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Depression


Merkmale einer Depression

Der Begriff "Depression" ist vielen auch aus der Medizin bekannt. Doch nicht nur Menschen können an einer Depression leiden - auch eine Volks- oder auch Weltwirtschaft kann über eine längere Phase in eine Depression geraten. Von einer wirtschaftlichen Depression spricht man, wenn ein dauerhafter Abschwung der Wirtschaftsleistung vorliegt.

Die Depression könnte man auch als große Schwester der Rezession bezeichnen - während zur Benennung einer Rezession schon eine über 2 Quartale sinkende Wirtschaftsleistung ausreicht, spricht man bei längeren und schwereren Rezessionen von einer Depression.

Während eine Rezession gar nicht so selten auftritt (jede Hochkonjunktur macht einmal Pause), ist jedoch eine Depression ein unüblicher Tiefststand einer Volkswirtschaft - die normalen Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus reichen hier oft nicht zur Beendigung aus.

Auch bei der Finanzkrise (2007 ff.) kann man eindeutig von einer (fast) weltweiten Depression sprechen: Die Wirtschaftsleistung der meisten Länder fiel teilweise über mehrere Jahre deutlich. Nur ein Einschreiten von Notenbanken und Staat konnten in vielen Fällen den Staatsbankrott (bzw. die Pleite von vielen wesentlichen Unternehmen) abwenden - dadurch wurde auch eine weltweite Kettenreaktion vermieden, die auch locker in eine noch viel massivere Depression hätte führen können.

Als Paradebeispiel für eine Depression wird die "Great Depression" (1929-1941) bezeichnet, die primär die USA betraf und dann einen "Siegeszug" über die ganze Welt antrat. Erst nach 1945 (nach dem 2. Weltkrieg) wurde in den USA wieder ein Wirtschaftsstandard erreicht, der schon vor 1929 erreicht war. Auslöser der Great Depression war der "Schwarze Donnerstag" (der in Europa dann zum "Schwarzen Freitag" wurde) vom 24.10.1929 - eine Spekulationsblase war geplatz und riss die Weltwirtschaft in eine lange Abschwungphase.

Häufige Merkmale der Depression

  • Anhaltend und deutlich sinkendes Bruttoinlandsprodukt
  • Einschreiten von Staat bzw. Zentralbanken absolut notwendig
  • Schwere Krisen in wichtigen Branchen, starker Nachfragerückgang, hohe Lagerbestände, Firmenpleiten
  • Kaum Investitionen und Verlust des Vertrauens in die Wirtschaft
  • Massenentlassungen, Kurzarbeit, starkes Ansteigen der Arbeitslosenrate
  • Panik an den Börsen - stark fallende Börsenkurse, steigende Goldkurse bzw. Geldflüsse in Anleihe und weitere konservative Anlageformen - sinkendes Zinsniveau, Währungsabwertungen, Staatsbankrott, fallende Rohölpreise bzw. auch Warenpreise
  • Deflation oder sehr geringe Inflation, niedrige Zinsen, niedrige oder keine Lohnabschlüsse ("Nulllohnrunden")
  • Höhere Sparleistungen der Privaten - Konsumflaute

Die genannten Merkmale sind jedoch bei einer Depression nicht immer alle zutreffend - genauso wie die Verwendung der Begriffe "Depression" und "Rezession" oft umstritten ist.

Man könnte die 2 Begriffe natürlich auch leichter beschreiben: In einer Rezession geht es leicht bergab bzw. stagniert die Wirtschaft - in einer Depression geht es dauerhaft bergab bzw. stagniert die Wirtschaft auf schlechtem Niveau.

Eines dürfte jedoch gesichert sein: Eine Wirtschaftsdepression führt zwangsläufig auch zu Depressionen (medizinisch gesehen) bei vielen Menschen. Insbesondere, wenn diese zu häufig ins Aktiendepot blicken.

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Zuletzt verändert: 22. 11. 2012, 11h33