Laut jüngsten Zahlen seitens Statistik Austria war 2025 für den heimischen Autohandel kein übles Jahr. Auch wenn man mit 284.978 neu zum Verkehr zugelassenen PKW noch klar hinter den Vor-Corona-Zahlen herhinkt (da wurden schon über 350.000 Neuzulassungen gesehen), ist das dann doch ein feines Plus von 12,3% gegenüber dem Jahr 2024.
Während der PKW-Handel 2025 solide zulegen konnte, steigerten sich die KFZ-Zulassungen (plus LKW, Motorrädern, Traktoren etc.) deutlich weniger: 381.860 Stück sind ein Plus von 3,4%.
Dass hier der Zuwachs 2025 deutlich geringer ausfiel liegt einerseits am geringen Zuwachs bei den LKW (Klasse N1 +1,1% auf 33.451 Stück) und andererseits an einem ziemlichen Rückgang bei Motorrädern. Zweiräder verloren 31,1% und auch Zulassungen von Mofas reduzierten sich um 19,9%. Hier gilt es aber zu wissen, dass 2024 noch ein außergewöhnlich gutes Jahr bei den Motorrädern war.
Vorschriften bei Abgasnormen für die Autobauer sind wohl die Hauptursache dass der Alternativantrieb 2025 erstmals mehr Marktanteile (bei den Neuzulassungen) erreichen konnte als Benziner bzw. Dieselautos. Auf fette 60,5% kamen Elektroautos und Hybridantriebe - nur noch 39,5% entfielen auf Benzin und Diesel. Im Vorjahr waren es noch 49,5% mit Alternativantrieb...
Reiner Elektroantrieb kam 2025 immerhin auf 60.651 Neuzulassungen - ein Plus von 35,9% gegenüber dem eher schwachen Vorjahr und 21,3% Anteil an den Gesamt-Neuzulassungen bei den PKW.
97.143 neue Autos waren mit Benzin-Hybrid-Antrieb ausgestattet (34,1% Anteil und ein Zuwachs von 45,7%), 14.721 PKW fuhren mit Diesel-Hybrid-Antrieb aus den Autohäusern (5,2% Anteil, Zuwachs 2,6%). Hybridautos sind somit schon klare Nr. 1 bei den Antriebsarten.
Der Boom bei den Alternativantrieben ist natürlich mit einem Minus bei den Benzinern und Dieselautos verbunden: 79.457 Benziner (-5,4%, Anteil 27,9%) und 33.004 Diesel-PKW (-25,2%, Anteil 11,6%) sprechen eine klare Sprache.
2025 zeigte sich auch deutlich, dass mit Gas betriebene PKW ein Auslaufmodell sind und sich der Wasserstoffantrieb wohl bei den PKW in den nächsten Jahren sicher nicht durchsetzen wird. Beide Antriebsarten sind (ohnehin mit sehr geringen Bestandszahlen) derzeit quasi im "Aussterben".
Bei den Neuzulassungen von Elektro-PKW zeigte sich 2025 auch eine Steigerung bei privaten Käufern. Günstigere Preise, mehr Angebot (z.B. BYD) sowie bessere Reichweiten lassen auch immer mehr Private zu E-Cars greifen. Bisweilen war das ja eher eine Domäne von juristischen Personen (Unternehmen, Behörden etc.).
In der "Markenwertung" hatte 2025 VW die Nase mit 14,2% aller PKW-Neuzulassungen wieder vorne, dahinter Skoda (gehört auch VW) mit 10,6% und dann BMW mit 6,7%. Die Autos aus Deutschland verlieren aber (auch ob Konkurrenz aus Asien) weiter an Marktanteilen. Mit 19,5% Anteil am Gesamtbestand ist aber immer noch rund jedes fünfte Auto ein VW...
Noch ein Schmankerl aus der Statistik: BYD hat mit 6.899 Neuzulassungen 2025 mehr PKW neu zulassen können als Tesla (6.205 Stück). Elon Musks Exponiertheit wird für den Elektroautopionier immer mehr zum Schaden - und das weltweit...
Für 2026 gibt sich die Branche leicht optimistisch - vielleicht sind ja sogar wieder einmal 300.000 Neuzulassungen von PKW möglich...
Auch wenn die heimische PKW-Flotte laufend etwas umweltfreundlicher wird: Sie wird nicht kleiner. Im Gegenteil - auch 2025 stieg der Gesamtbestand an KFZ (7,51 Mio., +1,2%) bzw. an PKW (5,29 Mio., +1%) wiederum an.
Ja, Österreichs Bevölkerung wächst noch (primär durch Zuwanderung) und das Auto bleibt oft und weiterhin die "heilige Kuh". Auch 2026 ist diesbezüglich noch keine Trendwende in Sicht und es ist mit einem weiteren Zuwachs des KFZ/PKW-Bestands zu rechnen.
Im Gesamtbestand dominiert immer noch der Dieselantrieb. 2,41 Mio. PKW wurden zum Jahreswechsel 2025/2026 mit Diesel betrieben, das entspricht 45,5% des Gesamtbestands. 2016 waren aber noch 57% des Gesamtbestands mit Diesel unterwegs - Diesel verliert ob geringer Neuzulassungszahlen und der Abmeldung alter PKW laufend an Anteilen und wird wohl schon 2027 als Nr. 1 von Benzin abgelöst. Der Diesel-Skandal, Abgasnormen sowie auch der Dieselpreis (Diesel an den Tankstellen ist mittlerweile fast immer teurer als Benzin) zeigen hier deutlich Wirkung.
Dass Benzin vielleicht schon 2027 Antriebsart Nr. 1 ist, ist aber keinesfalls einem "Benzinboom" geschuldet. Auch Benzin verliert Anteile - nur nicht so deutlich wie Diesel. Waren 2019 noch 43,2% des Bestandes mit Benzinantrieb unterwegs, so ist dieser Anteil schon auf 41,2% gesunken und sinkt nun Jahr für Jahr weiter.
Bis Benzin dann einmal von den boomenden Hybridfahrzeugen an der Spitze abgelöst wird, dauert es aber noch viele Jahre: Gerade einmal 8,3% des gesamten PKW-Bestands in Österreich entfielen zum Jahreswechsel auf Hybridautos (Benzin/Diesel).
Derzeit kann man noch nicht einmal klar abschätzen, ob Hybridantrieb nicht schon davor von reinen Elektroautos überholt wird: Elektroautos gab es zum Jahreswechsel 257.717 Stück - das sind noch bescheidene 4,9% des Gesamtbestands.
Werden die Preise aber weiter günstiger und die Reichweiten noch etwas höher (was anzunehmen ist), könnte schon in wenigen Jahren das Elektroauto Nr. 1 bei den Neuzulassungen sein und die Hybridfahrzeuge (die quasi ja nur eine "Übergangslösung" darstellen) überflügeln. Hybridautos bleiben aber wohl noch die nächsten Jahre die erste Wahl - insbesondere bei Menschen, die von Benzin oder Diesel wegwollen.
Positiv: Die PKW-Flotte wird insgesamt wieder etwas "grüner". Negativ: Sie wird weiterhin größer.
Die Entwicklung im KFZ-Neuwagenhandel der letzten Jahre können Sie hier nachlesen: Autobestand - KFZ bzw. PKW in Österreich, Statistiken zu Alternativantrieben finden Sie hier: Elektroautos Österreich Statistik
Ad hoc-Meldung - Jänner 2026