Wer -wie die Geldmarie- schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat und sich auch noch an "Sommer wie damals" erinnern kann (30 Grad waren vor 30 Jahren noch heiß...) und dieser Tage gar auf die Idee kommt, den menschenverursachten Klimawandel gäbe es nicht, dem sei an dieser Stelle einmal ein "Vollpfosten" ausgerichtet.
Die zweite Extremhitze des Jahres 2026 sollte nämlich selbst die dümmsten Klimawandelleugner ein wenig (schweissnass) aufwecken - eine Verhaltensänderung dieser Menschen ist hingegen weniger zu erwarten...
Wie auch immer: Der Klimawandel ist 2026 in Österreich besonders stark zu bemerken. Lokale Wassernot im mit Wasservorräten so gesegneten Land ist da nur die Spitze des (schmelzenden) Eisbergs...
Fix ist jedenfalls schon jetzt: Die Hitze und der Mangel an Niederschlägen kommt uns alle 2026 und wohl auch 2027 ziemlich teuer!
Tagtäglich können wir die Klimakatastrophe nun auch in unseren Medien verfolgen: Waldbrände (derzeit in Österreich zum Glück noch halbwegs in Grenzen), austrocknende Flüsse und Seen (plus sterbende Fische, Muscheln, Schildkröten - z.B. im Nationalpark Lobau bzw. in Nebenarmen von Flüssen), Einstellen bzw. Limitierung der Schifffahrt (= weniger und teurerer Transport z.B. von Diesel, Öl, Kohle...) etc. haben jetzt schon massive Schäden verursacht.
Ganz besonders stark betroffen ist die heimische Landwirtschaft: Missernten bei Getreide, Mais, Rüben, Soja, Kürbissen, Obst etc. sind jetzt schon fix bzw. absehbar - Preissteigerungen für die Konsumenten bzw. ein weiterer Rückgang der Anzahl an Landwirten sind die logische Folge. Auch müssen die Felder in Österreich heuer besonders intensiv bewässert werden, was wiederum Kosten verursacht (Diesel, Personal) und die Grundwasserstände weiter senkt.
Die Geldmarie war erst dieser Tage wieder auf einem Bauernhofurlaub im steirischen Ennstal (welches vergleichsweise noch etwas mehr Niederschläge hatte als viele andere Regionen!) und da war der Landwirt schon ob mehrerer Probleme nervös: Wenig Niederschlag lässt die Heuernte (für die Kühe) massiv einbrechen und das Anlegen eines ausreichenden Wintervorrats an Heu und Silage ist derzeit sehr problematisch. Wie wir ja auch im Osten wissen, stellt die Wiese bei Dauerhitze und fehlendem Niederschlag das Wachstum gänzlich ein - die Wiese der Geldmarie ist schon seit vielen Tagen eher braun...
Die Preise für Grünfutter und Heu steigen stark an und kann man sich in der Milchwirtschaft schon jetzt (bzw. dann im Winter) nicht selbst mit Futter für die Kühe und Kälber selbst versorgen, so rutscht man ins Minus! Die Folge: Schon jetzt gibt es viele "Notschlachtungen" von "überzähligen" Kühen und viele Landwirte passen den Viehbestand an den Futterbestand an. Die weitere Folge: Viel Angebot am Markt - sinkende Preise für die Bauern. Ein gefährlicher Kreislauf für die heimische Viehwirtschaft.
Der fehlende Niederschlag (schon im letzten Winter hat es deutlich zu wenig geregnet und auch auf den Bergen putzt es die Schneereste und Gletscher nur so weg...) führt vielerorts dann auch zu Problemen mit der Wasserversorgung: So manche Quellen versiegen und auch so mancher lokale Wasserversorger musste schon den Wasserverbrauch limitieren.
Wenn dann doch einmal Wasser kommt, kommt es gleich in Form von schweren Niederschlägen (oft mit Muren oder Hochwasser verbunden) - 2 Tage später ist dann schon wieder alles staubtrocken. Ein 2-tägiger leichter Landregen wird zur Seltenheit...
Der starke Ausbau der Photovoltaik hilft uns dieser (sonnigen) Tage, einigermaßen solide über den Sommer zu kommen. Zumindest in den Sonnenstunden sind wir nur relativ wenig von Stromimporten abhängig - und doch wird (außerhalb der Sonnenstunden) stark Strom nach Österreich importiert.
Unsere sonst so solide Versorgung mit Strom aus Wasserkraft (Laufwasserkraftwerke und Speicher) ist nämlich logischerweise auch stark von den niedrigen Wasserständen von Bächen und Flüssen sowie von Wasserspeichern betroffen und die Pumpspeicherkraftwerke laufen auf Hochtouren.
Gibt es bei viel Sonnenstrom im Sommer normalerweise schon stundenweise Negativpreise an den Strombörsen, so ist die aktuell überhaupt nicht mehr der Fall. Im Gegenteil: Außerhalb der "Photovoltaikstunden" ist der Strom schon extrem teuer geworden.
Der Strompreisindex Österreichs (ÖSPI) ist zuletzt schon stark angezogen und wird dann bei der nächsten Gelegenheit auch viele Stromtarife teurer machen - viele Stromverträge sind nämlich an den ÖSPI gekoppelt. Und gibt es nicht schon bald massive Niederschläge welche die Bäche und Flüsse ansteigen lassen, sieht das für den Herbst/Winter 2026/2027 noch schlimmer aus...
Mein Rat daher: Fixtarife (für zumindest 1 Jahr) sichern. Floatertarife derzeit wohl eher meiden...
Bei Mangel an Wasser, Wind und Sonne kommt dann ab Herbst wieder stark Gas zur "Verstromung" - bei Gas sind die Preise in den letzten Monaten stark angestiegen und werden wohl auch im Herbst-Winter hoch bleiben. Auch hier ist ein Fixtarif wohl kein Fehler. Die gute Nachricht bei Gas: Die Befüllung der Gaslager verläuft nach Plan.
Noch eine gute Nachricht zum Schluss: Mineralwasserverkäufer, Eisverkäufer, Strandbäder etc. haben wohl einen soliden Sommer 2026. Und auch der Tourismus in Österreich könnte von der Hitzewelle profitieren - Spontanurlauber (deren es immer mehr gibt) werden wohl eher den Süden meiden und sich in die (zumindest in den Nächten bzw. am Morgen) frischen Alpten werfen...
Ad hoc-Meldung - August 2026