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Sonderausgaben


Sonderausgaben bei Jahresausgleich/Einkommensteuererklärung

So manche private Ausgabe wird im Staate Österreich gefördert bzw. begünstigt. Diese Begünstigung kommt zumeist durch den Umstand einer förderungswürdigen (aus der Sicht der Gesetzgebung) Ausgabe zustande. Da insbesondere bei der Arbeitnehmerveranlagung (= Jahresausgleich) Frau und Herr Österreicher oft nicht wissen, welche Sonderausgaben auch wirklich förderungsfähig (=steuerlich begünstigt) sind, versucht die Geldmarie Ihnen folgend das Studium von langen Steuerfibeln bzw. das Konsultieren eines Steuerberaters zu ersparen.

Bitte beachten Sie aber: im Rahmen des Jahresausgleiches gibt es auch noch einige weitere Steuerabsetzbeträge (z.B. Werbungskosten, Pauschalen, außergewöhnliche Belastungen etc.), die wir noch in anderen Rubriken abhandeln werden. Hier soll es ausschließlich um jene Absetzbeträge gehen, die auch steuerlich als "Sonderausgaben" bezeichnet werden. Diese gelten natürlich auch für die Einkommensteuererklärung.

Höhe der Sonderausgaben:

Bei den Sonderausgaben handelt es sich um einen eigenen Begriff, der einer betraglichen Maximierung unterliegt. Diese werden zusammengerechnet (und daher oft auch als "Topf-Sonderausgaben" bezeichnet. Der persönliche Höchstbetrag beträgt derzeit (für das Jahr 2011, 2012, 2013) Euro 2.920,--.

Für Alleinverdiener, Alleinverdienerinnen, Alleinerzieherinnen oder Alleinerzieher beträgt dieser Euro 5.840,-- (also das Doppelte). Ab 3 Kindern erhöht sich dieser für den Berechtigten um weitere 1.460 Euro (auf 4.380 Euro bzw. 7.300 Euro).

Wenn Sie überhaupt keine Sonderausgaben haben, wird trotzdem eine Sonderausgabenpauschale von 60 Euro von den steuerlich heranziehbaren Einkünften abgezogen. Auch eine Minimierung gibt es: Unter 240 Euro werden die Sonderausgaben nicht berücksichtigt. Bei manchen Sonderausgaben kommt kein Höchstbetrag zur Anwendung (siehe unten).

Bis zu Einkünften von 36.400 Euro können Topf-Sonderausgaben in Höhe eines Viertels geltend gemacht werden. Von 36.400 bis 60.000 Euro Gesamteinkünfte werden die Topfsonderausgaben eingeschliffen, d.h. sie werden aliquot gekürzt (was man auch unter Einschleifregelung kennt. Ab 60.000 Euro gibt es (erstmals ab der Veranlagung 2009) einen Pauschalbetrag.

Welche Sonderausgaben gibt es?

  • Versicherungsprämien: Prämien zu Personenversicherungen (Krankenversicherungen, Unfallversicherungen, Lebensversicherungen, Pflegeversicherungen, Rentenversicherungen etc.). Ihre Versicherung sollte Ihnen ab Feber des neuen Jahres die genauen Zahlen mitteilen können. Achten Sie aber insbesondere bei jüngeren (Abschluss nach dem 1.6.1996) Lebens- und Rentenversicherungen darauf, daß eine steuerlichen Geltendmachung nur mehr möglich (und sinnvoll) ist, wenn diese als "lebenslange Rente" ausbezahlt werden soll. Ansonsten droht (bei Kapitalentnahme) Nachversteuerung! Einmalerläge (also keine Ansparversionen) sollten bei vielen auf 10 Jahre verteilt werden (ist aufgrund der jährlichen Maximierung oft sinnvoller). Weitere Infos in der entsprechenden Rubrik.
  • Freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung + Nachkauf von Versicherungszeiten - Höhe unbeschränkt!
  • Leibrenten und dauernde Lasten - Höhe unbeschränkt!
  • Beiträge zu Pensionskassen
  • junge Aktien, Wohnsparaktien, Genussscheine, Wandelschuldverschreibungen
  • Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung (Wohnrauminstandsetzung, Herstellungsmaßnahmen) Bei Kredit: Rückzahlungsbeträge + Zinsen
  • Kirchenbeiträge an anerkannte Religionsgemeinschaften - maximiert mit 200 Euro (2009 bis 2011, vorher 100 Euro), 400 Euro ab dem Veranlagungsjahr 2012
  • Kosten für Steuerberatung - Höhe unbeschränkt!
  • Spenden an bestimmte Forschungs- und Lehreinrichtungen bzw. per Bescheid der Finanzverwaltung begünstigte Vereine und Einrichtungen bis zu 10% der Einkünfte des Vorjahres

Sollten Sie zur obigen Liste noch Detailfragen haben (z.B. bei Wohnraumschaffung, Sanierung, Versicherungsprämien etc.), finden Sie die Antworten mit einiger Sicherheit auf den Ausfüllhilfen des Finanzamtes (Link unten). Bitte beachten Sie jedenfalls, daß es sich hiebei um Ausgaben handeln muss, die Sie im entsprechenden Jahr gemacht haben - wenn Sie also z.B. die neuen Fenster erst im Jänner bezahlen, können Sie diese erst beim Jahresausgleich des neuen Jahres (also ein Jahr später) absetzen.

Die Geldmarie meint: Vergessen Sie keine Sonderausgabe anzugeben - es ist Ihr gutes (steuerliches) Recht!

Geldmarie-Linktipp:

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Zuletzt verändert: 02. 01. 2014, 16h55