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Spekulationsfristen und Spekulationssteuer


Spekulieren ist einkommensteuerpflichtig

Eine in Österreich immer wieder diskutierte Steuer war und ist die Einkommensteuer bei Vorliegen eines Spekulationsgeschäftes. Besonders häufig wurde diese "Spekulationssteuer" (wie sie fälschlicherweise genannt wird) bei Wertpapieren diskutiert - mit Vorliebe wurde diese nämlich sehr oft nicht an den Fiskus abgeführt (bis 2011/2012 dann die Wertpapier-KESt. eingeführt wurde). Aber auch andere steuerpflichtige Transaktionen werden und wurden häufig von den Steuerzahlern "vergessen"...

Wir haben für Sie hier zur Info auch noch die alte Regelung bis 1.4.2012 aufgelistet - diese wurde aber seit 1.4.2012 durch die "Wertpapierzuwachssteuer" und die "Immobiliensteuer" ergänzt bzw. abgelöst. So Sie nur von der neuen Regelung betroffen sind, finden Sie hier auch Hinweise und Verweise auf die aktuell geltenden Spekulationssteuern in Österreich.

Welche Spekulationseinkünfte sind steuerpflichtig?

Laut § 30 Einkommensteuergesetz (EStG) 1988 unterliegen folgende Geschäftsfälle der Spekulationsbesteuerung (Achtung, alte Regelung, gilt nur für Spekulationseinkünfte bis 1.4.2012!)

  • Verkauf von privat genutzten Wirtschaftsgütern (wie z.B. von Antiquitäten, Kunstwerken oder Sammlungen aller Art)
  • Verkauf von bebauten oder unbebauten Grundstücken ("grundstücksgleichen Rechten") des Privatvermögens (Betriebliche Grundstücke: siehe Link ganz unten), Achtung: Seit 1.4.2012 durch die Immobiliensteuer neu geregelt!
  • Verkauf von privaten Wertpapieren (Aktien, Anleihen, Investmentfondsanteile), sonstigen Beteiligungen und Forderungen - Achtung: Seit 1.4.2012 durch die neue Kapitalersteuerung (Veräußerungsgewinne aus Finanzvermögen) neu geregelt - siehe Aktiensteuer-Wertpapier-KESt.

Immobiliensteuer seit 1.4.2012

Per 1.4.2012 hat sich bei der Besteuerung von Immobilienverkäufen einiges getan: Bei Immobilien, welche vor dem 1.4.2002 erworben wurden, ist beim Verkauf dann eine Steuer von 3,5% des Verkaufserlöses abzuführen (=25% von 14%). Erfolgte eine Umwidmung ab 1.1.1988 (in Bauland), so sind 15% des Grundstücksverkaufserlöses (=25% von 60%) zu versteuern.

Hauptwohnsitze (so innerhalb der letzten 10 Jahre mindestens 5 Jahres als Hauptwohnsitz genutzt bzw. mindestens 2 Jahre zwischen An- und Verkauf durchgehend vom Verkäufer bewohnt) sind steuerfrei.

Für nach dem 1.4.2012 verkaufte Nebenwohnsitze, Vorsorgewohnungen u.ä. fallen aber dann 25% des Verkaufsgewinnes (Verkaufspreis minus Kaufpreis) als Steuer an. Instandhaltungskosten, Herstellungsaufwendungen etc. (Rechnungen aufheben!!!) können aber gewinnmindernd gegengerechnet werden.

Nach zehn Jahren Behaltedauer kann man dann auch einen jährlichen Inflationsabschlag von 2,0 Prozent geltend machen, welcher mit maximal 50 Prozent vom Verkaufspreis gedeckelt ist.

Achtung: Weitere Informationen zur neuen Immobiliensteuer bzw. Umwidmungsabgabe finden Sie in der entsprechenden Rubrik bzw. bei den Linktipps.

Spekulationsfristen lt. § 30 EStG (Alte Regelung!)

Die Spekulationfrist beschreibt den zeitlichen Abstand zwischen Anschaffung und Veräußerung einer Sache und beträgt:

  • 10 Jahre bei (bebauten oder unbebauten) Grundstücken. Hat man innerhalb von 10 Jahren nach dem Kauf einen Herstellungsaufwand auf 15 Jahre gemäß § 28 Abs 3 EStG 1988 geltend gemacht, verlängert sich diese Frist auf 15 Jahre. Achtung: Gilt nur bis 1.4.2012!
  • 2 Jahre bei selbstbewohnten (ununterbrochener und durchgehender Hauptwohnsitz, keine zwischenzeitliche Vermietung!) Eigenheimen und Eigentumswohnungen.
  • 1 Jahr bei weiteren privaten Wirtschaftsgütern wie Wertpapiere, Beteiligungen, Forderungen, Termingeschäfte u.ä. - Achtung: Mit Wirkung 1.1.2011 (ab 1.4.2012 als Direktabzug) sind Veräußerungsgewinne aus Finanzvermögen generell steuerpflichtig - mehr Infos finden Sie dazu unter Aktiensteuer-Wertpapier-KESt.

Keine Spekulationsfrist gibt es übrigens für selbsthergestellte Gebäude - hier wird dann nur das Grundstück herangezogen. Beim Verkauf einer Erbschaft wird die Besitzzeit des Vorgängers (Erblassers) miteingerechnet.

Berechnung der Spektulationseinkünfte bei bebautem Grund und Boden (Alte Regelung!)

  • Verkaufserlöse
  • - Ursprüngliche Anschaffungskosten
  • - Herstellungsaufwand
  • - Instandsetzungsaufwendungen aus einer zwingenden oder wahlweisen Zehnjahresverteilung, wenn die Zehntel Zeiträume nach dem Verkauf betreffen
  • - Werbungskosten
  • + Differenz zwischen verteilten Herstellungszehntel/fünfzehntel lt. § 28 (3) EStG und einem Nachversteuerungsbetrag gem. § 28 (7) EStG
  • + Afa-Beträge, welche bei Ermittlung außerbetrieblicher Einkünfte abgezogen wurden
  • + Steuerfreie Subventionen
  • = Spekulationseinkünfte nach § 30 (4) EStG 1988

Die Freigrenze für Spekulationseinkünfte beträgt 440 Euro - darüberliegende Beträge sind voll steuerpflichtig.

Die Spekulationserträge sind in der Einkommensteuererklärung anzugeben. Weiterführende Informationen und Links (zu den neuen Bestimmungen in Sachen "Immobiliensteuer neu" und "Steuer auf Wertpapiergewinne") finden Sie auf der Homepage des BMF (siehe Link unten).

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Zuletzt verändert: 24. 06. 2013, 16h22