Noch vor 3 Wochen war eigentlich von einer kurzen Attacke Israels sowie der USA auf den Iran auszugehen: Ein Paar dubiose Herren mit Turban aus dem Verkehr ziehen und ein paar Atom-Versuchsanlagen in die Luft sprengen - und das wars. Dachte zumindest die Geldmarie - und wohl auch die meisten Menschen...
Die Herren Trump und Netanjahu einzuschätzen, ist jedoch ein schweres Unterfangen - was in deren Hirnen vorgeht bzw. was die fragwürdigen Einflüsterer in deren Umgebung anbelangt ebenso. Und so befindet sich der Iran-Krieg 2026 nun schon in der vierten Woche und hat nebst viel Leid in der Region auch wirtschaftlich schon für ein kräftiges Desaster gesorgt. Und dieses breitet sich gerade weltweit aus...
Nachdem der Iran nämlich sehr rasch die Straße von Hormus gesperrt hat (bzw. dort Schiffe angriff) sind große Teile der Welt nun von "Fossilnachschub" abgeschnitten. Es fehlt da und dort schon nach wenigen Wochen an Öl (=Benzin und Diesel) sowie Gas und auch das Ausbleiben von Düngemittel könnte weitreichende Folgen haben.
Von 20-25% der Weltproduktion bei Öl und Gas ist hier zumeist die Rede - da wird einem rasch klar, dass nicht nur in Asien schon sehr bald Öl und Gas fehlen wird.
Könnte man kurzfristig noch auf ein rasches Kriegsende bzw. einen Waffenstillstand hoffen, ist mittelfristig der Schaden schon angerichtet: Sowohl der Iran als auch USA/Israel haben nämlich auch schon jede Menge Infrastruktur (Raffenerien, Verladestellen etc.) demoliert - und das sorgt wohl für länger hoch bzw. extrem hoch bleibende Öl- und Gaspreise bzw. starken Nachfrageüberhang...
Das hat sich natürlich jetzt schon auf die Preise ausgewirkt: Rohöl kostet mittlerweile schon rund 112 Dollar/Barrel - vor dem Krieg dümpelte es noch bei rund 70 Dollar dahin. Und der Gaspreis hat sich seit Kriegsbeginn in unseren Breiten schon von rund 30 Euro pro MWh auf mehr als 60 Euro verdoppelt.
Da hilft es auch wenig, wenn man z.B. in Europa bzw. Österreich gar kein oder nur wenig Gas oder Öl aus der Region bezieht - die Mangellage sorgt am offenen Weltmarkt natürlich für weltweit steigende Preise.
Und auch wenn ich nach wie vor der Ansicht bin, dass sich Trump & Co. diesen Krieg nicht mehr lange leisten wollen/können werden die Preise für Öl und Gas ob der vielen zerstörten Infrastruktur in der Region (nicht nur im Iran) längere Zeit hoch bleiben und es wird wohl noch viele Monate/Jahre dauern, bis die Schäden einigermaßen behoben sind und die Weltwirtschaft wieder "geschmiert" läuft.
Ob es bei uns auch zu Ölengpässen kommt, ist selbst für Insider schwer abzuschätzen. Beim Gas sollte diesbezüglich keine Mangellage auftreten: Einerseits sind die Lager nach dem Winter noch zu 35% gefüllt und andererseits beziehen wir kein Gas aus der Kriegsregion. Dass das Befüllen der Speicher (welches gerade beginnt) 2026 aber sauteuer wird und schon bald zu höheren Gaspreisen führen wird, steht außer Frage...
Öl- und Gaspreisanstieg werden sich auch schon sehr bald in der Inflation abbilden. Zuerst via Tanken (jetzt schon teurer), dann auch über Lebensmittel & Co. (bald teurer) sowie über Gas (Industrie). Der Strompreis hätte sich ja ab dem Frühling (bis in den Herbst hinein) ob der guten Versorgung via Photovoltaik erholen sollen - bei schlechter Wasserführung (derzeit leider aktuell und auch ob wenig Winter-Niederschlag wohl weiter gegeben) sowie wenig Wind (bisher leider auch der Fall) wird aber wieder sehr viel Gas zur Stromproduktion nötig sein und auch die Strompreise nach oben ziehen.
Während man beim Tanken ohnehin den Ölkonzernen und der Regierung (Steuern) ausgeliefert ist (die 10 Cent machen das Kraut nicht wirklich fett, sind aber zumindest ein Zeichen...), kann man zumindest beim Strom und bei Gas jetzt reagieren: Wenn Sie der Ansicht sind, dass die Preise weiter steigen bzw. so hoch bleiben wie aktuell, ist es wohl kein Fehler, sich zumindest jetzt einen Fixtarif auf 1 Jahr Laufzeit zu sichern.
Geldmarie-Linktipps:
Ad hoc-Meldung - März 2026