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Die Geldmarie

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Anleihen günstig verkaufen


Gewinne mit Anleihen

Wenn sich jemand Anleihen kauft, möchte er diese zumeist recht sicheren Wertpapiere in der Regel auch bis zum Laufzeitende im Wertpapierdepot halten und bis zur Tilgung dieser Anleihe kräftig von den Zinszahlungen der Anleihe profitieren. Das ist jedenfalls der Normalfall.

In Zeiten von fallenden Zinsen kann es jedoch schon einmal vorkommen, dass man auch mit Anleihen schöne Gewinne erzielen kann. Denn auch Anleihen werden an der Börse mit (oft täglichen) Kursbildungen gehandelt. Nicht nur an der Börse - oft kann man Anleihen auch außerbörslich gut verkaufen. Banken kaufen z.B. oft Wertpapiere ihrer Kunden selbst.

Doch wie kann man mit Anleihen Kursgewinne erzielen?

Steigende Kurse bei Anleihen

Hier ein vereinfachtes Beispiel, warum der Kurs einer Anleihe zur Laufzeit höher sein kann als der Nennwert dieser Anleihe (die KESt. lassen wir hier unberücksichtigt):

Sie haben eine Anleihe um 100 Euro (zum Nennwert 100 Euro) mit 5 Jahren Laufzeit und 5% jährlicher Zinszahlung gekauft.

Ein Jahr später (es verbleiben noch 4 Jahre Restlaufzeit der Anleihe) werden im Marktdurchschnitt bei neuen Anleihen nur noch 3% Verzinsung angeboten. Sie haben aber immer noch eine jährliche Zinszahlung von 5% garantiert (soweit die Anleihebedingungen keine vorzeitige Kündigung bzw. eine Senkung vorsehen). Sicher kein Nachteil.

Somit können Sie sich über den tollen Griff freuen und belassen die Anleihe im Depot - oder Sie überlegen einen Verkauf am Sekundärmarkt (Börse, Bank).

Denn für das Recht, noch 4 Jahre lang 5% (statt 3% bei neuen Anleihen) zu erhalten, kriegen Sie für die Anleihe schon ein paar Prozente mehr als nur die 100% vom Nennwert. Der Kurs dieser Anleihe könnte also z.B. bei ca. 107 (für 100) liegen.

Anleihe nun behalten oder verkaufen?

Als konservativer Anleger werden Sie sich höchstwahrscheinlich über die netten Zinszahlungen von 5% freuen und die Anleihe bis zur Tilgung am Laufzeitende im Depot halten.

So Sie aber damit rechnen, dass am Markt ohnehin schon bald wieder 5% geboten werden, könnten Sie die beschriebene Anleihe ja mit tollem Gewinn verkaufen: 107 Euro für 100 Euro an Kapitaleinsatz + 5% Dividende für ein Jahr wären ja schon ein nettes Geschäft.

Würde jedoch das Zinsniveau bei 3% bleiben und sie würden das Geld gleich wieder mit 3% veranlagen, wäre das Geschäft auf längere Sicht dann vielleicht doch nicht so gut gewesen.

Fällt das Zinsniveau gar noch weiter runter, müssten Sie sich mangels hochverzinster Anleihen am Markt wohl etwas ärgern.

Steigt das Zinsniveau aber wieder an (z.B. sogar über die einstigen 5% hinaus) und Sie kaufen sich erst dann wieder am Markt ein (egal ob über Neuemission oder am Sekundärmarkt), sind Sie fein raus.

Sie sehen schon: Auch nicht nur bei Aktien kann man ein wenig spekulieren - auch mit Anleihen kann man ab und an einen guten Schnitt machen. Aber natürlich auch auf das falsche Pferd (steigende oder fallende Zinsen) setzen.

Aus dem Anleihenverkauf erzielte Gewinne unterliegen allerdings der Steuer auf Wertpapiergewinne (25%).

Kauf bei hohem Zinsniveau

Die Zinsen am Anleihemarkt schwanken laufend. Es gibt zwar immer wieder längere Hoch- und Tiefzinsphasen, doch kann man (mit etwas Geduld und Erfahrung) durchaus abschätzen, dass sich das Zinsniveau auch irgendwann wieder drehen muss. Oft ist eben Geduld notwendig - und Strategiefehler sind immer möglich.

Man kann (so man auf eine Phase mit niedrigen Zinsen spekuliert) durchaus auch in derzeit schlecht verzinste Anleihen einsteigen (die man in Niedrigzinsphasen weit unter 100% vom Nominale erwerben kann) und dann auf einen Zinsenrutsch hoffen. Wer bei marktkonformen 5% eine 3%-ige Anleihe um 90 Euro für 100 erwirbt, wird sich bei marktüblichen 2,5% sehr darüber freuen...

Lassen Sie sich aber hier nicht täuschen: Der schlechte Kurs bzw. die augenscheinlich tolle Verzinsung von Anleihen hat oft auch noch andere Gründe: Es könnte sich z.B. auch um eine riskante Fremdwährungsanleihe handeln, deren Währung gegenüber dem Euro laufend an Wert verliert - oder der Emittent (Herausgeber bzw. Schuldner der Anleihe) hat eine schlechte Bonität bzw. wirtschaftliche Probleme.

Daher unbedingt vorher genau ansehen, welches "Schnäppchen" man sich da auf dem Anleihenmarkt besorgt.

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Zuletzt verändert: 18. 10. 2018, 12h10