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Die Geldmarie

Das unabhängige Finanzportal

Tipps und Tricks rund um die Marie

Rubriken

Versicherungsberater


Berufsbild Versicherungsberater

Vorwort

Nicht unbedingt ein guter Ruf ist es, der dem Berufsbild Versicherungsberater nach wie vor anhaftet. Als die Geldmarie vor vielen Jahren den (damals noch) geachteten und sicheren Bankjob an den Nagel hing und vorsichtig in eine Versicherung in Sachen "Mitarbeiter im Außendienst gesucht" reinschnupperte, rümpften einige im Umfeld ganz ordentlich die Nase. Vom "Versicherungsheini" bis zum "Versicherungskeiler" war da einiges zu hören.

Das Naserümpfen wurde aber von Jahr zu Jahr weniger - und einige Nasenrümpfer wurden später sogar durchaus zufriedene Stammkunden.

Die Geldmarie verdient auch heute noch die Butter auf's Brot mit der Betreuung von Stammkunden. Und übt diese Tätigkeit (nunmehr als Versicherungsagent) äußerst gerne aus:

Denn es ist ein schöner Beruf, ein Beruf mit vielen Herausforderungen, ein interessanter Beruf, ein lehrreicher Beruf, ein Beruf mit Menschen, ein Beruf mit interessanten Kollegen, ein abwechslungsreicher Beruf, ein fordernder Beruf, ein einträglicher Beruf. Ein empfehlenswerter Beruf.

Der Versicherungsberater

Als Versicherungsberater (bzw. Versicherungsangestellter im Außendienst) sind Sie Angestellter eines Versicherungsunternehmens. Sie erhalten von diesem Unternehmen eine umfangreiche fachliche Ausbildung und können umgehend Ihrer Aufgabe nachgehen:

Ihre primäre Aufgabe ist der Neuabschluss von Versicherungen - bzw. die Betreuung von eventuell zugewiesenen Versicherungsverträgen oder Beständen anderer (ausgeschiedener, pensionierter, fauler, unfähiger etc.) Mitarbeiter.

Ihre Aufgaben erhalten Sie relativ klar definiert: In Zahlen. Sie sind also ein leistungsorientierter Angestellter, wie es leistungsorientierter kaum mehr geht.

Entlohnung, Gehalt

Für den Abschluss von neuen Versicherungsverträgen aller Art erhalten Sie eine Abschlussprovision und für die Weiterbetreuung der Kunden die sogenannte Folgeprovision. Die Höhe dieser Provisionssätze weichen von Versicherung zu Versicherung bzw. von Versicherungssparte zu Versicherungssparte (Lebensversicherung, Haushaltsversicherung, KFZ-Versicherung etc.) ab.

Prinzipiell erhalten neue Mitarbeiter nur ein kleines Fixum, welches aber anfangs um sogenannte "Aufbauzuschüsse" (die nach und nach weniger werden) ergänzt werden. Auch ein individuelles Kilometergeld erhält man zumeist - sofern der eigene PKW für die Dienstfahrten verwendet wird. Für die Gewährung dieses Kilometergeldes ist ein Fahrtenbuch zu führen. Die Differenz zum amtlichen Kilometergeld kann man sich im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung (Jahresausgleich) zurückholen. Das Kilometergeld ist übrigens oft ein variabler (verhandelbarer) Gehaltsbestandteil.

Nachdem es zumeist nur 12 Gehälter (+ Zusatzprämien) gibt, kann man die Arbeitnehmerveranlagung durchaus als 13. Gehalt bezeichnen - denn auch andere Arbeitsmittel, die der Arbeitgeber vielleicht nicht ersetzt (Geschenke, Essen, Mobilelefon, Internet privat, Diäten etc.) kann man steuerlich geltend machen.

Viele Unternehmen haben aber (ähnlich dem 14. Gehalt) auch diverse Sonderzahlungen für Außendienstmitarbeiter parat - oft allerdings erst nach einigen Monaten Betriebszugehörigkeit.

Auch mit Wettbewerbspreisen lässt es sich im Versicherungsaußendienst hervorragend verdienen - in guten Zeiten kommen da schon noch ein paar Tausender im Jahr dazu...

Auch Karrierezulagen haben die meisten Versicherungen. Wenn Sie also brav die gesteckten Ziele erfüllen, erhöhen sich zumeist auch diese Zulagen und vielleicht sogar das Fixum.

