Und jährlich grüßt das Murmeltier: Die Regierung (ÖVP, SPÖ und NEOS) haben sich im Rahmen der laufenden Budgetverhandlungen für das Doppelbudget 2027 und 2028 auf die Pensionserhöhung 2027 geeinigt. Das Ergebnis ist -wie üblich- ein ausgesprochen schwacher Kompromiss und fast schon ein kleines Verbrechen an den jüngeren Menschen im Lande...
Statt endlich eine wirkliche zukunftsorientierte Pensionsreform auf den Weg zu bringen und damit auch die höchst notwendige Budgetsanierung zu unterstützen wurstelt man wieder weiter und wagt es nicht, das viel zu teure Pensionssystem endlich auf neue Beine zu stellen.
Für die Bezieher von Mindestpensionen kommen auf den aktuellen Ausgleichszulagenrichtsatz (=Mindestpension) von 1.308,39 Euro die vollen 3,3% drauf, die es eigentlich für alle Pensionisten hätte geben sollen. 2,95% Erhöhung sind es für die weiteren Pensionisten ab 2027.
280 Mio. Euro sollen damit "eingespart" werden - tatsächlich muss man aber 2027 mit einer Mehrbelastung seitens Pensionen von rund 2,4 Milliarden Euro rechnen. Diese Summe alleine zeigt schon, dass unser Pensionssystem außer Rand und Band gerät und die Politik seit Jahrzehnten aus Angst vor der breiten Masse der aktuellen und baldigen Pensionisten in Sachen Reform gelähmt ist.
Mit Blödsinnigkeiten wie der geplanten Paketsteuer oder gar mit Einsparungen im Bildungssystem zeigt auch diese Regierung deutlich ihre Zukunftsvergessenheit. Wie die NEOS hier mittun können, entzieht sich völlig meiner Vorstellungskraft. Dass die FPÖ von "Pensionsraub" spricht, versteht sich von selbst - ist aber bei einer populistischen Rechtspartei nicht verwunderlich. Dabei sind ja gerade die FP-Wähler ja wohl eher den "Leistungsempfängern" als den "Leistungsträgern" zuzuordnen...
Sogar die ÖVP-Pensionistenvertreterin Ingrid Korosec (wirkte nicht unzufrieden) hielt im Interview in der ZIB2 eine Pensionsreform für notwendig, sollte aber schön langsam in ihrer Argumentation darauf verzichten, auf die Leistungen "Aufbaugeneration" (nach dem Krieg) hinzuweisen. Die ist nämlich schon zu großen Teilen verstorben und hat -so fleißig gearbeitet- sowieso eine wunderbare Pensionshöhe. Pensionen, die man sich heute und zukünftig wohl nicht mehr leisten kann/sollte.
Vielmehr sollte man sich um die aktuell anlaufende Pensionierungsflut der Boomer und der älteren Generation X (der auch die Geldmarie angehört) sorgen: Menschen mit guten Einkommen und langem (oft durchgehenden) Erwerbsleben, die das Pensionssystem schon jetzt extrem verteuern. Und in den nächsten 10 Jahren gehen diese geburtenstarken Jahrgängen (insbesondere 1960er+) alle in Pension...
Generationengerechtigkeit sieht anders aus als unser Generationenvertrag. Unterschreiben würde ich diesen (auch wenn mein persönliches und zukünftiges Pensionskonto schon schön angeschwollen ist) "Vertrag" nicht!
Ad hoc-Meldung - Mai 2026