CMS Login

Die Geldmarie

Das unabhängige Finanzportal

Tipps und Tricks rund um die Marie

Rubriken

Geothermie


Geothermie als Heizung für Morgen

Nachdem Heizöl, Erdgas aber auch Strom und andere Energieträger immer teurer werden und auch keine wirklich zukunftsträchtigen Energieformen darstellen, ist die Orientierung in Richtung alternativer Energieformen ein klarer Schritt. Sonnenkraft (Solar, Photovoltaik) und Windkraft (Windräder) ernten schon lange Energie über der Erdoberfläche - mit der Geothermie (Erdwärme) hat die Erde aber auch einen riesigen Schatz im Erdinneren "verborgen".

Geothermische Energie ist in Form von Wärme gespeicherte Energie unter der Erdoberfläche (in der Erdkruste) - diese Wärme wird auch als "Geothermie" bezeichnet.

Mit der Verknappung von nichterneuerbaren (nicht regenerativen) Energieträgern (Gas, Öl etc.) und den damit verbundenen höheren Kosten rückt der Wärmevorrat in der Erde (bzw. der Erdkruste) immer deutlicher in den Focus der Energielieferanten.

Geothermie stark im Trend

Schon der "kleine Häuslbauer" kann mit Tiefenbohrungen die Wärme der Erdkruste anzapfen und so mittels Erdwärmeheizung sein Eigenheim günstig versorgen - auch wenn die Anschaffungskosten einer Erdwärmeheizung deutlich teurer sind als z.B. ein Gasbrenner oder ein Holzofen. In diesen Lagen ist der Wärmehaushalt aber auch von Sonneneinstrahlung sowie von Sicker- und Grundwasser beeinflusst - mit Geothermie ist das nur bedingt zu vergleichen.

Während die Erdwärmeheizung nur ein paar Meter in die Tiefe bohrt, bedarf es bei der Geothermie aber schon tieferer Bohrungen - oft ein paar tausend Meter tief.

Immerhin 99% des Erdinneren ist heißer als 1000 Grad - und selbst 90 Prozent des verbleibenden Rests weist noch Temperaturen über 100 Grad auf. Da dürften sich Bohrungen in weiterer Zukunft schon durchaus auszahlen - das schwarze Gold (Öl) der Zukunft ist wohl im Erdinneren verborgen und muss nur gehoben werden. Nur ein kleiner Teil der Erdwärme könnte den weltweiten Energiebedarf schon drastisch reduzieren - die technischen Voraussetzungen dafür sind aber noch in Entwicklung bzw. im Anfangsstadium.

Geothermie in unseren Breiten ist besonders dann gefragt, wenn sich in Gesteinsschichten heißes Wasser befindet - dieses kann nämlich (nach erfolgreicher Tiefenbohrung) dann sehr einfach an die Erdoberfläche transportiert werden und (nach Passieren eines Wärmetauschers) gleich an die Abnehmer weitergeleitet werden.

Hydrothermale Geothermie

Die sogenannte "hydrothermale Geothermie" ist in Österreich schon mehrfach anzutreffen und dürfte in Zukunft eine große (und umweltfreundliche) Rolle bei der Gewinnung von Fernwärme (Heizen und Warmwasser) spielen.

Bei der der hydrothermalen Geothermie ist ein Wasserkreislauf erforderlich, wozu 2 Bohrungen vorgenommen werden. Die erste Bohrung holt das Wasser an die Oberfläche. Dort wird dem Wasser seitens Wärmetauscher die Energie entzogen und dann wird das nunmehr abgekühlte Wasser über die zweite Bohrung wieder (nicht an der gleichen Stelle) in die Erde eingeleitet. Um geologische Probleme zu vermeiden, werden die Bohrungen mit großem Raumabstand durchgeführt.

An der Oberfläche merkt man bei dieser Form der Geothermie nichts - die Geothermieanlagen belästigen daher auch nicht die Umgebung.

Schon ein wenig kritischer ist es, wenn die Förderung der Erdwärme mit dem "petrothermalen System" erfolgt - hier muss durch hohen Wasserdruck das Erdgestein erst geöffnet werden und geologische Probleme könnten resultieren.

Geothermie in Eßling und Aspern

Seit 2011 wird in Wien-Eßling das größte Geothermie-Kraftwerk Österreichs erreichtet - ab 2014 soll diese ca. 40.000 Wohnungen mit Fernwärme versorgen.

Durchaus "amüsant" die Entstehungsgeschichte dieses Kraftwerks: 1974 bohrte die OMV dort nach Öl - fand aber nur heißes Wasser. Es folgte jahrelange heiße Luft (die Politiker in Sachen "was machen wir damit") - u.a. wurde die Errichtung eines Thermalbades gefordert.

Langsam aber sicher setzte sich aber doch die Idee der Geothermie durch und Wien Energie bohrt bis ca. 5.000 Meter tief in die Erde um dort dann auf ca. 150 bis 200 Grad heißes Wasser zu stoßen mit dem die ca. 20.000 Wohneinheiten der in Planung befindlichen "Seestadt Aspern" (gleich ums Eck) erwärmt werden können. Der Rest wandert ins Netz der Fernwärme Wiens.

Auch ein wenig Methan wird dabei an die Oberfläche strömen, welche Wien Energie gleich zum Abdecken des Energiebedarfes des Kraftwerks "verstromen" möchte.

Die zweite Bohrung (der Abfluß) geht dann auf ca. 3.600 Meter.

Ca. 45 Millionen werden hier in die Zukunft investiert - damit kann die Wien Energie den eigenen Fernwärmehaushalt deutlich ökologischer gestalten als dies derzeit der Fall ist. Ab 2014 rechnet man dann mit zumindest ca. 40 Förderjahren - das riecht nach einer guten Investition.

Geothermie ist in Österreich (mit kleineren Anlagen) auch schon in der steirischen Thermenregion sowie im oberösterreichischen Molassebecken stark vertreten und wird wohl auch in Zukunft eine interessante Rolle im Energiemix spielen.

Geldmarie-Linktipps:

Facebook
Zuletzt verändert: 27. 12. 2011, 17h35