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HybridanleiheHybridanleihe - die Anleihe als EigenkapitalHybridanleihen sind eigenkapitalartige und nachrangige Anleihen, die von Unternehmen ausgegeben ("emittiert") werden. Im Falle der Unternehmensinsolvenz erhalten die Anleihengläubiger erst nach den anderen Gläubigern des Unternehmens einen eventuell noch vorhandenen Liquidationserlös. Die Hybridanleihe stellt somit eine Mischung aus Aktie und Anleihe dar. Hybridanleihen weisen zumeist eine sehr lange (bzw. sogar unbegrenzte) Laufzeit auf - das Risiko eines Totalverlustes der Anleger steigt damit im Vergleich zu klassischen Corporate Bonds (mit Laufzeiten von zumeist 5 bis 10 Jahren) deutlich an. Je länger die vorgesehene Laufzeit dieser Anleihe, desto höher ist auch das Risiko. Für Unternehmen bringen die stimmrechtslosen Hybridanleihen den großen Vorteil einer Eigenkapitalerhöhung (welche zumeist zum Senken des Verschuldungsgrades bzw. zum Bezahlen von größeren Investitionen/Übernahmen durchgeführt wird). Das Eigenkapital des Unternehmens steigt - die Stimmrechtsanteile verschieben sich jedoch nicht. Im Normalfall ist bei solchen Anleihen eine Kündigungsmöglichkeit seitens Emittenten vorgesehen. Die Verzinsung ist häufig auf ein paar Jahre fix und dann variabel - oft auch dem Geschäftserfolg angepasst ("ergebnisorientiert"). Zinszahlungen können daher manchmal auch ausgesetzt werden. Da bei Hybridanleihen auch der Totalverlust des eingesetzten Kapitals durchaus möglich ist (die Käufer sollten sich solche Unternehmen und die Anleihebedingungen besonders sorgfältig durchlesen und von Fachleuten prüfen lassen), locken diese Anleihen normalerweise mit deutlich höheren Zinskupons (plus 2-3 Prozent) als normale Corporate Bonds. Hybridanleihen werden nur eher selten angeboten - sind aber auch in Österreich immer wieder im Einsatz. So holte sich z.B. die OMV im Jahr 2011 750 Mio. Euro via Hybridanleihe - kapitalintensive Übernahmen in Tunesien und der Türkei wurden dadurch mitfinanziert. Konservative Anleger sollten von Hybridanleihen eher die Finger lassen - vom Risiko her sind diese nämlich den Aktien sehr ähnlich. Auch bei Hybridanleihen sind Kursverluste durchaus möglich (und wahrscheinlicher als bei kurzlaufenden Anleihen) - der Handel mit diesen Anleihen ist deutlich geringer als z.B. bei Aktien von Unternehmen. Über längere Zeiträume könnte ein Investment in die Aktie eines Unternehmens auch deutlich mehr Ertrag bringen als ein Kauf einer Hybridanleihe des Unternehmens - dazu müsste sich das Unternehmen (und die Börsenlaune) aber auch entsprechend positiv entwickeln. Im Normalfall werden Hybridanleihen eher von institutionellen Anlegern erworben. Zuletzt verändert: 30. 06. 2011, 14h40
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