Dass der Winter 25/26 in vielen Teilen Österreichs zu einer ziemlich heftigen Energierechnung führt (egal, womit man heizt), wissen wir schon seit einigen Wochen. Dass nun auch der März bezüglich Energie ziemlich teuer werden wird, steht seit dem Angriff seitens USA/Israel auf den Iran (inklusive dessen Gegenangriffe in der Region) nun auch schon fest.
Ohne hier groß auf die Sinnhaftigkeit dieses Krieges einzugehen (wirklich sympathisch ist mir ja keiner der Parteien...) - für Europa zeigt sich wieder die Notwendigkeit, so rasch wie möglich aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern herauszukommen!
Erst 2022 hat sich dies nach dem Angriff von Russland auf die Ukraine massiv gezeigt (primär ob Erdgas, aber auch in Sachen Diesel) - und kaum hat sich hier die Versorgungslage beruhigt und die Inflation in Österreich eingebremst, droht schon der nächste Engpass bzw. eine heftige Preissteigerung.
Öl- und Gasexporte aus der vom Iran-Krieg betroffenen Region sind ob der nicht mehr sicher via Schiff befahrbaren Straße von Hormus derzeit nicht wirklich möglich - und schon vor dem Wochenende haben die Märkte auf die Kriegsgefahr mit leicht steigenden Preisen für Gas und Öl reagiert.
Lag der Gaspreis an der Gasbörse CEGH für das Wochenende noch bei 33 Euro pro MWh, zog dieser nun am Montag (für Lieferungen Dienstag) auf 43 Euro an. Aktuell wird die Megawattstunde für den Mittwoch gar um 55 bis 57 Euro gehandelt.
Gerade beim Gas ist das aktuell besonders heikel - denn die Gaslagerstätten sind in vielen Teilen Europas nach dem doch wieder stattfindenden Winter ziemlich leer und harren gerade schön langsam wieder der Befüllung.
2025 wurden die Gaslager (in Erwartung von günstigeren Preisen im Jahr 2026) oft nicht voll angefüllt - und da besteht nun großer Gasbedarf, der in den nächsten 6 bis 7 Monaten gedeckt werden muss. Aktuell wird sich das zwar nicht auf die Gaspreise für Endkunden auswirken - dauert der Krieg im Iran aber noch länger, wird das 2026/2027 für Gaskunden ziemlich unlustig. 2022 und 2023 lassen grüßen...
Wer einen längeren Krieg bzw. weiter hohe Gaspreise befürchtet, könnte sich jetzt einen Fixtarif (zumindest für 1 Jahr) sichern!
Unlustig wird es bei längeren Verwerfungen auf den Energiemärkten auch beim Strompreis. Da Gas in den nächsten Monaten nicht mehr so intensiv zur Stromproduktion benötigt wird wie im kalten Winter und die Produktion nun vermehr von Sonne und Wasser übernommen wird ist uns hier noch eine "Schonfrist" vergönnt. Dauert der Krieg aber länger und die Gaspreise bleiben hoch, ist ab dem Herbst 2026 auch wieder mit (gasgetriebenen) höheren Strompreisen zu rechnen.
So der Krieg (wie derzeit angekündigt) aber in ein paar Wochen Geschichte ist, sollten sich auch die Gaspreise wieder beruhigen.
Denn eigentlich gibt es bei Erdgas ja weltweit keine Mangellage (so nicht gerade die Straße von Hormus unbefahrbar ist) und Europa kann auch via Norwegen und USA-LNG recht solide versorgt werden.
Dies gilt auch für Öl - wo es am Montag und auch heute auch kräftige Preissprünge gab. So zog das für Europa wichtige Brent-Rohöl um rund 10% an (derzeit rund 80 Dollar/Barrel), WTI-Öl verteuerte sich um rund 8% (ca. 73,50 Dollar).
Während die Preisanstiege an den heimischen Tankstellen derzeit noch relativ langsam sind (wiewohl deutlicher als notwendig...) und man darauf hoffen kann, dass sich die Lage mit einem baldigen Kriegsende in der Region rasch wieder beruhigt (eigentlich rechnete man jüngst z.B. bei der OMV mit Ölpreisen 2026 um die 60 Dollar...), sind die Preise für Heizöl in Österreich schon am Montag massiv explodiert:
Zahlte man vor dem Wochenende noch rund 112 Euro für 100 Liter (lt. HeizOel24), so waren es am Montag plötzlich fette 135 Euro (auch am Dienstag). Da machen wohl einige Lieferanten fettes Cash - und wer da jetzt panisch Heizöl bestellt (viele Tanks sind ja auch ziemlich leer), zahlt kräftig drauf. Wer noch mit Heizöl heizt, ist wohl besser dran, das Kriegsende abzuwarten und jetzt nicht nervös zu werden. Wenn der Tank leer ist: Kleinere Mengen bestellen. Auch wenn man den Ölpreis natürlich nicht seriös prognostizieren kann ist die Weltwirtschaft derzeit eher mau unterwegs was ja eigentlich für einen niedrigeren Ölpreis spricht...
Wer dieser Tage mit Öl heizt, sollte aber ohnehin darüber nachdenken, ob das (auf längere Sicht) überhaupt noch Sinn macht. Aktuell gibt es wieder (wenn auch weniger) Förderungen für einen Heizungstausch! Und auch ein Gasausstieg (so möglich) ist immer eine Überlegung wert...
Aktuell bleibt in Sachen Energiepreise nur die Hoffnung, dass der Iran-Krieg nicht lange dauert.
Geldmarie-Linktipps:
Ad hoc-Meldung - März 2026