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Die Geldmarie

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Solarstrom in Österreich noch zu wenig forciert


Ausbau von Photovoltaik in Österreich zu lasch

Der Bundesverband Photovoltaik Austria fodert eine "Solarstromwende" ein - gut so, ist ja auch eine Interessensvertretung. Während so manche Vertretung da und dort gerne mit Forderungen übertreibt, so darf man sich Photovoltaik Austria vorbehaltlos anschließen und sogar noch etwas kräftiger auf die Pauke dreschen: Der Ausbau von Photovoltaik in Österreich läuft nämlich leider nach wie vor ziemlich träge, das riesige Potenzial wird nicht ausreichend gehoben, das beste Photovoltaik-Ausbaujahr 2009 liegt auch schon wieder lange zurück...

Politik aber auch Haushalte bei Photovoltaik zu langsam

Fangen wir bei der Politik an: Bis 2030 soll die heimische Stromproduktion (rechnerisch) zu 100% auf erneuerbare Primärenergie umgestellt werden - ein in Österreich ob guter Wasserkraftbedingungen (plus Pumpspeicherkraftwerke) und passablem Windkraftausbau durchaus ambitioniertes Ziel. So ähnlich ambitioniert wie seinerzeit die Zahlen der (ÖVP-) Umweltminister in Sachen Elektroautos. Die Prognosen der letzten Minister sind heute nur noch eine Lächerlichkeit, so weit daneben lagen diese. Und 12 Jahre in Sachen 100% erneuerbarer Strom sind gar nicht so lange, wie man vielleicht denkt - auch weil Politiker gerne nur in Legislaturperioden denken und man mit Ausländerthemen oder Rauchverboten deutlich mehr Stimmen macht als mit Klimawandel & Co.

Die Politikwatsche nur kurz und schallend verpasst: Die aktuellen Förderungen von Solarstrom (Kleinanlagen) sind schlichtweg lächerlich (wurden von VP/FP fast halbiert), einzig die kleine Ökostromnovelle aus dem Vorjahr (seitens SP/VP plus den damals noch parlamentarischen Grünen verhandelt) wird 2018 noch für einen kleinen Boom bei Photovoltaik sorgen.

Die (ohnehin sehr moderaten) Forderungen seitens Photovoltaic Austria an die Politik: Streichung der (kontraproduktiven) Eigenverbrauchsabgabe, das 100.000-Dächer-Programm konkretisieren (da wird sich die Politik wieder schwer tun den Mehrfamilienhäusern eine neue Anlage schmackhaft zu machen), sowie eine Fortführung der Kleinanlagenförderung.

Die Geldmarie legt da noch ein Schäuferl nach: Die Bauordnung schreibt da und dort zwar (für die Inanspruchnahme von Förderungen) schon kleine Solaranlagen (zumeist nur für das Warmwasser) vor - ab gewissen Größen von (neu zu errichtenden) Gebäuden wäre es wohl durchaus vernünftig, wenn auch (aus der Größe resultierend) eine Mindestgröße einer Photovoltaikanlage vorgeschrieben wird. Ja, das kostet zwar den armen Häuslbauern noch mehr Geld - in Wahrheit ist aber heute eine Photovoltaikanlage zu aktuellen Konditionen auf Dauer schon ein Geschäft für dessen Betreiber! Entsprechende Berechnungen (von einer etwas älteren Anlage und von neuen Anlagen) finden Sie im Bereich Energiesparen.

Ab und zu darf die Politik die Menschen ja auch "zu ihrem Glück zwingen";-)

Und auch die Energiewirtschaft ist in Sachen Photovoltaik-Großanlagen noch eindeutig zu träge: Natürlich bringt ein brauchbares Lauf-, Schwell- oder Speicherkraftwerk größere Erträge als eine Photovoltaikanlage auf Großflächen - trotzdem sollte man sich dieses Geschäftsfeld deutlich intensiver ansehen. Gilt übrigens auch für die Landwirtschaft.

