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Die Geldmarie

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Kalte Progression


Die kalte Progression - eine versteckte Steuererhöhung

Ein Ärgernis besonderer Art für Steuerzahler ist die kalte Progression. Wie der Name schon verrät, handelt es sich dabei um keine angenehme Angelegenheit - vielmehr um eine versteckte Steuererhöhung, welche jedes Jahr die Einkommensteuerzahler trifft.

Durch die kalte Progression resultieren höhere Steuerleistungen wie folgt: Der Fiskus hat die Eckdaten des Einkommensteuertarifes (den aktuellen Einkommensteuertarif in Österreich finden Sie hier: EST) nicht indexiert (z.B. an die Inflationsentwicklung oder die Lohnentwicklung laufend angepasst) - daraus resultieren Jahr für Jahr höhere Steuerleistungen.

Ein einfaches Beispiel zur Erklärung der kalten Progression:

Sie haben im Vorjahr 24.000 Euro brutto verdient und müsste dafür 4.745 Euro Einkommensteuer leisten. Das im österreichischen Stufentarif 2 (Stufe 1 wäre ohne EST) der Einkommensteuer einer EST-Leistung von 19,77 Prozent.

Eine Lohnerhöhung bringt Ihnen (inklusive kollektivvertraglicher Erhöhung) heuer einen Bruttolohn von 26.000 Euro. Damit fallen Sie plötzlich in Stufe 3 des EST-Tarifes und somit sind 5.542 Einkommensteuer zu entrichten. Das sind immerhin schon 21,32% vom Jahresbrutto...

Für eine Lohnerhöhung von 8,33% zahlen Sie aber plötzlich um 16,80 Prozent mehr Steuer - der Finanzminister freut sich und Sie wundern sich...

Politische Kritik an kalter Progression

Nicht zu Unrecht gibt es immer wieder politische Kritik an der kalten Progression in Österreich (und auch anderen Ländern): Weniger Netto vom Brutto ist auch der kalten Progression geschuldet - die kalte Progression macht insbesondere dem Mittelstand schwer zu schaffen.

Gibt es in Ländern mit einem ähnlichen Stufentarif wie in Österreich längere Zeit keine Steuerreform (keine Reform der Stufen), bringen Inflation und Lohnerhöhungen die Steuerlast automatisch und Jahr für Jahr ins Anschwellen. Jedes Jahr ohne Steuerreform ist somit ein Jahr mit Steuererhöhung!

Dies kann eigentlich nur durch ein laufende Anpassung des Steuertarifes an die Inflation bzw. das BIP (eine weitere Variante) vermieden werden - Kritiker einer solchen Anpassung weisen allerdings (nicht zu Unrecht) auf eine Inflationsfördernde Wirkung einer solchen automatischen Anpassung hin.

Lässt man die Stufen gleich, müssten eben die Tarife gesenkt werden - Anhänger der Flat-Tax fordern gar die Abschaffung der Steuerprogression.

In der Schweiz gibt es diesbezüglich eine sehr interessante Lösung: Seit 2010 wird die kalte Progression jährlich ausgeglichen. Auch eine Anpassung bei Überschreiten gewissen Grenzwerte (z.B. 10% Inflation im Beobachtungszeitraum) wäre eine denkbare Lösung dieser unangenehmen, heimlichen Steuererhöhung.

Die kalte Progression: Der Feind des Mittelstandes.

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Zuletzt verändert: 12. 05. 2014, 13h20