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Die Geldmarie

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Gasstreit Russland - Weißrussland prolongiert


Erdgas - schon wieder neuer Ärger

Russland gegen Weißrussland - das ist Brutalität.

War Russland mit der Ukraine in den letzten Jahren schon mehrfach im Clinch um Gaslieferungen und deren Preis gewesen, so wiederholt sich diese Farce nun auch mit Weißrussland. Wie schon bei der Ukraine fordert auch Weißrussland höhere Gebühren für den Gastransit nach Europa und hat seinerseits eine hohe Gasrechnung bei der russischen Gazprom offen.

Während Russland (bzw. die Gazprom, was keinen wesentlichen Unterschied macht) auf einer sofortigen Zahlung von offenen Rechnungen in der Höhe von 192 Millionen US-$ besteht und schon gestern den Gashahn etwas zugedreht hat, so argumentiert Weißrussland mit einer Gegenforderung von 217 Mio. US-$ für den Gastransit durch Weißrussland.

Eine Einigung ist derzeit noch nicht in Sicht - die Lieferungen wurden heute angeblich schon deutlich gekürzt. Im Gegenzug droht nun Weißrussland mit einer Blockade der Transitlieferungen nach Europa.

Österreichs Gasversorgung gesichert

Der im Sommer in Österreich ohnehin geringere Gasbedarf ist durch den noch offenen Streit nicht gefährtet. Österreich wird durch Russland über die Ukraine bzw. Slowakei versorgt.

Nur ca. 6% der Europalieferungen wären durch einen Totalausfall des Weißrussland-Transits gefährdet - der Großteil der Europaversorgung mit Gas läuft ohnehin über die Ukraine. Und doch fürchten sich vor allem Teile Deutschlands und Polens schon jetzt vor einer Gasknappheit - dauert der Streit nämlich länger, könnten die Gasspeicher für den nächsten Winter nicht ausreichend befüllt werden. Litauen könnte es ob 100%iger Abhängigkeit der betreffenden Leitung sogar wesentlich schlimmer treffen.

Die OMV wird dem für 2011 angestrebten Baubeginn der Erdgas-Pipeline "Nabucco" nun wohl noch intensiver vorantreiben - dieses Projekt soll Gas aus Aserbaidschan, Turkmenistan oder dem Iran durch die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn nach Österreich (und weiter nach Europa) bringen und die Versorgungsunsicherheiten durch Russland (bzw. die Transitländer) reduzieren.

Auch die schon in Bau befindliche Ostseepipeline "Nord Stream" (Gas aus Russland für Deutschland und Umgegung) erhält ob der neuen Streitigkeiten mit den ehemaligen "Genossen" neue Befürworter.

Gasbedarf bald geringer?

In Summe riecht es wieder deftig nach einem Eigentor der Gazprom und Russlands - mit einiger Sicherheit wird auch dieser Gasstreit in einigen Tagen bis Wochen gelöst werden (wohl auch mit Mithilfe der EU). Übrig bleiben werden wieder nur Verlierer.

Erdgas wird (zumindest bei privaten Endverbrauchern) noch stärker gemieden werden - der anzustrebenden Energiewende können derartige Machtspiele durchaus hilfreich sein. Auch nicht schlecht - und zum Glück ist ja derzeit (auch wenn noch nicht deutlich erkennbar) Sommer.

Ad hoc-Meldung - Juni 2010
Zuletzt verändert: 24. 08. 2012, 09h23