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Die Geldmarie

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Risikoklassen bei Fonds


Risikoklassen bei Fonds

Bei einer Veranlagung in Fonds gibt es natürlich nicht nur Ertragschancen - auch Risken werden (mehr oder minder) eingegangen.

Nahezu jede Fondsgesellschaft definiert für seine verschiedenen Fonds sogenannte Risikoklassen. Die Einteilung dieser Risikoklassen unterliegen keiner Norm - d.h. es kann sogar vorkommen, dass eine Fondsgesellschaft 30 oder mehr Risikoklassen zur Auswahl stellt, welche sich natürlich nicht so stark unterscheiden wie bei einer Gesellschaft, die (wie die meisten) nur ca. 4 Risikoklassen angibt.

Die Geldmarie hat versucht, eine eigene Einteilung in Risikoklassen zu definieren, welche einerseits leicht verständlich ist und andererseits trotzdem klar die Risken bzw. die Philosophie des Fondstyps aufzeigt:

Risikoklasse 1 - Kaum Risiko - Geldmarktfonds

Geldmarktfonds investieren in nur noch kurz laufende, ziemlich sichere und heimische bzw. europäische Staatsanleihen bzw. andere Geldmarktinstrumente. Das Risiko ist hier durchaus überschaubar (wenngleich auch hier Ausfälle möglich sind), die Gewinnmöglichkeiten natürlich aber auch begrenzt. Etwas spekulativer (aber auch noch kaum gefährlich) sind solche Fonds, wenn Sie auch in Fremdwährungen investieren: Hier ist das Kursrisiko allerdings aufgrund der kurzen Restlaufzeiten der verschiedenen Wertpapiere auch nicht sehr hoch.

Geldmarie-Tipp:

Ideal für sicherheitsorientierte Anleger, für Fondseinsteiger oder für Investments mit kurzer Dauer. Da bei solchen Fonds oft überhaupt kein Ausgabezuschlag (oder nur ein geringer) verrechnet wird, ist auch ein sehr baldiger Verkauf nicht unbedingt mit Verlusten verbunden.
Anlagehorizont: Mindestens 1 Jahr.

Risikoklasse 2 - Wenig Risiko - Rentenfonds

Diese Fonds veranlagen hauptsächlich in festverzinsliche Wertpapiere (z.B. Anleihen). Auch hier ist das Risiko eher gering - aber es kann durchaus vorkommen, daß diese Fonds aufgrund massiver Änderungen am Zinsmarkt das eine oder andere Jahr kaum Erträge oder sogar leichte Verluste machen (welche aber in den Folgejahren dann bald kompensiert sein sollten).

Hier bleibt natürlich immer die Frage offen, ob man gerade zu einem günstigen Zeitpunkt in ein qualitatives Portfolio (auch hier gibt es immer ein Ausfallsrisiko) einsteigt bzw. ob ein Währungsrisiko (Anlage außerhalb des Euros) besteht. Alle genannten Risken sind selbstverständlich vice versa auch Chancen!

Geldmarie-Tipp:

Für sicherheitsorientierte Anleger und Fondseinsteiger ist ein Investment in einen Rentenfonds durchaus vertretbar.
Anlagehorizont: 3 bis 5 Jahre oder auch länger.

Risikoklasse 3 - Kalkulierbares Risiko - Mischfonds

Die Bezeichnung Mischfonds ist fast selbsterklärend: Hier wird ein Teil des Geldes in festverzinsliche Wertpapiere veranlagt, ein anderer Teil in Aktien. Wesentlich ist zu erfragen, zu welchen Teilen bzw. in welche Wertpapiere (Inland, Ausland, Sparte etc.) investiert wird. Oftmalig sind Mischfonds (ähnlich wie so manches Bank- oder Versicherungsprodukt) so kalkuliert, dass sich z.B. mit einem ca. 70%igen Anleihenanteil (und somit ca. 30% Aktien) selbst ein Komplettverlust des Aktienteiles nach 5-10 Jahren mit Kapitalerhalt ausgehen würde.

Geldmarie-Tipp:

Eine Möglichkeit zum Reinschnuppern in Aktienfonds. Die Geldmarie ist allerdings von Mischfonds nicht sonderlich begeistert: Denn wenn ich einen Mischfonds mit 50% Aktienanteil und 50% festverzinslichen Wertpapieren kaufe, könnte ich ja gleich mit dem selben Betrag in einen spezialisierten Aktienfonds und einen Rentenfonds einsteigen. Das wäre dann wohl sogar etwas transparenter.
Anlagehorizont: 5 Jahre oder auch länger. Kann natürlich auch schneller "im Plus" sein.

