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Die Geldmarie

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Sparer auch 2019 mit Realwertverlust


Sicheres Sparen = sicherer Verlust

Keine Frage: Sein Erspartes auf die Bank zu bringen, ist immer noch sinnvoller, als dieses unter Kopfpölstern oder Matratzen zu verstecken. Der Weg auf die Hausbank zwecks Sparen ist aber seit einigen Jahren ein trauriger Gang: Die Zinsen sind allerorten unterirdisch.

Selbst für gebundene Spareinlagen zahlen die Filialbanken zumeist gerade einmal 0,10, 0,20 oder 0,30 Prozent - auch bei mehrjähriger Bindung. Auf ein Jahr Bindung gibt es bei der DenizBank immerhin 0,50% und die Sparkasse Amstetten lockt auf 1 Jahr Bindung weiterhin mit einem ganzen Prozent. Auf 2 Jahre sind 0,80% der DenizBank momentan die Fahnenstange, auf 3 Jahre hat die DenizBank auch 1 Prozenterl zu bieten.

Zieht man dann die KESt. (ein Viertel) von den Zinsen ab und berücksichtigt auch die Inflationsrate (wird 2019 irgendwo zwischen 1,5 und 2% liegen), resultiert ein klarer Realwertverlust.

Auch wenn der Niedergang der Sparbuchzinsen mittlerweile gestoppt ist - es riecht derzeit sehr nach einer noch viel längeren Phase von Niedrigzinsen, Japan lässt hier grüßen...

Neben dem Sparbuch gerät aktuell auch das Bausparen immer mehr außer Mode: Auch hier ist derzeit (inklusive Prämien) nicht einmal 1% drin - die Bausparkassen müssen derzeit starke Einbrüche bei den Neuabschlüssen hinnehmen.

Auch wer etwas moderner spart, bleibt in der Verlustzone: Tagesgeld (täglich fällige Gelder bei Direktbanken) oder Festgeld (gebundene Gelder) zahlen zwar etwas mehr Zinsen als die Filialbanken, trotzdem resultiert auch bei längeren Laufzeiten immer ein Minus.

Auch Anleihen und Rentenfonds unattraktiv

Konnte man vor vielen Jahren mit Anleihen oder Rentenfonds noch recht verlässlich mehr Ertrag lukrieren als mit Sparbüchern, so ist auch diese Gesetzmäßigkeit seit der Finanzkrise nicht mehr zutreffend.

Die Sekundärmarktrendite heimischer Anleihen (heißt mittlerweile "UDRB") liegt derzeit irgendwo zwischen 0,15% und 0,20%.

Die einst interessanten Bundesschatzscheine ("Bundesschätze") zahlen auf 4 Jahre Laufzeit 0,10%, auf 10 Jahre 0,40%...ohne Worte...

Unternehmensanleihen (deutlich höheres Risiko!) zahlen bei halbwegs bekannten Emittenten auf lange Laufzeiten 1,5 bis 2,5% - hier geht sich also nur im Bestfall ein "Nuller" aus...

Nachdem die Anleihen ziemlich unattraktiv geworden sind (da sind Tagesgeld und Festgeld mit der heimischen Einlagensicherung ja noch attraktiver als Staatsanleihen Österreichs!), sind auch Anleihen- bzw. Rentenfonds uninteressant geworden: Neben Fondsgebühren fallen auch Depotgebühren an und die Renditeaussichten sind natürlich mies. Und würden die Zinsen doch demnächst ein wenig steigen (halte ich eher für ausgeschlossen), würden die Kurse der Fondspapiere darunter leiden...

Werterhalt nur bei etwas Risiko bzw. neuen Anlagevarianten möglich

Die schlichte Wahrheit: Nur wer aus den klassichen Sparprodukten aussteigt, hat Chancen, zumindest die Inflation bzw. die KESt. zu kompensieren.

Die Geldmarie ist aus Sparprodukten (zum Glück) schon seit vielen Jahren ausgestiegen, versteht aber natürlich absolut, dass Risko bezüglich hart verdientem Geld nicht jedermanns und jederfraus Sache ist. Keinesfalls sollten klassische Sparer von heute auf morgen auf 100% Risikokapital umsteigen oder gar irgendwelchen "Anlageprofis" auf den Leim gehen...

Lesen hilft hier jedenfalls - unter Anlagetipps der Geldmarie findend Sie laufend (in 5 Risikoklassen eingeteilte) interessante Anlageformen und auch einige Tipps und Hinweise auf Anlagemöglichkeiten, die Sie vielleicht bis jetzt nicht gekannt haben.

Noch breiter ist die Rubrik Anlagebarometer, in welcher wohl fast alle möglichen Anlagevarianten nach Risiko und Ertragschance eingeteilt sind. Wer sich für eine Anlagemöglichkeit näher interessiert, findet dann in den dazugehörigen Geldmarie-Rubriken noch deutlich mehr Infos. Einlesen kostet nichts...

Weil die Frage so oft kommt: Meine persönlichen "Lieblingssparvarianten" (die mit "Sparbuch" aber nichts zu tun haben) sind derzeit die Anlage via Crowdlending sowie das Crowdinvesting in Immobilien. Hier sind die Erfahrungen bisweilen (2 Jahre Test mit kleineren Beträgen) bisweilen gut bis ausgezeichnet, mit Renditen von 7-10% (wie oft angepriesen) sollten Sie aber nicht rechnen. Auch beim Crowdlending und beim Immobiliencrowdinvesting sind Ausfälle vorprogrammiert, man sollte demnach (insbesondere als Neuling) unbedingt nur einen kleinen Teil des vorhandenen Geldes in derartige Anlagevarianten stecken und dabei auch die Gelder in Kleinbeträgen auf viele Projekte aufteilen. Das minimiert das Risiko schon deutlich - über längere Laufzeiten erwarte ich mir hier zumindest Renditen (vor Steuer) von 4-5 Prozent.

Wer es noch ein wenig riskanter haben möchte, kann natürlich auch in Aktien investieren. Für Anfänger sind hier wohl eher Titel zu empfehlen, die schon lange am Markt sind und auch relativ konstant gute Erträge erzielen. Die Dividenden (jährliche Ausschüttungen an die Aktionäre) so mancher heimischen AG kompensieren selbst nach Abzug der KESt. die Inflationsrate deutlich - was natürlich nicht heißt, dass dies auch in den nächsten Jahren so sein wird. Hier einige Beispiele von Aktiengesellschaften aus Österreich mit hoher Dividenenrendite (4% oder mehr): Burgenland Holding, Post oder Uniqa.

Bei Aktien ist natürlich auch das Kursrisiko zu beachten - neue Aktienfans sollten einerseits Geduld haben und schlechtere Börsenzeiten durchtauchen können, andererseits auch wissen, dass ein Wertpapierdepot auch Geld kostet und man mit Kleinbeträgen (unter 10.000 Euro) anteilig ziemlich hohe Spesen tragen muss...

Die abschließende Prognose ist wohl nicht gewagt: Mit Sparbuch & Co. wird man auch in den nächsten Jahren nicht weit hüpfen...

Ad hoc-Meldung - März 2019
Zuletzt verändert: 20. 03. 2019, 12h06