Schon im Jahr 2025 ist der Gasverbrauch in Österreich witterungsbedingt deutlich angestiegen und der Winter 2025/2026 sorgt besonders im bevölkerungsreichen Osten dafür, dass Gas auch 2026 wieder eine wesentliche Rolle in der heimischen Energieversorgung spielen wird.
Gerade dieser Tage sorgen eisige Temperaturen (primär im Osten Österreichs) für einen hohen Gasverbrauch (Heizen, Strom, Industrie etc.) - das zeigt derzeit alleine schon der hohe Einsatz von Gas bei der Herstellung von Strom:
Ca. 34% der heimischen Stromproduktion wurden in den ersten 19 Tagen des neuen Jahres via Gas aufgebracht. Im Vorjahr waren es im ganzen Jahr 14% der Gesamtproduktion. Auch wenn sich dieser Prozentsatz noch deutlich reduzieren wird ist Gas auch in der Stromproduktion wohl lange nicht wegzudenken.
Denn gerade jetzt zeigt sich wieder die Abhängigkeit unserer Stromversorgung von Wasser: Gerade einmal rund 30% der Stromproduktion wurden in den ersten Tagen 2026 mit Laufwasser erzeugt - während es über das Gesamtjahr 2025 deren immerhin 46% (ein schwaches Wasserjahr!) war.
Der Wind hat hingegen derzeit Hochsaison und kommt 2026 bisweilen auf 22% (Gesamtjahr 2025: 16%), die Photovoltaik hat hingegen im Winter ziemliche Flaute und schafft bisher gerade einmal rund 2% der Stromerzeugung (Vorjahr: 11%).
Auch wenn die 54,26 TWh in den Gasspeichern (per 17.1.26) nicht nur für Österreich bestimmt sind und zur gleichen Zeit ein Jahr davor noch 69,98 TWh Gas in den heimischen Gaslagerstätten eingebunkert waren - so kalt kann es wohl gar nicht mehr werden, dass in Österreich im laufenden Winter noch ein Gasengpass zu befürchten ist.
2025 wurde in Österreich (rund 10 TWh weniger) und in Deutschland schon weniger Gas eingespeichert als noch 2022 oder 2023 (Energiekrise ob Russlands Überfall auf die Ukraine) - nun hat man die Bezugsquellen aber schon von Russland weggeleitet und es wurden neue Lieferanten bzw. Liefermöglichkeiten (LNG...) erschlossen.
In Deutschland ist der Speicherstand mit 42% (auch ob anteilsmäßig weniger Speicherkapazitäten als in Österreich) schon etwas niedriger als vielleicht vor dem Winter erwartet. Trotzdem sind die Versuche des Verbreitens von Panikstimmung ("Gas geht uns aus") seitens diverser "Forentrollen" ziemlicher Blödsinn: Wer rechnen kann bzw. wer weiß, wo Deutschland noch zusätzliches Gas eingelagert hat bzw. dass man rasch LNG nachdotieren könnte, muss sich wohl auch für die Gasversorgung Deutschlands keine Sorgen machen.
Auch wenn die aktuelle Kältewelle die Gasspeicherstände wohl noch deutlich drücken wird: Es gibt laufend Zuflüsse von Gas (die halt derzeit nicht in den Speichern landen sondern oft direkt an die Abnehmer gehen), im März wird dann schon wieder dotiert und im Februar bzw. März ist auch (ob wohl höherer Temperaturen) schon mit weniger Verbrauch zu rechnen.
Seit 16.1.2026 gibt es weitere Entlastung für Österreichs und Deutschlands Gasversorgung: Nun strömt via Süditalien auch Gas via TAP (Transadria-Pipeline) Richtung Norden.
Das Gas stammt aus Aserbaidschan (Staatsunternehmen Socar) und pro Jahr sollen nach Österreich rund 1 Mrd. Kubikmeter Gas und nach Deutschland rund 1,5 Mrd. Kubikmeter fließen. War Italien früher eher Gasabnehmer Österreichs (Russengas), entwickelt es sich nunmehr auch zum Transitland. Da profitiert Italien natürlich auch durch Transitgebühren und auch Österreich dürfte der Durchfluss gen Deutschland ein paar Euro bringen.
Das könnte sich auch positiv auf die Netzgebühren auswirken, die zuletzt da und dort ob weniger Gastransit und geringeren Volumina im heimischen Gasnetz deutlich gestiegen sind.
Nachdem Aserbaidschan aber bezüglich Demokratie auch ein sehr bedenkliches Land ist (vorsichtig formuliert) und durchaus eine Nähe zu Putin besteht, ist dieser Gasbezug zwar in Sachen Versorgungssicherheit positiv zu sehen, in Sachen Herkunft aber ebenfalls kritisch. Öl und Gas aus soliden Demokratien ist aber ohnehin selten (z.B. Norwegen) - und beim LNG-Gas sollte man derzeit sogar darüber nachdenken, ob man aktuell weiter Gas aus den USA beziehen soll...
Die kalte Witterung in Europa sowie auch manche Sorgen um die Füllstände (2026 muss jedenfalls kräftig nachdotiert werden) haben den Gaspreis in den letzten Tagen und Wochen jedenfalls deutlich nach oben getrieben.
Lange Zeit lag dieser an der Gasbörse CEGH bei rund 30 Euro pro MWh, aktuell notiert dieser für kurzfristige Lieferungen aber schon bei 39-42 Euro. Hält dieser Trend an, wird sich der zuletzt zumeist gesunkenen Gaspreisindex bald wieder nach oben drehen.
Für Lieferungen im Februar 2026 liegen die Preise aber derzeit mit 36-40 Euro schon etwas niedriger, für das 2. Quartal 2026 bzw. für den Sommer werden derzeit an der Börse rund 34 Euro pro MWh bezahlt.
So wie es derzeit aussieht, wird Gas 2026 für die Verbraucher wohl eher etwas teurer. Und der Verbrauch via Gasheizung erhöht ob der Witterung dieses Winters die Jahresabrechnung wohl noch deutlicher...
Es gilt also weiterhin: Raus aus dem Gas, wer kann - und wer nicht kann sollte sich immer wieder um einen günstigen Gasanbieter umsehen...
Geldmarie-Linktipps:
Ad hoc-Meldung - Jänner 2026