Die letzten Jahre waren für heimische Stromproduzenten bzw. Stromlieferanten ja durchaus Prachtjahre. Hohe Strompreise und solide Produktionsmengen führten oft zu Rekordgewinnen. 2025 verlief diesbezüglich aber schon deutlich schwächer und auch der Verbund konnte sich dem Trend nicht entziehen und präsentierte nun für das Jahr 2025 deutlich schwächere Zahlen als noch in den Vorjahren.
So sank 2025 der Umsatz beim Verbund von 8,24 Mrd. Euro (2024) auf nunmehr 8,01 Mrd. Euro - konnte aber mit einem Minus von 2,8% sogar noch recht stabil gehalten werden. Das lag auch an einem durchschnittlichen Absatzpreis von 116,3 Euro pro MWh welcher ob schon 2023 für 2025 verkaufter Absatzmengen nur um 1,7% sank.
Bei den Gewinnzahlen sah das schon deutlich negativer aus: Das EBITA fiel von 3,48 Mrd. Euro um 21,3% auf 2,74 Mrd. Euro, das EBIT reduzierte sich von 2,73 Mrd. um 22,5% auf 2,11 Mrd. Euro und der Konzerngewinn fiel von 1,88 Mrd. Euro um 20,6% auf 1,49 Mrd. Euro. Immer noch ein sehr fetter Gewinn, wird nun in vielen Foren stehen...
Insbesondere für Stromproduzenten mit viel erneuerbarer Stromerzeugung war 2025 leider ein sehr schwaches Jahr. Ein Jahr, welches nun mit einem vergleichsweise sehr guten Grünstrom-Erzeugungsjahr 2024 verglichen wird und somit besonders schlecht aussieht: So sank der Erzeugungskoeffizient bei der Laufwasserkraft (besonders wichtig für den Verbund) von 1,09 auf 0,79. 1 wäre hier ein "Normaljahr" - da sieht man schon, wie schwach die Wasserführung 2025 in Österreich war bzw. wie gut das Vorjahr war. 2026 läuft es diesbezüglich übrigens auch nicht besonders stark an - wenig Niederschläge und wenig Schmelzwasser auf den Bergen werden wohl auch das 1. Quartal 2026 eher schwach ausfallen lassen...
Auch wenn die Wasserführung besonders schwach war: Immerhin 25.370 GWh Strom aus Wasserkraft konnte der Verbund 2025 produzieren.
Auch die Speicherkraftwerke waren 2025 um 5,9% schwächer unterwegs also noch im Jahr davor und selbst der Wind und die Photovoltaik (die für den Verbund noch nicht so wichtig sind) büßten in der Produktion 9% gegenüber dem Vorjahr ein.
Trotzdem erhöht der Verbund für 2025 seine Dividende: 3,15 Euro sind 2% "Normaldividende" plus 1,15 Euro Sonderdividende. Hier lässt eindeutig der marode Staatshaushalt grüßen - immerhin gehören 51% des Verbund der Republik Österreich (also uns).
Für 2026 erwartet man seitens Verbund derzeit ein EBITA von 2 bis 2,5 Mrd. Euro und ein Ergebnis von 900 Mio. bis 1,2 Mrd. Euro.
Gewinnabschöpfung (2025 immerhin 135,9 Mio.) und politische Dividendengestaltung bzw. politische Einflussnahme auf die Preisgestaltung für Endkunden machen die Verbund-Aktie aktuell trotz "Versorgercharakter" (in Krisenzeiten wie aktuell normalerweise durchaus begehrt) eher unattraktiv.
Vor einem Jahr kostete das Papier noch knapp über 70 Euro und zeigte sich dann in den nächsten 12 Monaten eher im roten Bereich. Zuletzt zog die Aktie als "Krisenpapier" zwar wieder von 58 Euro auf 67 Euro (gestern) hoch, ob der Ergebnisse ging die Verbund-Aktie aber heute mit einem klaren Minus in den Börsentag und lag kurz nach Handelsbeginn bei rund 65 Euro.
Angesichts der derzeit mittelprächtigen Erwartungen wohl ein relativ fairer Kurs: Da 2025 bei mehrheitlich ungünstigen Bedingungen immer noch ein fetter Gewinn (wenn auch niedriger) eingefahren wurde und die Aussichten für 2026 derzeit nicht allzu rosig sind kann man trotzdem darauf hoffen, dass 2026 noch ein gutes "Wasserführungsjahr" wird. Denn insbesondere die Produktion via Wasserkraft ist für den Verbund besonders wichtig, die (derzeit wenig absehbare) Weiterentwicklung des Strompreises natürlich auch. Da Strom aber zu großen Teilen auch lange vor der eigentlichen Produktion verkauft wird, weist die erste Prognose (seitens Verbund) für 2026 eher auf einen sinkenden Strompreis hin.
Derzeit ist die Verbund-Aktie für mich eher ein "Halten" bzw. ein "an schwachen Tagen zukaufen". Für ein eher risikoloses Portfolio ist der Wert aber immer noch eine feine "Beimischung".
Geldmarie-Linktipp:
Ad hoc-Meldung - März 2026