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Die Geldmarie

Das unabhängige Finanzportal

Tipps und Tricks rund um die Marie

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Urheberrecht - Copyright


Urheberrechte im Internet beachten

Neu im Internet gelandet, entdeckt man sehr rasch: Es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Suchmaschinen, Spezialforen, Musikportale uvm. liefern Texte, Musikstücke, Fotos, Grafiken, Programme, Videos uvm. in Sekundenschnelle - gehören aber nicht Ihnen: Das Urheberrecht schützt das geistige Eigentum des Besitzers.

Urheberrechtsverletzungen können teuer werden

Firmen wie auch Private sollten mit fremden Inhalten aus der Fundgrube Internet sehr vorsichtig umgehen - eine Urheberrechtsverletzung ist schnell begangen und ebenso rasch eingeklagt. Und das kann dann wirklich äußerst unangenehm wie auch teuer werden.

Achten Sie daher auch als Privatnutzer des Webs auf folgende Tipps:

  • Fremde Fotos sind in der Regel urheberrechtlich geschützt - verwenden Sie solche keinesfalls ohne Zustimmung des Urhebers (zumeist der Fotograf) bzw. des Rechteinhabers.
  • So Sie sich ein Foto, eine Grafik etc. machen lassen (kaufen), klären Sie vor Veröffentlichung dieses Fotos auch dessen Verwertungsrechte. Im Regelfall wird ein professioneller Fotograf keine Einwände gegen die Verwendung eines Facebook-Profilfotos etc. haben - handelt es sich aber um eine später prominent werdende Person, könnte der Fotograf hier aber schon plötzlich sein Interesse an seinem Urheberrecht haben.
  • Das gilt auch für Kunstwerke (z.B. Fotografien oder Bilder), die Sie selbst besitzen: Auch hier könnte der Künstler noch die Urheberrechte besitzen
  • Vorsicht auch beim Nachbearbeiten (Verändern) von Fotos - Profis finden ihre Fotos im Web trotzdem wieder (den Dateinamen sollten Sie zuerst ändern) - viele Fotos von Profianbietern werden codiert.
  • Passen Sie auch bei Fotos für Ebay (z.B. beim Verkauf) auf - nicht einfach fremde Fotos aus dem Web verwenden!
  • Fotos aus dem Netz in eigene Werbebroschüren integrieren ist zwar leicht, könnte aber (insbesondere bei größerer Verbreitung) auch teuer werden...
  • Vorsicht auch beim Verwenden von Texten - sind diese eine "eigentümliche geistige Schöpfung" eines Anderen, ist lediglich zitieren oder verlinken erlaubt - keinesfalls aber die gänzliche Wiedergabe ohne Erlaubnis des Urhebers.
  • Grafiken und Logos von bekannten Firmen und Marken ohne Zustimmung des Rechteinhabers zu verwenden, kann besonders teuer werden!
  • Auch beim Verlinken seriös agieren - ein "Homepage des Trottels" kann strafrechtliche Konsequenzen haben.
  • Sofern Sie ein öffentliches Forum betreiben bzw. einen Blog führen, sollten Sie auch die Inhalte der User ab und an auf Copyrights (Fotos, Texte, Beleidigungen, üble Nachrede etc.) kontrollieren - und im Falle einer Klagsandrohung umgehend entfernen. Der Verursacher könnte zwar dann noch immer Probleme bekommen, Sie sollten aber als Betreiber mit der raschen Entfernung aus dem Schneider sein...
  • Holen Sie bei fremden Textinhalten ("Content" genannt), Fotos, Grafiken, Logos etc. immer die Zustimmung des Urhebers ein (soweit diese nicht ausdrücklich auf dessen Homepage gegeben wird) - solche Zusagen sind nur in schriftlicher Form (ein Mail sollte reichen) sicher.
  • Tippen Sie keine Texte ab bzw. kopieren Sie diese nicht - wenn schon abschreiben, dann zumindest deutlich umschreiben. Da sind schon einige Politiker beim vermeintlichen Studium daran gescheitert (kopierte Diplomarbeiten)...
  • Auch wenn Sie die Zustimmung des vermeintlichen Urhebers haben - ist sichergestellt, dass dieser diese Texte, Bilder etc. nicht selbst "geklaut" hat?
  • Auch Fotos und Webinhalte ohne dem (c)-Zeichen sind geschützt! Ein "Disclaimer" (eine Art Freizeichnungsklausel ohne Haftungsübernahme auf der eigenen Homepage) hilft nicht gegen Urheberrechtsverletzungen!
  • Gratisfotos bzw. billige und schöne Fotos für Ihre Homepage gibt es im Netz en Masse - siehe Linktipps oder einfach mit "lizenzfreie Bilder" suchen

Strafen bei Urheberrechtsverletzungen

Auch wenn das Internet nunmehr schon lange um die Welt geht - die Judikatur bei Urheber- und Copyrightverletzungen ist noch relativ frisch.

