Sieht man sich die von der Statistik Austria gerade veröffentlichten Zahlen zum KFZ-Markt in Österreich an, halten 2 Trends weiter an: Einerseits steigen die Neuzulassungen von KFZ (insbesondere von PKW) deutlich an und andererseits sind die neu zugelassenen PKW immer häufiger mit Alternativantrieb ausgestattet. Sowohl Hybridantrieb als auch Elektroantrieb legen weiter deutlich zu.
Der Neuwagenmarkt hatte die letzten Jahre ja durchaus mit diversen Troubles zu kämpfen. Wurde 2017 mit rund 353.000 PKW-Neuzulassungen noch ein Rekordjahr erzielt, ging es fortan deutlich runter. Lieferkettenprobleme wie auch Covid19 führten dazu, dass 2022 nur 215.000 neue PKW zum Verkehr zugelassen wurden - eine Katastrophe für die einst boomende Branche.
Nunmehr zeigt der Trend aber schon wieder nach oben und nach 285.000 Neuzulassungen im Jahr 2025 darf man wohl 2026 wieder mit dem Erreichen der 300.000-PKW-Marke rechnen.
Nach 4 Monaten (Jänner bis April 2026) liegt man jedenfalls mit 104.744 Neuzulassungen von PKW um 15,3% (+13.872 PKW) über dem Vorjahr. Insgesamt wurden da 141.044 KFZ zugelassen - ein Plus von 19.678 Stück bzw. 16,2%.
Deutliche Zuwächse gab es auch bei LKW N1 (11.955 Stück, plus 33,3%), Mofas (3.493, +33,3%) sowie Motorrädern (12.785, +13%). Auch wenn sich die Zuwächse zuletzt abgeschwächt haben (April: +10,7% bei PKW) scheint es für den Neufahrzeughandel 2026 wieder ein halbwegs brauchbares Jahr zu werden. Ob die fetten Zahlen aus 2017 je wieder erreicht werden, ist hingegen derzeit noch nicht klar...
Von den 104.744 zwischen Jänner und April 2026 neu zugelassenen PKW waren immerhin 67.561 Stück mit einem alternativen Antrieb ausgestattet. Das sind fette 64,5% der PKW-Neuzulassungen und ein Plus von 14.328 Stück im Vorjahresvergleich.
Stark zulegen konnte in den ersten 4 Monaten der Benzin-Hybrid-Antrieb: 38.576 PKW bedeuten ein Plus von 35,9%. Reine Elektroautos legten mit 23,2% auch kräftig zu und brachten es auf 24.469 Stück. Deutlich weniger gefragt war bisweilen Diesel-Hybrid-PKW, die 9,5% auf 4.515 Stück verloren. Sieht man sich die aktuellen Dieselpreise an der Tankstelle an, weiß man warum...
Auch bei den Fossilen ist der Dieselpreis natürlich wirksam: Während Diesel-PKW in den ersten 4 Monaten 8,7% an Neuzulassungen verloren (10.386 Stück), konnten Benziner sogar 2% auf 26.797 Stück zulegen.
Der Gesamtbestand an PKW ist (leider) weiterhin steigend: 5,296 Mio. PKW zählte die Statistik Austria per Ende März 2026. Davon waren noch immer 2,377 Mio. "reine" Diesel-PKW, 2,171 Mio. hatten Benzinantrieb. Der Alternativantrieb stellt sich da mit rund 470.000 Hybrid-PKW oder 274.000 Elektoautos fast noch bescheiden dar - legt aber (siehe oben) kräftig zu.
Bis der Alternativantrieb hier dominiert, dauert es aber wohl noch rund 10 Jahre. Schon 2027 oder 2028 könnte aber der Benzinantrieb wieder den Dieselantrieb überholen - denn die Neuzulassungen von Diesel-PKW nehmen weiterhin stark ab und Dieselautos (wie auch Benziner) sind im Schnitt deutlich ältere Semester als Hybrid- oder Elektroautos.
Die PKW-Neuzulassungen werden weiterhin von deutschen Herstellern dominiert: VW kommt bisweilen auf 14,5%, Skoda (gehört zu VW) auf 10,9%, Audi auf 7,1% und BMW auf 6,2%. Den höchsten Zuwachs bei den Top-Marken verzeichnet BYD - plus 69% zum Vorjahr wurden hier gezählt...
Auch wenn Diesel (bei LKW sowieso) und Benzin noch einige Jahre lang die heimischen Straßen dominieren: Die aktuellen Spritpreise geben der Energiewende am PKW-Markt kräftigen Auftrieb und lassen auch Privat vermehrt zu Alternativantrieb greifen.
Zahlen zum KFZ-Bestand sowie den jährlichen PKW-Neuzulassungen finden Sie hier: Autobestand und Neuzulassungen - PKW in Österreich
Und hier ist die Entwicklung von Elektroautos bzw. Alternativantrieben in Österreich zu finden: Entwicklung Elektroautos und Alternativantrieb in Österreich
Ad hoc-Meldung - Mai 2026