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Die Geldmarie

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Polizzencheck


Ein Polizzencheck kann sinnvoll sein, aber...

Wer kennt denn den Standardsatz nicht: "Haben Sie ein wenig Zeit - ich möchte Ihnen einen unverbindlichen und kostenlosen Polizzencheck anbieten". Häufig am Telefon und dabei meistens von Menschen mit unterdrückter Rufnummer und höflicher Stimmen - von welchen Sie noch nie gehört haben (auch wenn angeblich ein gemeinsamer Bekannter gemeint hat, dass Sie da sicher Interesse hätten, auch zu profitieren...).

Wenn Sie nicht von freiberuflichen und selbternannten Finanzberatern schon die Nase voll haben, kann es durchaus Sinn machen, diesen armen Menschen, die sich meistens durchs Telefonbuch wählen (und quälen) ein wenig Zeit zu schenken. Insbesondere, wenn Sie selbst keinen vertrauenswürdigen und qualifizierten Finanz- und/oder Versicherungsberater haben.

Denn die Sache ist wirklich unverbindlich und kostenlos (sollte jemand wirklich Geld für eine Finanzberatung wollen, werfen Sie diesen unverzüglich aus der Leitung oder der Wohnung).

Der nette Mensch (egal ob Mann oder Frau) wird Ihnen nach anfänglicher Auftauphase (mit ein paar gelernten Höflichkeiten) erklären, dass er die "Lizenz zum Finanzoptimieren" hat - und da wäre mit Sicherheit auch für Sie etwas drin. Denn nahezu jeder Österreicher hat etwas davon: Autoversicherung, Kredit, Haushaltsversicherung, Lebensversicherung, Bankkonto, Bausparvertrag, Überziehungsrahmen, Kreditkarte etc.

Der mutige Polizzenchecker (fragen Sie doch gleich am Telefon, wer sein Arbeitgeber ist, dann wissen Sie schon sehr viel) wird Sie dann auch tatsächlich durch so manche Lebenslage (Kinder, Beruf, Finanzen, Bausparen, Versicherungen, Auto, Haus, Pläne, Unfallvorsorge, Pension, Kreditkarte, Kredit etc.) führen und die vorhandenen Polizzen, Verträge und Pläne genau mitschreiben. Der besonders gute Berater wird Ihnen in dieser Kennenlernphase mit Sicherheit noch keine Angebote vorlegen: Denn zuerst muss einmal genau analysiert werden, was man Ihnen optimieren (verbilligen bzw. stornieren oder reduzieren) bzw. verkaufen (verteuern) kann. Diese Analyse erfolgt zumeist einmal im Büro des Vertreters (ohne Ihre Anwesenheit) - ein Folgetermin sollte aber schon gleich vereinbart werden.

Schon sehr schnell wird man beim Einstiegsgeschäft KFZ (Auto oder Motorrad) Möglichkeiten finden - es sei denn, Sie haben gerade einen Topvertrag beim Billigstbieter abgeschlossen: Auch Anerkennung der Konkurrenz ist eine Verkaufsmethode (schafft Sicherheit). Auch bei der Haushaltsversicherung oder der Eigenheimversicherung kann man oft sehr leicht sparen (hoffentlich nicht bei den Leistungen). Der Kredit ist gleichfalls und mit einiger Sicherheit optimierungsfähig.

Gefährlich wird es aber dann, wenn der gute Mann (die gute Frau) sich auf Ihre private Pensionsversicherung bzw. ein Vorsorgeprodukt stürzt. Wenn hier gemeint wird, man habe etwas besseres und ertragreicheres (kann schon sein, wird aber wahrscheinlich nicht sein, wenn man das Produkt genau bezüglich Risiko und Garantie vergleicht) im Hause, dann sollten Sie vorsichtig sein bzw. das Gespräch bald abbrechen. Denn mit einiger Sicherheit möchte der unseriöse Vertreter ein normales Versicherungsprodukt (welches er auch hat, aber natürlich nicht anbieten kann, weil Sie es schon haben) schlechtreden und Ihnen ein neues "vielversprechenderes" verkaufen (andrehen).

Verständlich wäre es ja noch, wenn man Ihnen die 30 Euro, die man aus dem Polizzencheck (oder Finanzcheck) spart, in eine Kaptialversicherung oder einen Ansparplan investiert. Sollte die Optimierung der anderen Verträge/Polizzen mit gleichen Leistungen erfolgt sein, wäre das durchaus ein Weg, der auch die Bemühungen des Beraters honoriert. Sollte aber eine Prämienfreistellung einer Versicherung oder gar ein Rückkauf einer bereits laufenden Versicherung (es sei denn, diese war wirklich eine Schnapsidee Ihrerseits - das sollten Sie aber lange überdenken) angedacht werden: Letzte Warnung - ein Finanzprofi macht so etwas nur, wenn es auf alleiniges Betreiben des Kunden zurückzuführen ist.

Sie haben nun ein paar nette Offerte vorliegen (die Sie ob der Stornofristen und anderen Umständen sowieso nicht gleich abschließen können). Vergleichen Sie diese nun unbedingt mit Ihren alten Produkten. Wenn Sie es selber nicht schaffen, lassen Sie einen weiteren Profi ran: Ihre Noch-Bank oder Noch-Versicherung sollte eigentlich um Sie kämpfen wollen (es sei denn, Sie waren ein schlechter, negativer Kunden). Und damit sind Sie schon Sieger.

Bevor Sie sich nun für den neuen Anbieter (und dessen Offerte) entscheiden: Fragen Sie den Finanzberater, wie lange er schon beim aktuellen Arbeitgeber ist bzw. welchen Beschäftigungsstand er hat. Diese Frage ist gegenüber jüngeren Semestern mit soliden Absichten durchaus unfair - aber deren Beantwortung sollte auch ein Entscheidungskriterium sein. Denn die Fluktuation im Segment der Finanzdienstleistern ist bei den meisten Anbietern (und auch bei Versicherungsangestellten) äußerst hoch. Es kann durchaus passieren, dass derselbe Mitarbeiter im nächsten Monat nicht mehr errreichbar ist und Sie sich bei Versicherungsfällen oder Änderungswünschen an die (sicher sehr mühsame) Telefonhotline wenden dürfen.

Auch bei Streitfällen (Stichwort: Kulanz bei nicht gedeckten Versicherungsfällen) ist es gut, wenn der Mitarbeiter schon länger im Unternehmen ist bzw. überhaupt bei dem Unternehmen ist, welches er Ihnen vermittelt hat. Und das ist ein unabhängiger Finanzberater selten. Somit dürfen Sie sich oftmalig den ganzen Kram selber erledigen. Wenn Sie mehrere Versicherungen beim gleichen Unternehmen (Betreuer) haben und dort über viele Jahre ein "Braver" waren (soll heißen: Sie haben mehr gezahlt als kassiert), wird Ihnen eine wirtschaftlich denkende Versicherung sicher entgegenkommen. Über 50% der Österreicher legen Wert auf einen eigenen Betreuer (Bank, Versicherung) - sie wissen warum.

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Zuletzt verändert: 17. 10. 2018, 12h51