Sparen beim Handy
Kostenfalle Mobiltelefon
Einen wesentlichen Beitrag zur Kostensteigerung in den heimischen Haushalten lieferte in den letzten Jahren das Mobiltelefon - in Österreich auch sehr
gerne "Handy" genannt. Auch wenn es in Österreich einen durchaus umkämpften Markt mit mehreren Anbietern gibt und die Preise für die Minute Mobiltelefonie
massiv in die Knie gingen: Es wird wesentlich mehr telefoniert als in den Jahren, wo sich eine Familie einen einzigen Festnetzanschluss (womöglich noch
mit netter Wählscheibe) teilen musste.
Kein Wunder - denn die Freiheit, jederzeit und überall anrufen zu können (und keine "blöde" Schwester blockiert
stundenlang das Telefon) bzw. diskret und absolut privat (das war ja beim Festnetz nicht so sehr der Fall) angerufen zu werden hat schon etwas für sich.
Wobei man natürlich hier das Wort "Freiheit" durchaus diskutieren könnte - denn viele Menschen mutierten in den letzten Jahrzehnten zu "Handysklaven".
Auch die Geldmarie schleppt seit ca. 1995 (und damit zähle ich fast zu den Pionieren) meistens ein Mobiltelefon mit sich herum. Manchmal sogar 2 - in
Spitzenzeiten sogar 3. Denn man möchte ja erreichbar sein - und privat und beruflich halbwegs trennen können.
Auch wenn der statistische Österreicher
"nur" 1 Mobiltelefon besitzt (da rechnet man aber auch die Babys und Greise ein) - mein Umgang mit Handys ist ein durchaus rationeller. Und sparsamer.
Sie werden erstaunt sein: Ich habe trotz geringer Handyrechnungen noch immer eine recht nettes Sozialleben. Wie das gehen kann (zumindest das mit
der Handyrechnung, für das Sozialleben würde diese Rubrik wohl nicht ausreichen) lesen Sie folgend.
Wenn Sie weitere Spartipps in Sachen Handy haben, freut sich die Geldmarie auf Ihre Mail!
Sparen rund um das Mobiltelefon:
Anschaffung eines Handys
- Bei der Erstanmeldung gibt es normalerweise ein neues Handy gratis (oder um ein paar Euro) dazu - Sie haben dann allerdings ein sogenanntes
Vertragshandy und sind zumeist 2 Jahre an den Anbieter gebunden. Gilt nicht für Wertkartenhandys: Die müssen Sie kaufen.
- Kaufen Sie nicht die neuesten Modelle, denn die sind teuer. Schon in 1 bis 2 Jahren werden diese gar nichts bis wenig kosten. Sie müssen ja nicht
die Entwicklungskosten des Handys mitzahlen...
- Viele Mobiltelefone ("Vertragshandys") können mit einer SIM-Karte eines Konkurrenzanbieters nicht verwendet werden und müssen erst entsperrt werden.
Das ist gar nicht so teuer, wie man vermuten mag.
- Wenn Sie nur das Handy wechseln möchten und beim gleichen Anbieter bleiben, gibt es (meistens in Verbindung mit einem Punktesystem) sehr billige
Angebote (ein paar Euro). Beachten Sie aber, daß Ihnen hiefür einige Punkte vom Punktekonto abgezogen werden - das verlängert meistens die Bindung
beim Anbieter.
- Ein Handy pro Person sollte reichen - es sei denn, Sie möchten "privat/beruflich" trennen.
- Gebrauchte Handys gibt es zuhauf und günstig auf Flohmärkten, Auktionshäusern und in den Laden von Freunden und Bekannten. Warum also ein neues
kaufen?
- Bevor Sie Ihr altes Handy in den Müll werfen: Am Flohmarkt oder im Auktionshaus gibt es (selbst bei defekten Geräten) immer Geld dafür!
- Bedenken Sie vor der Anmeldung und Tarif- bzw. Anbieterwahl, mit wem Sie häufig telefonieren - danach sollte sich auch die Handyauswahl (Netzbetreiber)
richten.
Betriebskosten Handy
- Wie schon oben erwähnt: Analysieren Sie zuerst das eigene Telefonverhalten sowie auch das Telefonverhalten von Familie und Freunden - also Leuten,
mit denen Sie häufig telefonieren. Auch Datendienste (SMS, MMS, Internet, Handy-TV & Co.) sind in diese Überlegungen mit einzubeziehen.
- Wählen Sie dann das zu Ihrem Telefonverhalten passende Paket (bzw. auch ein Wertkartenhandy, wenn Sie nicht viel telefonieren)
- Wenigtelefonierer: Prepaid-Karten (Wertkarten) gibt es in jeder Trafik und sind sicher der ideale Einstieg. Für ältere Menschen, die man mit
einem "Nottelefon" ausstatten möchte, sind Wertkartenhandys sicher ideal. Sie sollten nur gut erklärt werden!
