Als Musik vor etwas mehr als 2 Jahrzehnten digital wurde (zuerst via mp3-Files), fielen die Umsätze der fetten Labels massiv. Erst das Aufkommen von Streamingportalen (zuerst Apple, dann Spotify) drehten die Umsätze dann wieder nach oben und seit rund 9 Jahren wächst auch der Musikmarkt in Österreich (dem internationalen Trend folgend) wieder. So auch 2025, wie IFPI Austria nun verlautbarte.
270,4 Mio. Euro Umsatz sind ein Plus von 6,5% gegenüber 2024. 2024 ist der Markt noch um 7% gewachsen, 2023 noch um 10,2% - die Zuwächse sind demnach etwas geringer und werden sich wohl auch in den nächsten Jahren abflachen. Streaming hat mittlerweile einen Anteil von 87% der Verkaufsumsätze!
In den letzten 2 Jahrzehnten hat sich der Musikmarkt komplett verändert: Dominierte die CD lange Zeit und Vinyl (Schallplatten) war dem Aussterben nahe, so ist nun Streaming klare Nr.1 bei den Musikumsätzen (in Österreich und natürlich auch weltweit).
2025 war es in Österreich dann soweit, dass sogar Vinyl an der CD vorbeizog. 13,3 Mio. Umsatz mit Schallplatten sind allerdings nur noch ein kleines Plus von 1,5% gegenüber 2024. Die CD verlor hingegen 14,5% und konnte nur noch auf einen Umsatz von 12,4 Mio. Euro kommen.
Mit 202,9 Mio. Umsatz beim Streaming ist die "Abo-Musik" auch 2025 fein gewachsen. Das Umsatzplus betrug im Vorjahr 9,2%, schwächt sich aber etwas ab. Im Jahr davor wurde noch um 10,9% zugelegt.
5,8 Mio. Euro entfielen auf Downloads, 1 Mio. Euro auf Musik-DVD´s und 1,8 Mio. Euro auf Synch-Rechte.
35,7 Mio. Euro Lizenzeinnahmen (Radio, öffentliche Musikwiedergabe, Speichermedienvergütung) verbuchte die Verwertungsgesellschaft LSG - das ist ein nettes Plus von 7,2% zum Vorjahr.
Die erfolgreichste Single in Österreich war 2025 die Partynummer "Wackelkontakt" von Oimara (aus Deutschland), bei den Longplayern hatte Megastar Taylor Swift mit "The Life of a Showgirl" die Nase vorne. Unter den Top10-Singles gab es keine Vertreter aus Österreich, bei den Longplayern konnte sich Rainhard Fendrich Platz 6 sichern und Seiler & Speer waren mit dem neuen Album auf Platz 8 der Jahreswertung zu finden.
Ein Ende des Streaming-Trends ist aktuell nicht abzusehen. Noch immer gibt es hier Zuwächse (auch wenn diese abflachen). Vinyl hat nun sogar die CD wieder überholt und die CD stirbt aus.
Für jüngere bzw. unbekannte MusikerInnen ist das leider kein positiver Trend: Während die Plattenfirmen durch die Streams ihrer alten Hits nun schon zum dritten Mal verdienen (zuerst Vinyl, dann CD, nun Streaming) und Dauererträge haben, sind die kleinen Acts mangels brauchbarer Einnahmen beim Streaming (rund 2-3 Euro für 1.000 Streams bei Spotify - und da holt sich dann noch das Label seinen Anteil...) ziemlich arm dran.
Hat man vor einigen Jahren auf Konzerten zumindest noch eine CD mit netten Spannen verkaufen können, so ist (oft schon mangels vorhandenem CD-Player) dieses Geschäft komplett eingebrochen. Und eine Vinyl-LP ist in Kleinauflagen teuer und hat kaum Gewinnspannen (sonst müsste diese 40 Euro kosten...).
Das Wachstum des Musikmarkts kommt demnach primär den Streamingportalen bzw. den Labels zugute...
Ad hoc-Meldung - Februar 2026Geldmarie-Linktipps: