Wer (wie die Geldmarie gerade) schon einmal ein paar tausend Kilometer in Schweden abgespult hat, der weiß: Der Verkehr auf Schwedens Straßen verläuft nicht nur sehr flüssig - sondern auch ausgesprochen diszipliniert. Im Gegensatz zu Österreich...
Dass dies mit den dort deutlich höheren Verkehrsstrafen zusammenhängt, ist wohl eine Begründung von mehreren. Auch die entspannte Mentalität vieler Schweden sowie das energiesparende Bewegen der Fahrzeuge dürfte diesbezüglich eine Rolle spielen...
In Österreich sind die Verkehrsstrafen bisweilen noch ein wenig ein "Glücksspiel" - die Bundesländer haben nämlich dafür eigene Regeln. Das wird mit 1.1.2027 (endlich) beendet und die Verkehrsstrafen werden österreichweit harmonisiert.
Das dies mit einer Erhöhung einher geht, darf nicht weiter verwundern - vielfach sind die Verkehrsstrafen in Österreich nämlich ohnehin viel zu billig. Wiewohl man sich natürlich immer ärgert, so man eine kassiert...;-)
Folgend einige Beispiele, was man ab 1.1.2027 für Fehlverhalten auf den österreichischen Straßen und Parkplätzen löhnen "darf":
Einfahren in die Kreuzung bei Geld kostet 70 Euro.
Halten oder Parken im Halte- und Parkverbot bzw. kein Parkschein bzw. keine Parkscheibe wird mit ebenfalls 70 Euro geahndet.
Das Überfahren einer Sperrline schlägt sich mit 95 Euro zu Buche.
Ein Ignorieren eines Fußgängers am Fußgängerübergang kostet 85 Euro.
Stopptafel überfahren: 80 Euro.
Rechtsfahrgebot auf der Autobahn missachten: 100 Euro.
Ortsgebiet (50 km/h Limit): Ab 61 km/h kostet das 80 Euro, von 65 bis 70 km/h sind es deren 105 Euro.
Freilandstraße (100 km/h Limit): 101-110 km/h um 50 Euro, 111 bis 120 km/h - 80 Euro, 121 bis 125 km/h - 95 Euro und 126 bis 130 Euro kosten 120 Euro.
Überschreitungen von mehr als 30 km/h schlagen sich mit Strafen von 200 bis 5.000 Euro zu Buche, mehr als 40 km/h zu viel im Ortsgebet bzw. mehr als 50 km/h zu schnell außerorts kostet zwischen 400 und 6.000 Euro. Und vielleicht auch den Führerschein...
Rund 80 Millionen Euro erwartet sich der Bund an Mehreinnahmen für 2027. 2026 rechnet man noch mit Einnahmen von rund 250 Mio. Euro. Viel wird natürlich davon abhängen, wie intensiv diese neuen Limits auch kontrolliert werden bzw. wie oft die Verfehlungen auch exekutiert werden.
Die Einnahmen teilen sich übrigens das Verkehrsministerium, das Innenministerium sowie die ASFINAG auf.
Ob diese "Anpassung" Ruhe auf den heimischen Straßen einkehren lässt? Eher nicht.
Ad hoc-Meldung - Juli 2027