- Vieltelefonierer: Pakete ohne Limit wählen (telefonieren, soviel Sie wollen) - hier aber auch auf die Datendienste (SMS & Co.) achten, denn diese
sind oft im Paket nur teilweise dabei (oder gar nicht).
- Durchschnittstelefonierer: Achten Sie vor allem auf die Höhe der Grundgebühr bzw. die Bindung des Vertragshandys. Auch wenn es mühsam erscheint:
vielleicht fahren Sie ja mit einem Wertkartentelefon besser...
- Melden Sie das Festnetz ab! Informieren Sie alle "alten" Anrufer im Festnetz über die Rufnummernänderung.
- Beschränken Sie die Gesprächsdauer auf ein Mindestmaß: Vieles kann man sich auch (viel netter) persönlich sagen.
- Vermeiden Sie im Vorfeld unnötige Telefonate. Im Supermarkt hören Sie z.B. einige davon. "Wenn ich bis 15h nicht anrufe, dann bleibt es dabei" könnte
z.B. ein Satz sein, der ein Gespräch erspart...
- Wenn Sie viele SMS versenden: Kaufen Sie sich SMS-Zusatzpakete. Hat jeder Anbieter.
- Im Internet gibt es viele Gratis-SMS-Dienste. Es sind zwar kleinere Pakete (z.B. 1 SMS pro Tag) - oft hat aber der eigene Anbieter ein Gratiskontingent.
Sie müssen sich nur im Web registrieren.
- Weil wir gerade im Web sind: Viele Daten (Fotos, Texte, Termine etc.) lassen sich auch problemlos via Mail senden.
- Wenn Sie nicht unbedingt eine benötigen: Deaktivieren Sie die Mailbox. Kostet nur Geld und Nerven. Wenn es wichtig ist, wird sowieso wieder
angerufen bzw. Sie können ja zurückrufen, wenn Sie die Nummer sehen und kennen.
- Passen Sie im Ausland auf die noch immer sehr hohen Roaminggebühren auf. Nachdem die Telekombetriebe in Europa oft sehr nahe Verwandte sind, ist die
Einwahl in das Netz der Partnerfirma oft sehr kostengünstig. Wenn Sie im Urlaub (oder auf Geschäftsreise) das Handy unbedingt dabeihaben wollen,
erkundigen Sie sich vorher über die Möglichkeiten im betreffenden Land (über das Web).
- Ein wenig hilft es schon, wenn man im Ausland die Mailbox ausschaltet - bei einer Umleitung fallen übrigens auch sehr hohe Gebühren an.
- Erziehen Sie Ihre Kinder rechtzeitig in Sachen "sinnvolle Verwendung von Telefongeräten". Sie (und die Kinder) werden dafür reichlich entlohnt...
Ein Wertkartenhandy für den Anfang (wann immer Sie diesen auch für sinnvoll erachten) sollte reichen
- Datendienste (SMS, MMS, Internet, Handy-TV usw.) sind noch immer sehr teuer. Spärlich bis gar nicht verwenden.
- Wenn Ihnen Ihre Rechnung zu hoch vorkommt, vergleichen Sie (Link unten) die Tarife. Manchmal zahlt es sich durchaus aus, ein "Lockangebot"
anzunehmen.
- Alte Tarife sind oft ungünstig - man fesselt Sie mit Gutschriften bzw. Gratishandys an diese Verträge. Kalkulieren Sie diese Gutschriften "raus" und
vergleichen Sie dann mit aktuellen Tarifen - die sind zumeist günstiger! Einfach den Vertrag nicht mehr verlängern - der nächste Anbieter wird Ihnen
zumeist auch ein Handy nachwerfen und hat auch seine sonstigen Neukundenaktionen.
- Viele Anbieter schreiben Ihnen für Anrufe aus den Konkurrenznetzen Gebühren gut. Wenn Sie also häufig von Fremden angerufen werden, ist das sicher eine
Überlegung wert. Achten Sie aber hier auf vorhandene Bindung und Punktestand beim derzeitigen Anbieter.
- Wechseln Sie den Anbieter (und die Telefonnummer) nicht zu oft. Die Rufnummernmitnahme ist zwar möglich aber eher unsexy. Ihre Freunde werden es
Ihnen danken.
- Rufen Sie keine Mehrwertnummern an bzw. senden Sie keine entsprechenden SMS - das ist schweineteuer und oft nur ein Nepp!
- Klingeltöne sind zwar für junge und junggebliebende Menschen sehr attraktiv - aber auch sehr teuer. Oft kann man sich den Klingelton gratis im Web
besorgen bzw. via Infrarotschnittstelle vom Rechner auf das Handy laden. Das ist die günstigere Variante.
- Last but not least: Moderne Technologie (z.b. Skype - Voice over I.P.) verwenden - Telefonieren über das Internet ist heute keine Hexerei mehr.
Munteres und intelligentes Handyphonieren zu wünschen!
Geldmarie-Linktipp:
Zuletzt verändert: 26. 12. 2011, 17h08
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