Nachdem vor wenigen Tagen der 2. Call für Photovoltaik-Förderungen schon nach 33 Sekunden ein "sold out" ergab, ist die Aufregung in der Branche naturgemäß groß: Von rund 28.000 Anträgen kamen nur ca. 3.000 zum Fördergenuss und somit gingen rund 25.000 Anträge leer aus.
Schon beim ersten Call 2026 waren rund 16.000 Anträge nicht "durchgegangen" und für den 3. Fördercall (8.-22.10) ist ob des Rückstaus wohl noch mit noch höheren Ablehnungen zu rechnen.
Während z.B. die Windkraft, die Wasserkraft oder auch die Biomasse den Klimazielen für 2030 noch ziemlich nachhinken, hat Photovoltaik durch die hohen Energiepreise (getrieben insbesondere durch den Überfall der Russen auf die Ukraine ab 2022) einen ziemlichen Boom hingelegt. Neben Förderungen war auch der Wegfall der Mehrwertsteuer für Anlagen und Komponenten ein "Burner".
Fotovoltaik (oder auch "Photovoltaik", beides ist erlaubt) ist ob der günstigen (und effektiveren) Module in den letzten Jahren immer mehr zur guten Investition geworden - und nahezu jede Anlage hat in einigen Jahren die Anschaffungskosten wieder drin. Das gilt auch ohne Förderungen, die zuletzt ohnehin schon auf 140 bis 150 Euro pro kWp reduziert wurden.
Natürlich ist es ein nettes Geld, kriegt man da für eine mittelgroße Anlage über 1.000 Euro Förderung - tatsächlich fördert man hier aber ohnehin oft Menschen, die diese Förderung gar nicht benötigen würden.
Die nun in Ausarbeitung befindliche Novelle des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes sollte diese Tatsachen unbedingt berücksichtigen und Förderungen für Photovoltaikanlagen entweder komplett streichen (bzw. temporär aussetzen) oder nur noch an Menschen mit wenig Einkommen/Vermögen vergeben.
Auch 2026 wird es wohl (Trump und der Iran lassen grüßen, die niedrigen Wasserstände tragen in Österreich auch einiges bei) wieder im Schnitt recht hohe Strompreise geben (schon jetzt im Sommer trotz viel Photovoltaikstrom sichtbar) - und das sollte auch den Zubau (ohne Förderung) weiter solide ausfallen lassen.
Ob des raschen Zubaus der letzten Jahre die Stromnetze schon ziemlich in Bedrängnis gekommen und dieser Tage gilt es einmal, den Netzausbau zügig voranzutreiben und Speicherkapazitäten für Überschussstrom zu schaffen!
Temporäre Einspeiselimits für Neuanlagen bzw. lächerliche Einspeisevergütungen sind ohnehin schon einige Zeit zu beobachten - deutliche Zeichen, dass man das Hauptaugenmerk in der Branche auf Speicherlösungen legen sollte.
Hier gilt es einerseits netzdienliche Großspeicher (idealerweise auch Pumpspeicherkraftwerke, deren Bau ist aber sehr langwierig...) zu fördern und andererseits auch Kleinspeicher in den Häusern höher zu fördern.
Die Geldmarie selbst hat im Vorjahr zur bestehenden Photovoltaikanlage (schon 13 Jahre alt...) einen Speicher gekauft - für ein Nullsummenspiel (reicht mir hier schon) wären ein paar Euro Förderung wohl ziemlich hilfreich. Tatsächlich ist es nämlich noch ziemlich fraglich, ob sich selbst ein zur Anlage und zum Verbraucherprofil passender Speicher dereinst halbwegs auszahlt. Auch wenn die Batteriespeicher für Private schon deutlich günstiger geworden sind...
Ob der weiter abhebenden Elektromobilität wäre es auch sehr sinnvoll, bidirektionales Laden bei neuen E-Cars zu fördern - hier könnten schon sehr bald große Speichermöglichkeiten geschaffen werden. Durch flexible Tarife kann dann (bei Möglichkeit) das Auto dann geladen werden, wenn der Strom billig ist und wenn dieser (ob Strommangel im Netz) teuer ist, kann das E-Car dann als Speicher einspringen.
Die Zukunft der Speicherbatterie ist näher, als wird vielleicht denken - sie braucht nur noch ein wenig Anschub seitens Politik.
Ad hoc-Meldung - Juli 2026