro) an, wird man erkennen, dass hier wohl auch kaum jemand an eine tatsächliche Transaktion bzw. ein Nachbessern des Angebots glaubt.

Wenn die Geldmarie nicht alles täuscht, wird diese Transaktion so oder so nichts werden - zu tief sind hier die Hackln schon geflogen.

Deutsche Wohnen will Conwert

Schon deutlich realistischer sieht die Übernahme von Conwert seitens Deutsche Wohnen aus. 11,50 Euro pro Aktie bieten die Deutschen für Conwert und die 24% der Haselsteiner-Stiftung dürften schon gesichert sein. Der Rest der Aktionäre gibt sich aber deutlich reservierter - insbesondere Klaus Umek von Aktionär Petrus Advisers (fast 7% Anteile) polterte einige Zeit, wurde nun aber ruhiger.

Deutsche Wohnen möchte aber unbedingt mindestens 51% der conwert und wird wohl auch nicht nachbessern - auch die ECO Business-Immobilien (fast 96% in Besitz der conwert) würde sich die Deutsche Wohnen um 6,35 Euro pro Aktie gerne mit einverleiben.

Laut Medien dürfte Deutsche Wohnen immerhin schon um die 30% der Anteile haben - ob es allerdings für 51% reicht, wird sich in den nächsten Wochen weisen.

Wienwert Immobilien Finanz AG verliert gegen VKI

Noch eine durchaus interessante Meldung aus der Immobilienbranche: Die in den letzten Jahren ob sehr hoher Anleihezinsen auffällige Wienwert Immobilien Finanz AG verlor einen Prozess beim OLG Wien (versus VKI).

Die Klage wegen irreführender Werbung ("grundbürgerliche Sicherstellung", "prospektgeprüft") und wegen mehrerer Klauseln in den Anleihebedingungen ging schon in erster Instanz vor dem Handelsgericht durch - wird nämlich z.b. ein Kauf via Bankkredit finanziert bzw. besichert, ist natürlich die Bank Nr. 1 im Grundbuch und die Anleihegläubiger müssten sich im Insolvenzfall hinten anstellen. Für Anleger nicht unwesentliche Fakten...

Wie man derzeit 6,5% Kupon (und bei den letzten Auflagen noch mehr) auf Anleihen zahlen kann (die man ja auch verdienen muss), ist der Geldmarie nicht wirklich schlüssig - wer schon unbedingt hier investieren will, sollte jedenfalls nicht alles auf eine Karte setzen.

Ad hoc-Meldung - März 2015
Zuletzt verändert: 26. 03. 2015, 10h03