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Differenzbesteuerung bei Münzen


Differenzbesteuerung bei Silbermünzen oft vorteilhaft

Als man in Österreich und in Deutschland 2016 die Mehrwertsteuersätze auf Silber auf 19% (Deutschland) bzw. 20% (Österreich) erhöhte, wurde die Anlage in Silbermünzen noch ein Stückchen unattraktiver, als sie es ohnehin schon war. Neben der Händlerspanne (Differenz An- und Verkaufspreis) war nämlich ab sofort auch noch die Mehrwertsteuer einzukalkulieren - und 20% muss man einmal aufholen.

Während Gold (Münzen oder Barren) weiterhin mehrwertsteuerbefreit blieb, wurde die Anlage in physisches Silber ähnlich unattraktiv wie schon zuvor in Platin oder in Palladium.

Die Folge: Die Umsätze des noch ziemlich neuen Wiener Philharmoniker in Silber reduzierten sich massiv, auch die Silbermünzen für Sammler bei der Münze Österreich wurden deutlich teurer und verkauften sich sehr schleppend.

Differenzbesteuerung bei Münzen

Was viele Anleger bzw. Münzensammler nicht wissen: Mit der Differenzbesteuerung auf viele Silbermünzen kann man die volle Mehrwertsteuer legal vermeiden!

Die Differenzbesteuerung ist eine Sonderform der Mehrwertsteuer und wird aus der Differenz von An- und Verkaufspreis (=Händlerspanne) gebildet.

Kauft der Händler eine heimische Silbermünze z.B. um 10 Euro, so müsste er beim Verkauf die 20% MWSt. sowie auch seine Spanne hinzurechnen, die Münze könnte demnach im Verkauf rund 15 Euro kosten (= inkl. 20% MWSt. auf den Verkaufspreis plus fast 3 Euro Gewinnspanne für den Händler).

Handelt es sich allerdings um eine Münze, auf welche die Differenzbesteuerung angewandt werden darf (mehr dazu weiter unten), so ist die Steuer nur auf den Unterschied von An- und Verkaufspreis anzuwenden: 10 Euro Ankaufspreis bei 13 Euro Verkaufspreis gäbe demnach eine Differenzbesteuerung von 20% auf die 3 Euro Spanne = 60 Cent, die hier an den Fiskus abzuführen wären. Auf der Rechnung hat dann auch ein Vermerk wie "Keine Mehrwertsteuer ausgewiesen! Differenzbesteuert nach §24 Umsatzsteuergesetz" zu stehen.

Die Differenzbesteuerung beim Kauf von Münzen bringt dem Kunden ca. 10-25% Ersparnis, der Preis einer Einzelmünze darf allerdings nicht höher als 220 Euro sein, was sich bei Silbermünzen aber sowieso fast immer ausgeht...

Ein Praxisbeispiel aus dem Jahr 2018 (bei pro aurum in Österreich online gesehen): Erhielt man für einen silbernen Philharmoniker (1 Unze Silber) beim Verkauf nur bescheidene 12,10 Euro, so musste man für einen Kauf immerhin 17,64 Euro hinlegen. Rund 46% Unterschied...

Für einen differenzbesteuerten American Eagle (Silber, 1 Unze) gab es hingegen im Ankauf 13,90 Euro, im Verkauf waren 16,95 Euro zu zahlen. Vergleichsweise bescheidene 22% Unterschied.

Leider kann die Differenzbesteuerung nur auf Münzen aus Nicht-EU-Ländern angewandt werden, auch wenn der Kauf aus einem Nicht-EU-Land (z.B. der Schweiz) erfolgt (wobei aber noch eine Einfuhrsteuer abzuführen ist) ist die Anwendung möglich.

Geeignete Nicht-EU-Münzen in Silber wären demnach z.B.: Panda, Maple Leaf, Kangaroo, Krugerrand, Kookabura, Lunar, Koala, Britannia, Libertad etc. Auch einige sogenannte "Münzbarren" (wurden in Deutschland zur MWSt.-Umgehung längere Zeit gepresst) könnten via Differenzbesteuerung günstiger gekauft werden. Beachten Sie diesbezüglich aber, dass bei ausländischen Münzen oft eine höhere Spanne zwischen An- und Verkaufspreis besteht!

In Sachen Umgehung bzw. Reduzierung der MWSt. geeignet sind auch alte Schiling-Silbermünzen: 5, 10, 25, 50 oder 100 Schilling in Silber eignen sich wunderbar und machen den Silbereinkauf via Münzen oft sogar günstiger, als wenn man sich Silberbarren zulegt.

Achtung: Auch beim silbernen Wiener Philharmoniker kann es möglich sein, dass dieser in Österreich differenzbesteuert (also billiger) angeboten wird: Wenn z.b. ein älterer Philharmoniker aus einem Nicht-EU-Land vom Händler angekauft wird, gilt es nur die Einfuhrsteuer zu berücksichtigen und dieser kann somit etwas günstiger verkauft werden, als es mit 20% MWSt. der Fall wäre. Neue Philharmoniker (des gleichen Jahres) dürften davon aber ausgeschlossen sein...

So Sie also in (leider nicht gänzlich steuerfreies Silber) anlegen wollen, erfragen Sie beim Münzenfachhändler Ihrer Wahl (bei Banken wird man diesbezüglich leider oft uninformiert sein, die verkaufen mittlerweile fast nur noch "Stangenware") die beste Möglichkeit. Die Differenzbesteuerung auf Silbermünzen sollte den Silbereinkauf aber jedenfalls deutlich günstiger machen.

Ob es generell günstiger ist (in Sachen Preis pro Gramm), in Barren oder Münzen anzulegen, wird hier behandelt: Münzen oder Barren kaufen?

Und last, but not least: In Sachen Münzenkauf finden sich auch oft bei Ebay, willhaben.at etc. deutlich günstigere Angebote, als im offiziellen Handel - da spielt die MWSt. dann nämlich (außer bei Händlern) keine Rolle! Gerne treffen sich die Preise da in der Mitte der (großen) Händlerspannen - was für Verkäufer und Käufer der Münzen durchaus Vorteile hat...

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Zuletzt verändert: 11. 10. 2018, 13h35