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Zukunftsvorsorge


Was kann die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge?

Im Jahre 2003 ging durch die damals durchaus boomende Pensionsvorsorgelandschaft Österreichs ein gewaltiger Ruck: Ein neues, staatlich verordnetes, Produkt war geboren: Die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge. Diese löste ein absolut unattraktives Produkt ab und sorgte in Folge in den Banken und Versicherungen für jahrelange Zuwachsraten im Kapitalversicherungssegment.

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Aber was ist so toll an diesem Produkt, welches mit unterschiedlichen Produktnamen ("Bonuspension", "staatliche Vorsorge", "Prämienpension" etc.) für Furore bei den Konsumenten sorgte?

Die Geldmarie hat für Sie die wesentlichen Informationen zur Zukunftsvorsorge zusammengestellt. Bitte beachten Sie, dass sich die Produkte bei Banken und Versicherungen marginal unterscheiden können - die grundsätzlichen Produkteigenschaften sollten jedenfalls gleich sein.

Produktinformation Zukunftsvorsorge

  • Staatliche Prämie: 5,5% fix + 3% bis 8% variabel (entspricht der Bausparprämie)
  • Staatliche Prämie 2010: 9% auf die Einzahlung im Jahr 2010 (Nicht aber auf das schon vorhandene Kapital!)
  • Höchstprämie 2010: 2.263,79 Euro jährlich oder auch 188,65 Euro monatlich - damit maximale Förderung 2009: 203,74 Euro
  • Veranlagung (gilt ab 2010): 70% in Anleihen/Deckungsstock, 30% in Aktien (zumeist der Wiener Börse) Versicherungsnehmer über 45 Jahre: Aktienanteil 25%, Versicherungsnehmer über 55 Jahre: Aktienanteil 15%.
  • Sicherheit: Kapitalgarantie bei Einhaltung der Mindestprämienzahldauer (10 Jahre) - außer bei Kapitalentnahme.
  • Sicherstellung für Kredit: Ungeeignet - staatliche Förderung & Veranlagung machen eine Besicherungsvariante unmöglich.
  • Rückkauf: Ist nicht vorgesehen, aber nach Ende der Mindestlaufzeit (zumeist 10 bis 15 Jahre)ist eine Kapitalentnahme möglich. Konsequenzen: Die halben staatlichen Förderungen müssen zurückgezahlt werden, die Gewinne mit der KEST nachversteuert werden und die Kapitalgarantie geht verlustig
  • Zahlung: Laufende Prämienzahlung (monatlich oder jährlich)
  • Zuzahlung/Reduktion/Prämienfreistellung: Zuzahlung auf die maximale Jahresprämie wird zumeist am Jahresende angeboten, Reduktion oder Prämienfreistellung nach Mindestlaufzeiten flexibel möglich
  • Veranlagung: Prämien und staatliche Prämien werden direkt in Fonds veranlagt (Kostenvorteil!)
  • Steuerliche Komponenten: Keine Versicherungssteuer, keine KESt, keine Einkommensteuerbelastung bei der Rentenauszahlung
  • Dauer der Prämienzahlung: Mindestens 10 Jahre; Pensionszahlungen ab dem 40. Lebensjahr möglich; derzeit endet die Prämienzahlungsdauer mit dem 65. Lebensjahr (Pensionsantrittsalter) - jedoch auch schon vorher ist eine individuelle Pensionszahlung möglich
  • Abschlussalter: 0 bis 55 Jahre (also auch schon für Babys), Sozialversicherungsnummer in Österreich ist Voraussetzung
  • Pensionszahlungsdauer: Bis zum Ableben.
  • Pensionshöhe: Richtet sich nach dem kapitalisierten Wert zum Antritt der Privatpension. Diese ist jährlich gewinnberechtigt, sollte also höher werden
  • Ableben vor Pensionsantritt: Die gesetzlichen Erben erhalten das angesparte Fondsguthaben, mindestens aber die einbezahlten Prämien plus staatlicher Förderung. Die Erben können aber auch den Vertrag selbst weiterführen - eine Kapitalentnahme hat steuerliche Konsequenzen.
  • Ableben nach Pensionsantritt: Übergangspension an Ehepartner/Lebensgefährten oder Kinder bis zum 27. Lebensjahr. Wenn diese nicht oder nicht mehr vorhanden sind, kommt das Restguthaben der Versicherungsgemeinschaft zugute.
  • Achtung: Viele Banken und Versicherungen bieten auch noch zusätzliche und unterschiedliche Zusatzprodukte an. Diese gilt es individuell zu betrachten - oft sind diese aber nicht notwendig. Fragen Sie diesbezüglich nach!

Beurteilung der Zukunftsvorsorge

Prinzipiell handelt es sich bei dieser Pensionsvorsorge um ein Egoistenprodukt zum Ansparen der eigenen Zusatzpension. Bei anderen Pensionsprodukten gibt es z.B. auch im frühen Ablebensfall (kurz nach Pensionseintritt) für die Erben (insbesondere großjährige Kinder) das nicht verbrauchte Pensionskapital zurück. Nachdem keiner mit 20 die eigene Lebenssituation mit 65 oder 70 kennt und planen kann, sieht die Geldmarie hier einen kleinen Nachteil.

Die Sicherheit der Veranlagung (auch wenn Aktien dabei sind) ist durch die Kapitalgarantie durchaus gewährleistet. Es sollte jedoch noch Änderungen im Produkt geben: In den letzten Jahren der Veranlagung sollten die Gewinne abgesichert werden und die Veranlagung konservativer (bis 100% Anleihen) werden. Durch die Alterstufen in der Veranlagung wurde das Produkt zwar per 2010 diesbezüglich entschärft - doch leider wurde für Neuverträge von jüngeren Menschen der Aktienanteil von 40% auf 30% reduziert. Dies wohl im Schatten der Finanzkrise 2008/2009 - und zulasten einer höheren Ertragschance.

Für besonders junge (realistische) Anleger empfehle ich einen Einstieg mit geringen Prämien - damit eine Basis vorhanden ist, die später noch nach Bedarf an die tatsächlichen Bedürfnisse angepasst werden könne. Ein Ausstieg ist nämlich nicht so leicht möglich - Prämienfreistellung geht wie immer vor Rückkauf (der sowieso erst nach 10 Jahren möglich wäre). Vereinzelt gibt es aber auch schon Gerichtsurteile, welche einen Rückkauf vor der Mindestfrist (10 Jahre) möglich machen. Dass dann aber mit einiger Sicherheit schwere Verluste eintreten, ist garantiert. Also jedenfalls nur Geld in Pensionsprodukte leiten, welches Sie sicher nicht antasten müssen.

Jedenfalls ist die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge eine tolle Alternative zu den klassischen und konservativen Pensionsversicherungen, da mit Aktienfonds höhere Zuwachschancen gegeben sind. Durch die zumeist langen Laufzeiten sollten Krisen auf den Aktienmärken leicht weggesteckt werden - in solchen Krisenzeiten wird sogar günstig (Cost-Average-Effekt) eingekauft.

Meinen Kunden empfehle ich dieses Produkt zumeist aber nicht als Einstiegsprodukt sondern als weitere Zusatzpension. Eine klassische (konservative) Pensionsversicherung oder Lebensversicherung mit Rentenoption sollte zumeist die Basis sein.

Geldmarie-Linktipp:

Zuletzt verändert: 21. 05. 2010, 13h05