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Die Geldmarie

Das unabhängige Finanzportal

Tipps und Tricks rund um die Marie

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Gefährliche Aktienempfehlungen


Aktientipps mit Vorsicht genießen...

Vorab: Hier handelt es sich nicht um Aktientipps und Aktienempfehlungen von Banken, Fachmedien, Finanzportalen, Versicherungen & Co.

Auch diese können ähnlich gefährlich sein wie Anlageempfehlungen von Freunden, Verwandten, Bekannten, selbsternannten Insidern usw. Denn immerhin handelt es sich ja um Aktien. Und diesbezüglich ist ein Tipp sowieso fast immer etwas gefährlich...

Vielmehr geht es hier primär um Empfehlungen, die plötzlich und unverlangt in Ihrer Mailbox oder im Internet auftauchen:

Der Email-Trick:

Da werden via Mail doch glatt Aktien (zumeist aus fernen Ländern und an fremden Börsen) von einem sogenannten Insider (der vorgibt, Insiderwissen zu besitzen und dies auch teilweise begründet) zum Kauf empfohlen, welche in den nächsten Tagen rasant steigen werden.

Von tollen zu erwartenden Gewinnen wird da geschrieben - und dass das zugrundeliegende Wertpapier an der Schwelle zu einem ungeheuerlichen Höhenflug steht, welchen man jetzt noch mitmachen kann.

Wer sich nun die Mühe macht, mittels Wertpapierkennnummer und entsprechender Börse diese Aktien (zumeist sind es Aktien) zu suchen, wird diese auch zumeist finden. Denn es handelt sich um tatsächlich existierende und börsennotierende Wertpapiere.

Mit Erstaunen wird man zumeist feststellen, dass sich das Wertpapier in den letzten Tagen oder Wochen tatsächlich etwas nach oben bewegt hat. Und so mancher Anfänger wird auch tatsächlich gleich gierig Aktien ordern und den Kurs damit noch ein wenig in die Höhe treiben. Was bei Anfängern aufgrund schlecht platzierter Kauforders auch leicht passieren kann...

Doch hinter dieser freundschaftlichen Empfehlung steckt mit großer Sicherheit ein Betrugsversuch, der folgendermaßen abläuft:

Der Betrüger kauft sich zuerst zu günstigen Kursen eine große Anzahl von Aktien eines völlig unbekannten Unternehmens. Diese Unternehmen haben mit dem Betrugsversuch zumeist absolut nichts zu tun und haben nur das Pech, dass ihr Aktienkurs sehr "günstig" erscheint und der Gegenstand des Unternehmens eine "gute Geschichte" abgibt. Mit "günstigen Kursen" sind hier Kurse gemeint, die zumeist im Centbereich (Dollar oder Euro) liegen.

Eine "gute Geschichte" saugt sich der Betrüger nun aus den Fingern und verbreitet die gute Nachricht von der bevorstehenden Kursexplosion mittels Millionen von Spammails in der ganzen Welt.

Zwar fallen nur sehr wenige Menschen auf das Mail mit Betrugsabsicht rein (und ordern die Wertpapiere) - aber wenn man solche Mails massenhaft versendet, finden sich immer wieder ein paar besonders Blöde oder Ahnungslose. Und genau die treiben den Kurs der im Regelfall mit nur sehr wenig Umsatz gehandelten Aktie nunmehr rasch in die Höhe, was der Versender der Emails sofort nützt, um seine Wertpapiere zu den kurzfristig höheren Kursen wieder zu verkaufen.

Was zu 99,9% folgt: Ein baldiger Kurssturz - ausgelöst durch Panikverkäufe der angelockten und vielleicht nunmehr auch schon skeptischen Zocker, welche schön langsam realisieren, selbst abgezockt worden zu sein.

Das Massenmail (Spammail) hat jedenfalls seine Funktion erfüllt - der Verfasser (oder Auftraggeber) ist um einiges reicher geworden.

Werbung mit extrem hohen Renditen

Ein ähnliches System steckt auch oft hinter Internetwerbungen mit Schlagzeilen wie "600% in 30 Tagen", "1.900% Gewinn pro Jahr" & Ähnliches.

Derartige Gewinnprognosen sind jedenfalls unseriös und werden von professionellen Finanzberatern mit Sicherheit nie abgegeben. Nahezu alles, was im zweistelligen Renditebereich liegt, sollte umgehend hinterfragt bzw. gemieden werden.

Natürlich gibt es Wertpapiere oder Anlageformen, die in den vergangenen Jahren 150% in 3 Monaten oder 12% Performance in den letzten 5 Jahren erwirtschaftet haben. Durchaus seriöse Firmen. Aber selbst bei solchen wird man Ihnen derartige Gewinne auf Dauer nicht garantieren können.

Mit derart hohen Prognosen (und um nichts anderes handelt es sich dabei - man könnte genausogut in die Glaskugel sehen) auf Kundenfang zu gehen, spricht nicht unbedingt für die Seriösität des Unternehmens bzw. des Vermittlers.

Dass Aktien über viele Jahre und Jahrzehnte betrachtet besser abgeschnitten haben als Anleihen oder Sparbücher ist Grundwissen aller Finanzberater. Im Aktienbereich jedoch mit Prozentsätzen bezüglich Zukunftsentwicklung zu hausieren, ist allerdings schon ziemlich fahrlässig.

Lassen Sie es besser gar nicht darauf ankommen und meiden Sie solche Angebote - auch wenn Sie diese im Werbemittelbereich der Geldmarie vereinzelt finden werden (ist leider von uns nicht immer beeinflussbar). Solche "Unternehmen" sterben leider wohl nie aus - ein Aussperren dieser Werbung ist nahezu unmöglich. Gerade in dieser Rubrik werden Sie ob des darin vorkommenden Textes ( "600% in 30 Tagen" etc.) ab und an einige Beispiele finden, die Sie wohl eher meiden bzw. prüfen lassen sollten.

Auch wenn nicht hinter jeder Ecke ein Betrüger lauert - bei Investments abseits bekannter Unternehmen und Produkte sollte immer ein seriöser Fachmann (Bankberater, Finanzberater, Vorsorgeberater etc.) hinzugezogen werden.

Zuletzt verändert: 19. 10. 2018, 10h32