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Miete oder Eigentum?Immobilien mieten oder kaufen - der Versuch eines VergleichsEs soll schon vorkommen, das finanziell gesunde (aber auch ungesunde) Menschen sich ab und an die Frage stellen: Soll ich aus meiner Mietwohnung eine Eigentumswohnung machen (wenn vom Eigentümer ermöglicht) oder soll ich mir anstatt einer Mietwohnung eine Eigentumswohnung zulegen. Nicht selten natürlich auch ein ähnlicher Gedanke: Ersetzen Sie den Begriff "Eigentumswohnung" einfach durch "Haus" oder "Eigenheim". Soweit eine finanzielle Grundlage (ein wenig angespart, gutes und relativ sicheres Einkommen) vorhanden ist und der Bedarf nach mehr Eigentum und mehr Raum gegeben ist (kommt vor allen bei Familien mit Kindern bzw. Menschen, die in einem Haus mit Garten aufgewachsen sind vor), wird dann schön langsam Zeit, einige Berechnungen und Überlegungen anzustellen.
Erst wenn Sie diese Fragen ohne größere Bedenken durchgegangen sind und noch immer Lust am Eigentum verspüren, sollten Sie sich die wesentlichste Frage stellen: "Wieviel Kapital benötige ich für meinen Wohntraum?" Es kann natürlich sein, daß Sie ein Heimwerkermeister sind, der mit einigen Freunden in ein paar Monaten auf billigem Baugrund ein nettes Häuschen rausstampfen kann - da könnten Sie mit 100.000 Euro oder ein wenig mehr schon auskommen. Nur drin wird da nicht viel sein - und schon gar keine interessanten und kostensparenden Optionen in Richtung Energiesparen. Auch kleine Eigentumswohnungen (40m2+) gibt es schon ab 50.000 Euro aufwärts - aber ist das Ihr Familienglück? In solchen Fällen wohl nicht. Für den Single eine (oftmalig) leichte Übung - wenn es allerdings in die Breite gehen soll, dann kann es schon teuer werden. Was auch immer Sie suchen - machen wir doch ein kleines Beispiel, welches in der Praxis gar nicht so selten vorkommt: Sie sind zwischen 30 und 40 Jahre alt, haben noch nichts geerbt (es wird vielleicht auch nicht viel geben), verdienen mit Ihrem Lebenspartner zusammen 3.000 bis 4.000 Euro im Monat, haben halbwegs nette und sichere Jobs und 1 bis 2 halbwegs nette und laute Fratzen. Sich selber, dem Lebenspartner und den Kindern vergönnen Sie etwas mehr Raum und möchten daher am Stadtrand ein Einfamilienhaus mit ein wenig Grün (sagen wir: 500m2 Gesamtfläche) erwerben. Über den Kaufpreis der Grünfläche kann man natürlich jetzt streiten (ist ja von Lage zu Lage unterschiedlich) - aber setzen wir diesen einmal mit (billigen) 100.000 Euro an. 150m2 Wohnfläche + Keller im Fertigteilhaus genügt Ihnen? Moderne Haustechnik (Solar, Erdwärme oder Pellets etc.) und Einrichtung (ein bisserl etwas können Sie ja aus der jetztigen Wohnung mitnehmen) kommen natürlich auch dazu? Die Geldmarie würde meinen: Mit 250.000 Euro sind Sie gut bedient. Damit wären wir also nun bei 350.000 Euro Kapitalbedarf für die Errichtung eines Einfamilienhauses (die Nebenkosten lassen wir hier einmal weg). Angenommen, Sie und Ihr Partner haben schon 150.000 Euro auf die Seite gebracht (wie auch immer - denn da zählen Sie sowieso schon zu den tollsten Sparern): 200.000 Euro gilt es jetzt noch zu finanzieren! Nunmehr sollten Sie nochmalig die oben angeführte Liste durchsehen - denn man baut (wenn schon) meistens nur 1x..... Sie kriegen den Kredit von 200.000 Euro und legen los!
Nun zum vielleicht schon längst erwarteten Rechenbeispiel:
Das entspricht einem Gesamtbetrag von ca. 345.000 Euro (Zinsen und Kapitaltilgung) über die 25 Jahre - und dann gehört das Haus auch Ihnen. Wenn bis dahin keine Stricke reißen....Optimisten können hingegen doch eine Erbschaft, riesige Lohnerhöhungen, Lottogewinne etc. einrechnen - aber trauen Sie lieber der Haushaltsrechnung Ihrer Bank.
Aus der (vereinfachten) Berechnung lässt sich also folgendes ableiten: Wenn Sie in Ihrer gegenwärtigen Wohnung auch ca. 1.150 Euro an Miete (die
Betriebskosten lassen wir ja -wie erwähnt- weg) zahlen, haben Sie höchstwahrscheinlich gewonnen!
Natürlich könnte man jetzt auch die Rechnung aufstellen, wieviel aus den 150.000 Euro Eigenkapital + 345.000 Euro Kreditbelastung geworden wäre...
aber die Rechnung geht hier wahrscheinlich nicht ganz auf: Denn hätten Sie diese nicht ab und an in den Konsum gesteckt und sich mehr gegönnt?
Und Miete (wie hoch auch immer) müssten Sie ja auch weiterhin zahlen.
Auch der Einwand, dass die Immobilie vielleicht in einigen Jahren gar nicht mehr soviel wert sein wird, kann durchaus kommen - die Vergangenheit hat allerdings
meistens Gegenteiliges erwiesen. Vielleicht kostet das Häuschen im Grünen mit Grundstück nun auch schon 600.000 Euro.
Und Ihre Lebenserwartung beträgt statistisch (wenn Sie sich nicht zu sehr abgerackert haben) im Alter von 50 bis 60 noch durchaus 20 bis 40 Jahre oder
mehr...da könnten Sie also noch sehr lange brav Miete zahlen...
Die Geldmarie meint: Wer kann und will, sollte es wagen.
Hinweise: Die ganzen Zahlen des Rechenbeispiels sind inflationsbereinigt zu sehen und beruhen auf Erfahrungswerten aus den vergangenen Jahren. Es wurde versucht, ein realistisches Szenario zu entwerfen (Alter, Einkommen, Finanzierungsbedarf) - welches natürlich im Individualfall beträchtlich abweichen kann. Sehen Sie es als das, was es ist: Ein Beispiel, eine Meinung. Die Meinung der Geldmarie. Geldmarie-Linktipp: Zuletzt verändert: 13. 07. 2010, 00h04
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