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Vermögenssteuer


Vermögenssteuern im Vormarsch

Als Vermögenssteuer bezeichnet man Steuern auf bewertbares Vermögen (Eigentum). Die oft auch als "Reichensteuer" bezeichnete Steuer hat zumeist einen sehr niedrigen Steuersatz (z.B. 0,5% des definierten Vermögens pro Jahr), welcher zumeist keiner Progression unterliegt. Vielfach sind Vermögenssteuern aber mit einem Freibetrag ausgestattet (z.B. Steuerleistung erst ab 1 Mio. Euro Grundbesitz etc.).

Die klassische Vermögenssteuer wurde 1993 (auch aufgrund der schweren Abwicklung und Erfassung) in Österreich abgeschafft, per 1.8.2008 wurde auch die Erbschaftssteuer (vorläufig) auf Eis gelegt.

Die Definition einer Vermögenssteuer ist weitläufig interpretierbar - klassische Beispiele könnten hier aber folgende Steuern sein: Grundsteuer, Erbschaftssteuer, Schenkungssteuer, Vermögenssteuer auf Besitz, KFZ-Steuer, Luxussteuer, Wertpapiergewinnsteuer, Hundesteuer etc.

Vermögenssteuern in Österreich gering

Während die Abgabenquote (die Summe der Steuern und Abgaben gemessen am BIP) in Österreich ziemlich hoch ist (lag die letzten Jahre konstant über 42%), sind Vermögenssteuern in Österreich noch immer sehr selten anzutreffen und betrugen in den letzten Jahren immer ca. 0,5% bis 0,6% des BIP.

Ähnliche Zahlen zuletzt auch in Deutschland: Die Vermögenssteuern lagen zumeist knapp unter einem Prozent des BIP, die Abgabenquote der Deutschen lag um die 40%.

Damit sind beide Länder bei den Vermögenssteuern ziemlich im hinteren Feld (also sehr wenig Vermögenssteuern), während die Gesamtsteuerbelastung im oberen Drittel vergleichbarer Länder angesiedelt ist. Im OECD-Schnitt betrugen die Vermögenssteuern durchschnittlich knapp unter 2 Prozent des BIP.

In den USA und in Großbritannien sind Vermögenssteuern hingegen relativ häufig anzutreffen und vergleichsweise höher, während die Gesamtsteuerbelastung im Verhältnis zum BIP eher geringer ist als in Deutschland oder Österreich.

Vermögenssteuern stark im Trend

Ob der großen Probleme bei den internationalen und nationalen Staatsfinanzen ist die Einführung von Vermögenssteuern wieder deutlich häufiger ins Gerede gekommen - vor allem Linksparteien oder Populisten schlagen laufend neue Vermögenssteuern ("Reichensteuer") vor und können damit politisch punkten.

Konservative Parteien geben hier natürlich Kontra und versuchen die Debatte mit dem Argument der bereits erfolgten Besteuerung des Vermögens zu entschärfen. Das gelingt aber nur zum Teil erfolgreich - die linke Fraktion hinterfragt nämlich z.B. auch die Leistung beim Erben oder Beschenktwerden.

Zu hohe Vermögenssteuern (bei gleichzeitig hoher Abgabenquote) könnte aber auch zur Steuerflucht führen - und da gibt es nach wie vor sehr viele Möglichkeiten. Ein Staat wie Österreich oder Deutschland sollte sich also hüten, bei den Vermögenssteuern zu stark auf's Gas zu steigen.

Sehr schwierig ist auch die Erfassung (Zuordnung) von so manchen Besitztümern - Gold, Namensaktien in Papierform oder Depots im Ausland sind wohl für die Steuerbehörden eher schwer greifbar.

In Sachen Immobilienbesitz sollte man auch sehr wohl Sorge tragen (mit hohen Freibeträgen für "normale" Besitztümer), dass man hier den Mittelstand nicht noch weiter belastet und damit dezimiert.

Überhöhte Vermögenssteuern (in Verbindung mit hohen Abgabequoten) machen einen Wirtschaftsstandort unattraktiv - das Abwandern bzw. Ausweichen der Reichen wäre zum Teil vorprogrammiert.

Vermögenssteuern sind allerdings schon ob der Überalterung der europäischen Bevölkerung ein Thema, welches uns sicher noch die nächsten Jahrzehnte beschäftigen wird - Hand in Hand gehend mit der aktuellen Staatsverschuldung.

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Zuletzt verändert: 19. 11. 2012, 16h02