Ein kleines Beispiel aus den ersten Jahren des neuen Jahrtausends (in gebotener Kürze): Fast 10.000 Euro Lizenzgebühr, Schadenersatzforderungen und Anwaltskosten für ein aus dem Internet kopiertes und verändertes Foto, welches durch einen unbedarften Mitarbeiter auf einer unbedeutenden Seite einer bedeutenden österreichischen Gesundheitspage landete.

Ablauf: Der Münchner Urheber (oder dessen Hamburger Anwaltskanzlei) sucht im Net nach seinen Bildern und wird fündig. Eine Forderung mit einer maximalen Summe von ca. 40.000 Euro geht nach Wien. In Wien werden alle nervös und die hinzugezogene Anwältin wirkt auch nicht gerade sattelfest (die Rechtslage war damals noch deutlich unklarer). Das Bild wurde natürlich sofort entfernt - nützte aber nichts und nach langem Hin und Her werden ca. 5.000 Euro gezahlt.

Ein paar Wochen später dann gleich der nächste Brief aus Hamburg: Gleiches Foto - nochmalige Forderung, da das Bild nachweislich (lt. archive.org) schon länger drauf war, als angegeben. Langes Verhandeln, kurzer Sinn: Nochmals 5.000 Euro weg. Wofür? Für nix und wieder nix...für die eigene Dummeheit...

Sie erahnen schon, dass die Geldmarie damals die Hälfte der 5.000 Euro selber zahlen durfte - für ein völlig unbedeutendes Bild. Das wurmt sogar noch heute...

Einen Musterprozess mit Deutschland wollten wir damals mangels Rechtsschutzversicherung nicht führen - schon gar nicht in Hamburg. Dieser Tage würde man sich bei derart unverschämten Forderungen schon ein wenig Zeit nehmen und sogar nach Hamburg fahren und die Unangemessenheit der Forderungshöhe wäre wohl auch sehr leicht nachgewiesen.

In der Regel erhält man heute bei einer Urheberrechtsverletzung zuerst ein Abmahnschreiben eines Rechtsanwaltes (plus Unterlassungsaufforderung), auf welches man unbedingt (nach Prüfung, ob es sich hier nicht um einen Betrüger handelt - auch das soll vorkommen) reagieren sollte. "Das Köpferl in den Sand" kann teuer werden. Oft lässt sich die Forderungssumme auch deutlich verringern - wenn Sie sich also der Urheberrechtsverletzung schuldig fühlen bzw. dies anwältlich abgeklärt haben, wird das in der Regel deutlich billiger als oben erwähnt.

Das rasche Entfernen der geklauten Inhalte, Bilder, Grafiken etc. bringt dann nichts mehr - die Beweise sind schon längst gesichert und auch nach Entfernung leicht nachzuweisen.

Im Normalfall ist eine außergerichtliche Einigung günstiger - nur in Extremfällen sollte man sich hier auf Prozesse einlassen (eine gute Rechtsschutzversicherung sollte da aber schon vorhanden sein).

In Sachen Musikpiraterie nur eine Empfehlung: Die legalen Downloads (bzw. Streams) sind heute schon derart günstig, dass sich Wickel mit der Musikindustrie gar nicht mehr wirklich auszahlen.

Last but not least: Die Urheber müssen ja schließlich auch ein Auskommen bzw. Einkommen finden - "alles gratis" wäre zwar nett, spielt es aber nicht immer.

In Sachen Zores mit Urheberrecht, Copyright etc. sei Ihnen übrigens Spezialist Dr. Johannes Öhlböck empfohlen - der Mann beteibt selber erfolgreich Internetseiten und versteht sein Handwerk tatsächlich. Link in der Linksammlung!

Unterschätzen Sie die Gefahren der Urheberrechtsverletzung keinesfalls - inzwischen sind in Österreich und Deutschland schon unzählige Personen in der "Abmahnindustrie" beschäftigt und durchkämmen laufend das Netz: Auf der Suche nach kostspieligen Fehlern!

Geldmarie-Linktipps:

Zuletzt verändert: 11. 10. 2018, 16h51