Risikoklasse 4 - Hohes Risiko - Aktienfonds

Auch wenn Aktienfonds (und Aktien sowieso) seit Jahrzehnten fast jeden Vergleich mit Rentenfonds gewinnen: Hier werden Aktien gekauft! Und daher sind diese Fonds fast allen Risken der Kapitalmärkte (Kursverfall, Pleiten, Fremdwährungsrisiko etc.) ausgeliefert. Und Sie somit dem Fondsmanagement. Was ja durchaus auch Positives haben kann, wenn man sich selbst nicht so perfekt am Aktienmarkt auskennt. Erfragen Sie jedenfalls das Anlagegebiet (z.B. Aktien aus Österreich, Aktien aus Europa, Aktien aus den USA, Aktien aus Fernost, Bioaktien, Goldaktien, Mix etc.) - daraus lässt sich auch die Höhe des Risikos etwas abschätzen.

Geldmarie-Tipp:

Nur für risikobereite Anleger. Auch wenn durch die breite Streuung (verschiedene Wertpapiere) weniger Risiko (aber auch weniger Chancen) als beim Selbstkauf eines Einzeltitels besteht - Sie sind hier jedenfalls auf die Qualität des Fondsmanagers angewiesen. Ein schlechtes Zeichen wäre z.B., wenn der Aktienfonds sich dauerhaft schlechter entwickelt, als vergleichbare Konkurrenzfonds bzw. der Aktienindex des Veranlagungsgebietes. Ein guter Fondsmanagement "gewinnt" zumeist gegen den Index!
Anlagehorizont: 1 Jahr oder länger. Kann ob der Aktienveranlagung auch sehr schnell im Plus oder Minus sein. Ob der bei Aktienfonds höheren Ausgabepreise kann es aber (bei ruhigen Märkten) schon eine Weile dauern, bis sich das Investment rentiert.

Risikoklasse 5 - Höchstes Risiko - Hedgefonds

Hedgefonds sind hochspekulative Fonds, weche mittels Derivaten und Leerverkäufen agieren. Bei diesen Spekulationsformen liegt zumeist kein klassisches Grundgeschäft vor. Mittels rechnergestützter Spekulationsgeschäfte ergeben sich hier höchste Ertragschancen, die natürlich aber auch mit Totalverlust enden können.

Geldmarie-Tipp:

Nur für absolute Zocker - sollten Sie kein Lottospieler sein, könnten Sie das ersparte Geld (mit höheren Gewinnchancen) auch in Hedgefonds investieren... Da derartige Fonds ab und an ganze Volkswirtschaften oder zumindest Branchen mit Preisspekulationen (ohne Grundgeschäft) ruinieren, lehnt die brave Geldmarie die meisten Hedgefonds (zumindest moralisch) ab;-)

Weitere Geldmarie-Tipps:

  • Grundsätzlich sind Fonds eine gute Sache für Anleger, die sich nicht selbst um Direktinvestments kümmern können/wollen. Sie sollten aber jedenfalls wissen, was Sie da erwerben!
  • Lassen Sie sich ein aktuelles Prospekt über die Fondsentwicklung, Fondskosten, Ausgabezuschlag, historische Entwicklung etc. aushändigen.
  • Überlegen Sie bei sicheren Fonds, ob nicht ein Einzelinvestment in eine sichere Anleihe (Staatsanleihe, Pfandbriefe) kostengünstiger (weil spesengünstiger) wäre
  • Auch für Fonds benötigen Sie (wie bei Aktien, Anleihen etc.) ein Wertpapierdepot - erfragen Sie die Kosten. Manchmal sind Fonds der Hausbank im Depot günstiger oder gratis
  • Vergleichen Sie die historische Entwicklung - diese kann zwar für die Zukunft keine sicheren Gewinne versprechen, ist aber jedenfalls aussagekräftig, ob bei dieser Fondsgesellschaft gut gearbeitet wurde.
  • Vorsicht vor Fondskeilern: Oft notieren von solchen gekaufte Fonds nicht einmal an einer europäischen Börse. Der Verkauf (wenn sicher dieser überhaupt noch auszahlt) kann dann sehr schwer und kostenintensiv werden.
  • Überlegen Sie bei längerem Anlagehorizont auch einen Einstieg in Fondsprodukte von Versicherungen. Nach 10 bis 15 Jahren haben diese im Vergleich mit den Bankenfonds normalerweise die Nase vorne! (KESt-Befreiung)
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Zuletzt verändert: 23. 02. 2018, 14h30