Keine Frage: Wer dieser Tage sein Auto betankt und dies vor 2 Wochen auch gemacht hat, merkt das schon einen gewaltigen Unterschied. Rund 20 bis 25 Prozent sind die Ölpreise ob des Iran-Kriegs angezogen und dies wurde auch umgehend an den Zapfsäulen weitergegeben. Auch wenn das meiste für Österreich relevante Öl gar nicht aus der Kriegsregion kommt und dieses auch weit vor dem Kriegsausbruch günstig eingekauft wurde. Wenn die Preise wieder fallen, wird es mit der Preisreduktion wohl wieder deutlich langsamer gehen. "Körberlgeld" für die Ölfirmen...
Nachdem sich auch die USA wohl keine neue Weltwirtschafts- bzw. Energiekrise leisten wollen und können und die Gründe für den Angriff auf den Iran wohl primär machtpolitisch sind (das Regime dort ist ja seit mehr als 40 Jahren dubios) darf man wohl schon in den nächsten Tagen bzw. Wochen mit einem (vorläufigen) Ende rechnen.
Schon die Aussage Trumps bezüglich fast vollständiger Erreichung der Kriegsziele sorgte für einen massiven Preisrutsch bei Rohöl. Sind aber rund 20% der weltweiten Ölförderung via Straße von Hormus derzeit nicht disponibel, ist der Preisanstieg natürlich logisch. Darüber hinaus werden auch einige Ölfelder bzw. Förderanlagen derzeit zerstört und benötigen wohl Monate bzw. sogar Jahre, um wieder anzulaufen.
Hören Israel und die USA mit dem Angriff auf, wird auch der Iran die Schiffe in der Straße von Hormus nicht mehr angreifen - und der Ölpreis wird dann rasch und deutlich sinken.
Ein paar Wochen höhere Spritpreise wird auch die Weltwirtschaft (sowie auch die heimische Wirtschaft) nur marginal beeinträchtigen. Nach wie vor gehe ich davon aus, dass dieser Spuk nur recht kurze Zeit andauert. Ohne Bodentruppen kriegt man wohl das Mullah-Regime des Iran ohnehin nicht weg - solange dort der Sicherheitsapparat vor Ort funktioniert bleibt wohl auch eine erfolgreiche Revolution aus. Abermalige Konflikte mit dem Iran sind also in weiterer Folge vorprogrammiert.
Beim Tanken sind wir derzeit leider ein wenig machtlos und den Ölkonzernen ausgeliefert. Hier empfiehlt sich die Inanspruchnahme des Spritpreisrechners bzw. ein Tankvorgang am Vormittag. Aktuell dürfen nämlich die Spritpreise nur 1x zu mittag (12h) nach oben angepasst werden - ein Regel, die sich durchaus bewährt hat!
Den Regierungsvorschlag, die Preise an den Zapfsäulen nur noch 3x pro Woche (Montag, Mittwoch und Freitag) nach oben anpassen zu dürfen, finde ich eher zahnlos. Da wäre es schon z.B. schon sinnvoller, ab einem gewissen Rohölpreis (z.B. Brent-Oil ab 100 Dollar) die CO2-Steuer kurzfristig auszusetzen oder zu reduzieren. Ob internationaler Ölkonzerne scheint mit der Vorschlag einer "Spannendeckelung" bei den Konzernen technisch eher schwer umzusetzen...
Wer immer noch Heizöl benötigt, hat hoffentlich derzeit keinen ganz leeren Tank. Die Heizsaison ist ohnehin schon im Ausklingen und im Normalfall sollte Heizöl nach einem 50%-Preissprung nun wieder billiger werden und auch (so der Krieg erwartungsgemäß bald Geschichte ist) in den nächsten Wochen und Monaten sollten hier die Preise fallen. Wer aktuell den Tank befüllt, zahlt wahrscheinlich gewaltig drauf...
Auch die Großhandelspreise bei Gas haben sich schon etwas beruhigt: Wurde die MWh Gas an der Gasbörse CEGH für den Montag noch um 59 Euro gehandelt, sind es für Donnerstag "nur noch" 49 Euro - aber immer noch rund 40 bis 50% mehr als vor Ausbruch des Iran-Konflikts.
Wie bei Öl sind wir auch beim Gas sehr vom Weltmarkt abhängig. So Sie Gasverbraucher sind und mit weiter hohen Gaspreisen rechnen, könnten Sie sich aktuell noch da und dort einen Fixtarif (auf zumindest 1 Jahr) sichern.
Selbiges (Fixtarif sichern?) gilt für Strom: Dieser ist aber nicht so deutlich vom Öl- oder Gaspreis abhängig - immerhin produzieren wir in Österreich den meisten Strom selbst und Gas wird nur in der kälteren Jahreszeit stark zur Stromerzeugung herangezogen. Und die kalten Tage sind ja hoffentlich bald wieder für einige Zeit lang vorbei und schon jetzt sorgt die Photovoltaik für eine Entspannung bei den Strompreisen...
Wie die APG heute mitteilte, waren wir in Österreich 2025 leider wieder ein Stromimportland. 2024 konnten wir (ob außergewöhnlich viel Wasser-, Wind- und mehr Sonnenstrom) ausnahmsweise sogar einen Stromexport von 4.747 GWh liefern, 2025 mussten wir wieder bilanziell 5.360 GWh Strom aus dem Ausland zukaufen. Gerade hier wäre ob unserer günstigen Voraussetzungen (Wasser!) eigentlich ein Exportplus fast Pflicht. Die Erneuerbaren-Ausbauziele sind leider ziemlich in Vergessenheit geraten und werden derzeit gerade einmal von der (auch schon stagnierenden) Photovoltaik erfüllt.
Keine Sorgen muss man sich hingegen bei Brennholz machen. Während die Pellets wohl 2026 wieder etwas teurer werden ist Brennholz in Österreich in hohen Mengen vorhanden. Gerade im Februar sorgte großflächig auch Schneedruck für viel Schadholz (welches allerdings noch nicht auf den Markt kommt) - Leider ist Heizen mit Holz (ob Schmutz, Raumbedarf und mehr Arbeit) ziemlich außer Mode geraten - in Sachen Fernwärme wird Holz aber weiter relevant bleiben.
Auch wenn derzeit alles über steigende Energiepreise redet: In 2-3 Wochen ist diese Diskussion (hoffentlich) wohl kein Thema mehr. Möge ich mich nicht irren;-)
Geldmarie-Linktipps:
Ad hoc-Meldung - März 2026