Rubriken |
Euro-Dollar-VerhältnisDem Dollar auf den FersenWurde man im 20. Jahrhundert noch zumeist milde belächelt, wenn man außerhalb Europas heimische Schillinge in Landeswährung wechseln wollte, so hat sich diesbezüglich einiges getan. Mit Britischen Pfund (der ursprünglichen "Weltwährung), Französischen Francs, Deutscher Mark oder auch mit Holländischen Gulden war man da schon ein bisschen besser dran... Abgesehen davon, dass man mittlerweise ohnehin sehr viel "plastic-money" (Kreditkarten, Maestro-Karte etc.) mit sich trägt und das lokale Konvertieren in die Landeswährung kaum mehr notwendig ist: Seit seit 1.1.2002 gibt es auch in Österreich eine "Weltwährung" - den Euro. Und der hat sich mit der Weltwährung Nr. 1, dem US-Dollar, gleich ein sehr spannendes Match geliefert. Entwicklung Euro zum US-DollarNachdem der Euro als Buchgeld schon per 1.1.1999 eingeführt wurde, gab es schon am 4.1.1999 den ersten Wechselkurs zum Dollar: 1,1789 US-Dollar erhielt man für einen Euro. Es folgte gleich eine schwere Zeit für das Buchgeld Euro - denn der Euro sank von Anbeginn gleich einmal kräftig im Wert gegenüber dem US-Buck. Am 26.10.2000 wurde dann der (bisherige) Tiefststand erreicht: Für einen Euro erhielt man gerade noch einmal 0,8252 US-Dollar. Doch das Blatt sollte sich wieder wenden - und zwar gewaltig. 2003 konnte man schon wieder die Einstiegsmarke von 1999 (1,1789) erreichen und sogar noch etwas überbieten (1,263). 2004 bis 2006 pendelte das Verhältnis dann in der Bandbreite von ca. 1,16 bis 1,36 Dollar für einen Euro. Die katastrophale Politik der George-Bush-Regierung sowie die 2007 in den U.S.A. einsetzende Subprime-Krise führte dann zu einer weiteren und massiven Abwertung des US-Dollar - die Zinsen wurden massiv gesenkt und Geld von Investoren (und Spekulanten) floss massiv ab. Am 15.7.2008 dann der bisherige Höchststand des Euro gegenüber dem US-Dollar: 1,599 (im Tagesverlauf auch schon über 1,60 gehandelt). Nachdem sich aber herausstellte, dass auch der Euro-Raum massiv in "toxische Wertpapiere" (=riskante Wertpapiere mit hoher Ausfallswahrscheinlichkeit) aus den U.S.A. investiert hatte und auch in Europa Banken sowie Unternehmen einige Leichen im Keller hatten, pendelte sich der Wechselkurs wieder zwischen 1,40 und 1,50 ein (Stand 2010). Auch die Staatsschulden so mancher europäischer Länder (Griechenland) holten das Euroniveau wieder etwas zurück. Kursprognose Euro-US-$Eine seriöse Prognose über die langfristige Entwicklung ist derzeit (und auch sonst) kaum möglich - die Geldmarie meint aber, dass in den nächsten Jahren die im Rahmen der Finanzkrise angehäuften Staatsschulden sich in den U.S.A. negativer auf die Wirtschaft auswirken werden als dies in Europa der Fall sein könnte. Das könnte bedeuten: Weitere Verlust für den US-Dollar. Es bleibt aber auch noch offen, wieweit sich die Kosten für so manches hochverschuldete EU-Land (bzw. Euro-Land) in den nächsten Jahren in Grenzen halten bzw. ob man auch hochverschuldete Staaten in die Euro-Zone eintreten lässt. Die Vernachlässigung bzw. Aussetzung von Konvergenzkriterien ist schon bei einigen Ländern in Diskussion bzw. zu befürchten (Griechenland, Italien, Spanien, Irland, Ex-Oststaaten etc.). Wer kurzfristig von Währungsschwankungen profitieren möchte, sollte Charts beachten und analysieren bzw. eine Münze werfen - die kurzfristige Entwicklung von Währungen ist zumeist reine Glückssache und wird durch Spekulantionen stark beeinflusst. Bezüglich längerfristige Entwicklung sollte man aber auch das starke Aufkommen der Welthandelsmacht China nicht vergessen - die den U.S.A. wahrscheinlich etwas mehr Schaden (in Sachen Billigproduktion) zufügen könnte als Europa. Und plötzlich könnte die Weltwährung Nr. 1 plötzlich "Renminbi" (China) heißen... Auch Russland wird sich früher oder später als absolute Wirtschaftsmacht stärker etablieren und den Rubel wieder rollen lassen. Es bleibt spannend...;-) Noch eine Zusatzinfos für "Schilling-Rechner": Der Tiefstkurs des US-Dollar gegenüber dem damals heimischen Schilling wurde am 19.4.1995 erreicht: 9,48 Schillinge musste man für einen US-Dollar hinlegen. Die Geldmarie weilte übrigens 1995 auf US-Trip - eine billige Reise. Im Vergleich zu Euro-Dollar-Kursen von 1,60 (2008) war das aber noch immer teuer;-) Geldmarie-Linktipps: Zuletzt verändert: 13. 07. 2010, 16h23
|
|