Der Anfangsgehalt als Versicherungsberater ist nicht berauschend: 1.000 bis 1.500 Euro (netto/Monat) sollten Sie im ersten Jahr aber schon kassieren. Wenn's nicht laufend mehr wird, sind Sie sowieso fehl am Platze.

Nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt. Und das ist keine "Lock-Lüge" - wer in diesem Berufszweig fleißig arbeitet und auch noch eine Portion Glück bzw. Beziehungen hat oder knüpfen kann, kann wirklich 10.000 Euro und mehr verdienen. Das trifft allerdings nur auf ein paar Hundert in ganz Österreich zu. Für einen etablierten Mitarbeiter mit 10 bis 20 Jahre Betriebszugehörigenkeit sollten aber schon 2.000 bis 4.000 Euro (Netto) auf dem Gehaltszettel stehen...

Und bevor Sie sich nun schon im Ferrari sehen: Von den Anfängern in Ausbildung schaffen nur ca. 50% den Sprung ins zweite Jahr und gar nur ca. 10% eine mehr als 5-jährige Zugehörigkeit zum Versicherungsunternehmen. Und auch dann ist noch lange nicht gesagt, dass man dann schon etabliert ist.

Bewerbung, Ausbildung

Vorab: Versicherungen brauchen nach wie vor Außendienstmitarbeiter (Versicherungsberater). Jahrelang wurde in diesem Bereich abgebaut und zu den Maklern umgeschichtet - dann wurde aber festgestellt, dass Frau und Herr Österreicher auf persönliche Betreuung nach wie vor großen Wert legen. Nunmehr ist man seitens fast aller Versicherer sehr bemüht, wieder junge Mitarbeiter heranzuziehen und muss feststellen, dass sich nur sehr wenige (und oft: nicht passende) Menschen diesen Beruf noch "antun" wollen. Ihre Karten stehen also nicht so schlecht...

Auch sollte man wissen, dass die Gewerbeordnung im Versicherungsbereich ordentlich aufgeräumt hat: Nebenberufliche Freizeitkeiler und unseriöse Strukturvertriebskeiler haben es immer schwerer und haben den Markt ziemlich verlassen (treten aber in der einen oder anderen Form nach wie vor auf).

Brauchbare Eloquenz und Freude am Gespräch ist die primäre Voraussetzung für einen Versicherungsberater. Somit ist eine schriftliche Bewerbung zumeist gar nicht notwendig - sondern eine persönliche Vorsprache (nach telefonischer Vereinbarung) im Unternehmen wiegt deutlich mehr. Zumeist wird es Ihr zukünftiger Chef sein, der dieses Erstgespräch führt. Dessen erster Eindruck bezüglich Eignung (siehe "Anforderungsprofil" unten) wird zumindest vorentscheidend sein.

Auch wenn man als Versicherungsberater (Achtung: Vorurteil!;-) nicht immer mit Anzug und Krawatte herumlaufen muss - beim Vorstellungsgespräch sollte schon ein gepflegter Eindruck von Ihnen gewonnen werden. Pünktlichkeit muss wohl nicht extra ausführlich erwähnt werden...

Manche Versicherungen führen dann noch Zweitgespräche (mit Personalabteilung oder anderen Vorgesetzten) oder "Massentests" lt. individueller Programme durch - und schon ist man (bei Eignung) eingestellt.

Direkter Vorgesetzter ist nun ein Regionalleiter/Gebietsleiter/Regionalvertriebschef (oder wie auch immer) - dieser sollte Sie fachlich beraten, Ihre Zielerreichung begleiten bzw. kontrollieren und ist quasi das "Mädchen für Alles", was Sie nicht selber entscheiden können oder dürfen. Mit der Qualitäten des Vorgesetzten (bzw. auch mit dessen Wertschätzung Ihnen gegenüber) könnte auch Ihre berufliche Laufbahn Hand in Hand gehen. Einschleimen bringt trotzdem nichts - arbeiten müssen schon Sie!;-)

Vorab gibt es aber eine dicht gedrängte Ausbildung, bei der Sie alle populären Versicherungssparten sowie den Verkauf von Versicherungen lernen sollten. Beachten Sie aber, dass Ihre Persönlichkeit und Ihr Fachwissen den Ausschlag geben werden, ob Sie ein erfolgreicher Versicherungsberater werden.

Ein klassisches Verhaltensprofil für erfolgreiche Versicherungsberater gibt es nämlich nicht: Es sind schon Magister oder Doktoren gescheitert und der Fleischhauergeselle wurde zum Millionär. Tatsache.

