Die Onlineaktivitäten von Temu, Shein, AliExpress oder (schon länger) Amazon sind dem heimischen Handel schon seit vielen Jahren ein Dorn im Auge. Gerade in den letzten Jahren sind die Billigpakete aus Fernost aber besonders viel geworden - insbesondere Temu oder Shein werben auch kräftig und insbesondere eine jüngere Zielgruppe kauft dort auch begeistert ein. Hauptsache billig...
Unter 150 Euro Warenwert wurde bisweilen kein Zoll auf solche Bestellungen (primär aus China) erhoben - das führte natürlich dazu, dass vielfach beim Warenwert geschummelt wurde sowie auch dazu, dass teurere Lieferungen einfach in Teilsendungen zugestellt wurden.
Neben den heimischen Händlern ist das natürlich auch nicht den Interessensvertretern (Handelsverband, Wirtschaftskammer etc.) entgangen und schließlich wurden nunmehr auch die EU-Finanzminister auf den daraus resultierenden Steuerentgang aufmerksam.
Die (für EU-Verhältnisse) nun rasche Zwischenlösung: Ab 1.7.2026 wird auf alle Warensendungen aus Drittstaaten ein Stückzoll von 3 Euro fällig. Bis 2028 soll diese Regelung gelten und bis dahin wird eine technisch einfache Lösung in Sachen Administration dieses Zolls erarbeitet. Die Einhebung ab 1.7.2026 wird einmal den nationalen Zollbehörden übertragen.
Von 2023 auf 2024 stieg die Anzahl solcher Sendungen von 1,9 Milliarden schon auf fette 4,17 Milliarden - und 2025 werden es wohl noch mehr Päckchen mit teils fragwürdigen Inhalten sein.
Die Produktionsstandards in Asien sind nämlich häufig dubios und neben der oft fragwürdigen Artikelqualität geht es auch um Copyrightverletzungen, Umweltschäden, Menschenwürde uvm. So mancher Test von Asien-Billigware ergab da auch schon giftige Bestandteile, die man in der EU nie und nimmer auf den Markt bringen könnte...
Trotz dieses nun beschlossenen 3-Euro-Zolls wird die Paketflut aus Asien aber wohl nicht so rasch abreißen und es ist bestenfalls zu erwarten, dass sich die Zunahme der Pakete etwas abschwächt. Es wird sich auch zeigen, wie die jeweiligen Zollkontrollen ab 1.7.2026 funktionieren - und wie die Asien-Portale versuchen werden, diese Zölle zu umgehen.
Problem erkannt - aber noch nicht gänzlich gebannt...;-)
Nachtrag März 2026: Die sogenannte "EU-Bearbeitungsgebühr für Drittstaaten-Pakete" kommt laut EU-Beschluss dann noch zusätzlich (zu den genannten 3 Euro) ab 1.11.2026 hinzu. 2025 waren es schon 5,8 Milliarden Pakete aus Fernost...
Ad hoc-Meldung - Dezember 2025