Während die meisten Energieversorger ihre Bilanzen erst im Februar oder März 2026 präsentieren, präsentierte die EVN schon jetzt die Zahlen für das "Schiefe Geschäftsjahr 2024-2025" (Oktober 2024 bis September 2025).
Mehr Netzabsatz, etwas sinkende Strompreise und eine deutlich eingebrochene Stromerzeugung via Erneuerbaren kennzeichnen dieses Geschäftsjahr:
Der Netzabsatz von Strom stieg um 4,7% auf 22.671 GWh und auch beim Netzabsatz von Erdgas konnte man sich um 10,7% auf 12.828 GWh steigern. Der Stromabsatz an Endkunden fiel allerdings in Österreich und Deutschland um 9,3% auf 5.695 GWh - so manche Vertragskündigung und wohl auch die vielen neuen Photovoltaikanlagen in Niederösterreich hinterließen hier ein klares Minus. Im wichtigen Vertriebsgebiet Südosteuropa (Bulgarien und Nordmazedonien) stieg der Endkundenabsatz aber um 5,9% auf 11.294 GWh an.
Der Erdgasverkauf an Endkunden erhöhte sich um 3% auf 3.298 GWh - das ist wohl primär einer leicht kühleren Witterung geschuldet. Auch der nette Anstieg beim Wärmeverkauf an Endkunden (+10,7% auf 2.308 GWh) zeigt klar, wohin die Reise geht. Ein Plus beim Gasvertrieb ist wohl weiterhin witterungsbedingt möglich - beim Wärmeverkauf liegt aber wohl eher die Zukunft...
Ein ganz schlechtes Jahr hatte 2024/2025 die Stromerzeugung der EVN: Mit 2.915 GWh lag hier die Erzeugung um 12,2% hinter dem Vorjahr und die Erneuerbaren (Wasser, Wind, Photovoltaik) brach gar um 16,9% auf 2.325 GWh ein. Schwache Wasserführung und wenig Wind (auch im Vergleich mit dem guten Vorjahr) waren hier relevant - das betrifft 2025 wohl alle Unternehmen, die im Erneuerbaren-Segment tätig sind...
Sieht man sich die Zahlen der EVN an, erkennt man aber den deutlichen Unterschied zwischen Stromproduktion und Stromverkauf: Die EVN ist hier weiterhin sehr stark im Stromhandel tätig und handelt mehr Strom als selbst produziert wird.
Daher sehen die Finanzzahlen gar nicht so übel aus: Ein um 3,8% auf 3,00 Milliarden Euro gestiegener Umsatz, ein um 21,4% auf 490,9 Mio. Euro gesteigertes EBIT resultieren in ein Konzernergebnis von 436,7 Mio. (Vorjahr 471,7 Mio.) welches somit um 7,4% gesunken ist.
Das Ergebnis pro Aktie liegt bei 2,45 Euro (nach 2,65 Euro im Jahr davor) wovon man eine Dividende von 90 Cent (gleichbleibend) ausschütten möchte.
Für das aktuell gestartete Geschäftsjahr 2025/2026 erwartet man derzeit ein Ergebnis auf Vorjahresniveau und möchte bis 2029/2030 die Dividenden auf 1,10 Euro pro Aktie anheben.
Die Aktie der EVN zog in den letzten 12 Monaten im positiven Börsenumfeld von 20 auf rund 27 Euro an und die aktuelle Veröffentlichung des abgelaufenen Geschäftsjahres gaben dem Kurs durchaus Auftrieb.
Als Dividendenwert scheint das Papier unter 30 Euro weiter Sinn zu machen - hohe Kurssteigerungen darf man sich aber wohl kaum erwarten.
Geldmarie-Linktipp:
Ad hoc-Meldung - Dezember 2025