2025 war eindeutig kein wirklich gutes Jahr für die Windkraft in Österreich: Schwache Produktion ob deutlich weniger Windaufkommen als erwartet sowie auch der schleppende Ausbau des heimischen Windkraftwerkparks sind die traurigen Fakten.
Lt. IG Windkraft betrug der Zuwachs an neu installierter Leistung im Vorjahr rund 240 Megawatt (MW) - damit waren zum Jahreswechsel 25/26 4.221 MW Leistung installiert.
Das ist zwar ein Rekordwert, trotzdem hinkt man Jahr für Jahr hinter dem Ausbauziel von 500 MW pro Jahr (2023: 311 MW, 2024: 96 MW, 2025: 244 MW...) hinterher. Die laut EAG per 2030 erwartete Jahresproduktion von 17 TWh liegt somit jetzt schon unerreichbar in der Ferne.
Wurden 2024 (bei guten Windbedingungen) noch rund 9,4 TWh Strom via Wind produziert, fiel dieser Wert 2025 ob sehr mauer Windbedingungen auf 8,5 TWh. Auch wenn 2026 wieder rund 300 MW Leistung ans Netz gehen sollen und der Wind die ersten Tage des Jahres 2026 wieder "normal" (also im Winter stark) wehte - das EAG-Ziel bei der Windkraft zu erreichen scheint in den verbleibenden 4 Jahren absolut unrealistisch.
Beim EAG-Ziel (bis 2030) liegt man derzeit gerade bei der Photovoltaik über dem Plan (da war die Energiekrise 2022 und 2023 hauptverantwortlich...) - bei der Wasserkraft wird sich dieses wohl auch nicht ausgehen (wiewohl hier von Jahr zu Jahr starke Schwankungen möglich sind) und der leichte Zuwachs bei der Biomasse kann das Kraut auch nicht fett machen.
Auch wenn der Ausbau der Erneuerbaren (Wasser, Solar, Wind, Speicher, Biomasse) in der Stromerzeugung weiterhin steigende Zahlen mit sich bringt: Auch der Strombedarf steigt von Jahr zu Jahr an und gerade dieser Tage (schon lange kalt im bevölkerungsreichen Osten Österreichs) zeigt sich, dass die Stromimporte aus dem Ausland extrem hoch sind. Schon 2025 war Österreich wieder ein Stromimportland (Zahlen folgen hier noch) - das sollte sich ob unserer feinen Ausgangslage mit viel Wasserkraft eigentlich schon lange geändert haben und nicht mehr dem Zufall (Wetter) überlassen sein.
Gerade im Winter ist die Windkraft ob hoher Strompreise doppelt wichtig - bei wenig Wasserkraft und kaum Solarstrom sorgt viel Wind für eine Normalisierung der sonst durch Gas extrem hohen Strompreise.
Wie zäh es ist, in Österreich neue Windkraftwerke zu installieren, zeigt sich nicht nur in Kärnten. 2025 wurden laut IG Windkraft in Österreich 48 neue Windkrafträder in Betrieb genommen und 23 Stück (kleinere, ältere Anlagen) deinstalliert. Einem Zubau von 285 MW steht ein Abbau von 41 MW gegenüber.
Auch wenn die Anzahl der Windräder eher stagniert bzw. da und dort sogar abnimmt (eine neue Anlage kann oft 3-6 Altanlagen ersetzen) steigt die installierte Leistung der vorhandenen Windkraftwerke laufend an: Waren 2024 noch 1.422 Windräder mit einer Leistung von 3.977 MW installiert, waren es 2025 schon 1.447 Stück mit einer Leistung von 4.221 MW. Ende 2026 sollen es nun lt. Schätzung der IG Windkraft schon 1.512 Windräder mit einer Leistung von 4.529 MW sein. Weht der Wind halbwegs brauchbar könnten dann in Österreich 2026 erstmals über 10 TWh Windstrom produziert werden.
Nach wie vor gibt es Anfang 2026 Windkraft nur in 6 Bundesländern:
In Niederösterreich stehen immerhin 830 Windräder mit einer Leistung von 2.324 MW. Dahinter folgt das Burgenland mit 446 Windrädern mit einer Leistung von 1.489 MW. Schon weit dahinter folgt die Steiermark mit 121 Anlagen deren Leistung 323 MW beträgt.
Noch viel weiter dahinter dann Oberösterreich mit 31 Anlagen welche für 50 MW Leistung sorgen. Kärnten kommt auf 10 Anlagen (28 MW) und auch in Wien stehen 9 Windräder mit einer Minileistung von 7 MW. Salzburg, Tirol, Vorarlberg: Totalversagen!
So wie schon fix ist, dass die internationalen Klimaziele schon jetzt unerreichbar sind (was die Bemühungen ja nicht einschränken sollte - im Gegenteil) ist es wohl auch klar, dass die EAG-Ausbauziele in Österreich verfehlt werden.
Ein schwaches Windjahr 2025 in Österreich versemmelt einigen einschlägigen Unternehmen die Bilanz, staatliche Gewinnabschöpfungen bzw. Gewinnentnahmen (Verbund!) reduzieren die Investitionsmöglichkeiten und auch der internationale Wind (Trump & Co.) bläst derzeit gewaltig den Erneuerbaren entgegen.
Dass Sonne, Wind und Wasser auf längere Sicht aber die Abhängigkeit Österreichs von Arschloch-Regimen (Öl, Gas) massiv reduzieren und diese quasi kostenlosen Energieträger auch die Preise für Energie drücken (während Unternehmen auch ohne Förderungen davon leben können), sollte schon bekannt sein. Auch wenn die Umstellung auf viel Erneuerbare auch in den nächsten Jahren noch negative und teure Auswirkungen (Ausbau der Netze) mit sich bringt.
Geldmarie-Linktipp:
Ad hoc-Meldung - Jänner 2026