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Die Geldmarie

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Deflation


Deflation ist selten gut...

So sehr man sich auch laufend über hohe Inflationsraten beschwert - wenn dann einmal eine Deflation ins Hause steht (welche wesentlich seltener eintritt als die gegenteilige Inflation), sind noch weniger Menschen glücklich.

Sehr wohl wird dann der Euro (oder die betreffende Landeswährung) zwar mehr wert: Bei einer Deflation handelt es sich nämlich um einen anhaltenden Preisrückgang bei Waren oder/und Dienstleistungen. Und trotzdem ist die Deflation meistens eine negative Begleiterscheinung einer Wirtschaftskrise - und findet daher eher in wirtschaftlich schwierigem Umfeld bzw. sogar im Rahmen von Weltwirtschaftskrisen statt.

Ein Beispiel:

Anlässlich der Finanzkrise 2008 ff. konnte man das Entstehen einer Deflation ausgezeichnet beobachten: Zuerst senkten die Nationalbanken massiv die Zinssätze - immerhin war die Finanzkrise ja ursprünglich eine Kreditkrise des Immobiliensektors in den USA, welcher sich flächenbrandartig über die ganze Weltwirtschaft verbreitete.

Es folgte ein starker Nachfragerückgang in vielen Branchen des Welthandels (Stahl, Autos, Öl, Energie etc.). Alleine der Rückgang der Energiekosten (z.b. Öl, welches vor der Finanzkrise unglaubliche Höchststände verzeichnete) führte schon bald zu einem starken Rückgang der vorher recht hohen Inflationsrate.

Wenn dann noch die Konsumenten den Konsum vorsichtiger anlegen, mehr Rücklagen bilden, weniger Arbeitsplätze zur Verfügung stehen und auch die Firmen die Investitionen massiv zurückschrauben und sogar der Staat vielleicht noch die Ausgaben und Arbeitsplätze (Beamten) zurückschraubt, kommt es zur gefürchteten "Deflationsspirale": Die Nachfrage auf den Märkten reduziert sich massiv - ein Überangebot von Waren und Dienstleistungen ist vorhanden und die Preise hierfür sinken teils massiv.

Auswirkung der Deflation und historische Deflationen

Die Auswirkung: Bleiben die Nachfrage aus, reduzieren sich die Preise. Viele Konsumenten, Firmen und Staaten warten mit Investitionen zu (wird ja alles immer billiger, darüber hinaus muss man in Zeiten einer Wirtschaftskrise sowieso sparen) - und verschärfen dadurch die Deflation. Dies wird auch "Deflationsspirale" bezeichnet.

Wer jetzt einen Kredit für sein Eigenheim ausgenommen hat, kann sich in Zeiten der Deflation nur bedingt freuen. Denn auch wenn die Zinsen für den Kredit wohl gering sind: Das Eigenheim verliert in Deflationszeiten an Wert. Demnach ist Deflation über einen längeren Zeitpunkt doch nicht so ideal, wie manche Kreditnehmer irrtümlich annehmen.

Die Finanzkrise 2008 ff. sowie die Rezession in Japan (1990er-Jahre) sind die jüngsten Beispiele einer Deflation, welche zumeist in wirtschaftlich hochentwickelten Ländern vorkommt. Doch auch in Argentinien (1991) gab es schon eine Deflation.

Weitere (historische) Deflationsperiode gab es übrigens im späten 19. Jahrhundert (siehe Link unten) sowie auch in der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre. Auch hier gibt es interessante Informationen beim Wiki-Link unten.

Eine kurzfristige Deflation sollte aber niemanden beängstigen - eine Deflation über mehrere Jahre ist volkswirtschaftlich aber nicht unbedingt ein Vorteil...also kräftig investieren;-)

Geldmarie-Linktipp:

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Zuletzt verändert: 22. 11. 2012, 11h32