Den Winter 2025/2026 kann man bisher ja sogar wirklich "Winter" nennen - insbesondere der Jänner 2026 zeigte sich einmal wieder von seiner frischen Seite. Für die heimischen Haushalte ist das aber in Sachen Energieverbrauch keine gute Nachricht - denn je kälter es ist, desto höher fallen auch die Heizkosten aus. Egal, mit welchem Energieträger man gerade die eigenen vier Wände erwärmt...
Ein strenger Winter (bzw. "ein mit den letzten Wintern vergleichsweise strenger Winter...") erbringt jedenfalls auch eine ziemlich hohe Nachzahlung bei der Strom-Jahresabrechnung. Wenn Sie mit Strom bzw. Wärmepumpenvariante heizen, darf schon einmal das Sparschwein geschlachtet werden...
Denn in den meisten Haushalten ist ein Mehrverbrauch an Strom fix - und Strom war auch im letzten Jahr nicht unbedingt billig. Insbesondere, wenn man weiterhin beim traditionellen Lokalversorger die Stromrechnung begleicht.
Nun hat aber der Verbund (wohl mit klaren Signalen aus der Politik - schließlich ist der Verbund ja immer noch in Republikshänden) per 1.3. eine deutliche Senkung des Arbeitspreises auf ca. 9,5 Cent (ohne Steuern und Netzgebühren, "Österreich-Tarif") verlautbart. Und siehe da - schon einige Tage später meldete sich auch die EVN mit einem zukünftigen Durchschnittspreis von rund 10 Cent pro Kunde (ab 1.4.) zu Wort. Weitere "Platzhirschen" werden wohl folgen...
Die EVN hat zusätzlich auch einen "Sommerrabatt" in Planung: In den starken Sonnenstunden von 10-16h soll der Strombezug dann noch günstiger sein. Angesichts der vielen Photovoltaikanlagen im Netz durchaus eine sinnvolle Maßnahme (sei hiermit auch anderen Anbietern empfohlen) - die ein wenig Druck aus dem Netz nehmen könnte.
Wenn dann vermehrt in dieser Zeit einige Starkverbraucher (z.B. E-Cars, Waschmaschine, Warmwasser, Geschirrspüler etc.) am Netz hängen, müssen bei Überproduktion nicht so viele Anlagen vom Netz genommen werden.
Wenn sich die 10 Cent Arbeitspreis als neuer Maßstab im Sommer etablieren, wäre das eine durchaus feine Sache und würde viele Haushalte entlasten. Denn aktuell ist der Arbeitspreis für Strom bei den meisten Anbietern deutlich höher.
Die große Frage ist hier allerdings, wie sich die Preise dann ab dem Herbst 2026 weiterentwickeln. In den Wintermonaten ist nämlich Strom in der Regel deutlich teurer und es hängt sehr stark von der Einkaufspolitik der Stromanbieter ab, ob sie sich dann auch weiterhin Arbeitspreise von 10 Cent oder gar weniger leisten können. Die größten Strommengen werden nämlich schon langfristig besorgt/verkauft...
Sieht man sich aktuellen Strom-Börsenpreise an, so liegt der Kilowattpreis im Winter deutlich über diesen 10 Cent/kWh - aktuell wären das z.B. von 12 bis 26 Cent/kWh. Also ein deutliches Negativgeschäft für die Stromlieferanten.
Kein Wunder - denn die heimischen Flüsse führen wenig Wasser, der Wind weht nur mäßig, die Sonne scheint auch noch nicht wirklich stark (und nur kurz) und sehr viel Strom muss mit Gas- oder Pumpspeicherkraftwerken erzeugt werden. Hinzu kommen täglich hohe Importmengen die ob der kalten Witterung in Europa auch nicht günstig sind.
Während von Frühling über den Sommer bis in den Oktober hinein an sonnigen Tagen untertags sogar Negativstrompreise an den Börsen zu sehen ist (da freuen sich dann Menschen mit "Floatertarifen"), sieht das in der kalten und trüben Jahreszeit dann schon ganz anders aus.
Es ist demnach durchaus zu erwarten, dass diese 10-Cent-Preise nicht ewig halten und manche Unternehmen (die sich den Strom nicht schon längerfristig um 8 Cent oder weniger gesichert haben) wieder die Preise anheben werden/müssen.
Für Konsumenten ist es demnach weiterhin wichtig, den eigenen Stromtarif zu kennen und mit dem Marktpreis zu vergleichen (siehe Linktipps). Ist dieser ungünstig, ist ein Anbieterwechsel absolut zu empfehlen. Hier aber auch darauf achten, ob es sich um kurzfristige Aktionen handelt (Einmalrabatte) - solche Anbieter sind dann nach Auslaufen des Aktionszeitraumes gar nicht mehr so billig...
Auch wenn dieser Winter teuer wird: Insbesondere im Sommer zeigen sich schon positive Effekte im Ausbau der Erneuerbaren. Der Netzausbau bzw. die Lastenoptimierung (inkl. Stromspeicherung) wird wohl leider noch lange dauern - "Sommerstromtarife" a la EVN sind aber ein richtiger Schritt. Und auch die Energiegemeinschaften/Strompartnerschaften werden 2026 noch ein wenig attraktiver...
Geldmarie-Linktipps:
Ad hoc-Meldung - Jänner 2026