Und genau das macht diesen Beruf auch sehr interessant: Unterschiedliche Berater für unterschiedliche Schichten. Sie werden bald merken, dass man nicht mit allen Menschen kann. Und das ist keine Frage der Intelligenz. Oft aber sehr wohl und sehr oft eine Frage der Empathie (des Einführungsvermögens).

Zurück zur Ausbildung: Seminare, Fachschulungen, Training on the Job, Informationsveranstaltungen und Ähnliches sollten Sie in den ersten Jahren begleiten. Wenn Sie sich in den ersten 2 Jahren bewährt haben, werden Sie höchstwahrscheinlich die Ausbildung zum "BÖV-geprüften Versicherungsfachmann" (BÖV= Bildungsakademie der Österreichischen Versicherungswirtschaft) machen. Eine sehr solide und sinnvolle Ausbildung mit anschließender Prüfung.

Vergessen Sie aber während der gesamten Ausbildungszeit nicht: Ihre Aufgabe ist es, Versicherungen an Frau und Mann zu bringen. Sie sind Verkäufer(in).

DAS klassische Anforderungsprofil für Versicherungsvertreter gibt es (wie schon erwähnt) eigentlich nicht. Trotzdem hat die Geldmarie versucht, die wesentlichen Eigenschaften von erfolgreichen Kollegen und Kolleginnen (von denen es leider sehr wenige gibt) zu skizzieren:

Anforderungsprofil Versicherungsberater

  • Eloquenz
  • Kundenorientiertes Verhalten
  • Einfühlungsvermögen vorhanden (empathisch)
  • Genauigkeit, Ordnungssinn
  • Pünktlichkeit
  • Humor
  • Alter von 25 bis 45 Jahre wäre bei Neueintritt ideal
  • Kenntnisse im Finanzbereich von Vorteil - aber nicht Bedingung
  • Gepflegtes und sicheres Auftreten (muss nicht Anzug und Krawatte sein)
  • Im Umgang mit Zahlen und Statisiken vertraut
  • Erfolgshungrig, leistungsorientiertes Denken
  • Keine Vorstrafen, Gehaltsexekutionen
  • KFZ vorhanden
  • Lernbereitschaft (Weiterbildung)
  • Selbstkontrolle (Zeiteinteilung) sollte funktionieren
  • Grundintelligenz (zumindest: Hausverstand;-) vorhanden
  • Breiter Freundeskreis kein Nachteil

Vorteile Beruf Versicherungsberater

  • Selbständigkeit im Rahmen der unternehmerischen Vorgaben
  • Angestelltenverhältnis
  • Arbeitsplatz im Unternehmen + Infrastruktur (Telefon, Laptop, Fax, Papier, Post etc.)
  • Sicherer Arbeitsplatz bei Leistungserbringung
  • Leistungsorientierte Bezahlung
  • Flexible Zeitgestaltung - soweit es die Kunden erlauben;-)
  • Keine Gehaltsgrenzen
  • Gute Angestelltenkonditionen sowie diverse Sozialleistungen
  • Kostenlose Ausbildung
  • Unlimitierte Verdienstmöglichkeiten

Nachteile Beruf Versicherungsberater

  • Vorgaben (Ziele) der Firma müssen erfüllt werden
  • Abhängigkeit von der Konkurrenzfähigkeit bzw. vom Leistungsangebot einer Firma
  • Inkompatibilität mit Vorgesetzten könnte nachteilig wirken
  • Viel Ärger mit unzufriedenen Kunden aufgrund der schwierigen Materie vorprogrammiert
  • Geringer Anfangsgehalt, geringe Provisionen, wenn wenig Leistung
  • Provisionssätze geringer als bei Maklern, Agenten etc.
  • Hoher Verwaltungsaufwand wird nicht honoriert
  • Abendtermine manchmal unumgänglich
  • Variable Arbeitszeiten - Flexibilität erforderlich
  • Schulungen und Jour-Fix-Termine oft Pflicht

Sie sehen schon - Vorteile und Nachteile halten sich in etwa die Waage. Aber in welchem Beruf mit unlimitierten Verdienstmöglichkeiten und relativ freier Zeiteinteilung ist das schon der Fall? ;-)

Wem's genauer interessiert: Tipps für den erfolgreichen Versicherungsberater

Geldmarie-Linktipp:

Zuletzt verändert: 17. 10. 2018, 12h30