Photovoltaikstrom hat viele Vorteile

Der schrittweise Ausstieg aus fossilen Energieträgern wird auch in den nächsten Jahren für steigenden Stromverbrauch sorgen. In Österreich stieg dieser 2017 um 1,4% auf 71.100 Gigawattstunden - 2018 ist wieder ein klares Plus zu erwarten. Da helfen auch diverse Stromsparversuche nicht wirklich weiter (wie bei den "verbrauchsärmeren" PKW, die auch immer mehr werden...) - solange Strom relativ billig ist, wird er auch ziemlich sorglos verbraucht.

2016 betrug der Anteil an Sonnenstrom nur schwache 1,88% am Gesamtstromaufkommen Österreichs (Zahlen aus 2017 haben wir für Österreich leider nicht gefunden, es werden aber wohl um die 2% sein...) - das ist noch ziemlich ausbaufähig...

Wiewohl Photovoltaikstrom leider nur untertags (und besonders stark zwischen April und Oktober) gewonnen werden kann, hilft dieser ungemein mit, die Verbrauchsspitzen beim Strom (und die sind untertags!) abzudecken: An (verbrauchsintensiven) Wochentagen kommt man schon jetzt (knapp nach Mittag, wenn die Sonne Vollgas gibt) mit 800 bis 900 MW in manchen Frühlings- und Sommermonaten auf 10-15% der heimischen Gesamtproduktion, ist in den Flüssen und Bächen Niederwasser angesagt (kommt dann im Sommer regelmäßig), können das schon jetzt auch gut und gerne 20 Prozent werden. Solarstrom hilft hier also auch kräftig mit, das eine oder andere Gaskraftwerk im Sommer im Ruhestand zu halten...

Ein wesentlicher Vorteil ist natürlich auch für den Besitzer von Photovoltaikanlagen gegeben: Schon jetzt sind solche Anlagen auch ohne Förderung ein (kleiner) finanzieller Gewinn, von der Umwelt gar nicht erst einmal zu reden. Verantwortungsvolle Politik würde aber gerade im Privatsektor noch deutlich mehr Förderungen gewähren - und somit früher oder später auch die extrem hohen Energieimporte (Öl, Gas) aus fragwürdigen Ländern und Regionen vergessen lassen können. Es muss ja auch sicher nicht gleich so teuer (und krank) werden wie in Deutschland vor einigen Jahren, als findige Landwirte sogar Felder mit Photovoltaikpanelen bestückten, da die Einspeistarife derart attraktiv waren...

1.095 GWh wurden in Österreich 2016 mit Photovoltaikanlagen erzeugt - das sollte sich ohne große Anstrengungen schon in wenigen Jahren verdoppeln lassen.

Ein Blick über die nördliche Grenze nach Germany: 2017 wurden im (als Sonnenland eher unbekannten) Deutschland satte 38,09 TWh Strom via Solartechnik erzeugt - das entspricht immerhin 7% des gesamten Stromverbrauchs. Große Steigerungen beim Solarstrom blieben dort zwar in den letzten Jahren aus (man hat früher einfach zu viel zu gut gefördert) - der jetzt vorhandene Sonnenstromanteil ist aber wirklich schon sehr erfreulich und kompensiert dort untertags oft den Einsatz von den Deutschland leider noch immer viel zu stark eingesetzten Stein- und Braunkohlekraftwerken.

Während die "Stromdreckschleuder" Deutschland noch immer riesige Aufgaben in der Energiewende vor sich hat (Atomkraftausstieg läuft gut, Stein- und Braunkohle werden zwar laufend durch Ökostrom ersetzt, bleiben aber noch lange), wäre das in Österreich eine ziemlich einfache Übung. Wenn man nur wollte...

Geldmarie-Linktipp:

Ad hoc-Meldung - Juni 2018
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Zuletzt verändert: 07. 06. 2018, 16h32