Streaming und insbesondere Musikstreaming ist (oft auch zum Ärger von MusikerInnen, die noch keine sehr hohe Bekanntheit haben und lieber CD oder Vinyl verkaufen würden) weiterhin auf dem Wachstumskurs. So auch der aktuelle "Streamingking" Spotify aus Schweden (Stockholm), der gerade die frischen Zahlen für die ersten 6 Monate des Jahres 2026 präsentiert hat.
Auf den ersten Blick sehen diese Zahlen durchaus gut aus: Die Anzahl der aktiven User ist im Jahresvergleich von 696 Mio. auf 777 Mio. gestiegen, die Anzahl der Premium-User (die ein kostenpflichtiges Abo haben) hat sich von 276 Mio. auf 300 Mio. User erhöht. Noch deutlicher hat sich die Anzahl der "Ad-supportet-User" (jene, die nichts zahlen und dafür Werbung eingeschaltet bekommen) erhöht - von 433 Mio. ging es auf 494 Mio. hoch.
Ob Preiserhöhungen für die Abos sind im Jahresvergleich auch die diesbezüglichen Einnahmen von 3,753 Mrd. auf 4,331 Mrd. Euro angezogen - immerhin 15%. Der Werbebeitrag seitens Gratishörer ist hingegen nur von 440 Mio. auf 446 Mio. Euro angezogen. Das hat wohl auch damit zu tun, dass Spotify in den "alten" Märkten nicht mehr so schnell wächst und neue Märkte (z.B. Asien, Afrika etc.) einmal via Gratisangebot erobert werden sollen. Nachdem auch die Werbewirtschaft weltweit etwas lahmt, ist der geringe finanzielle Zuwachs bei den "Ad-supported-Usern" nicht sehr verwunderlich.
Die Abonnenten von Spotify sind nach wie vor sehr deutlich in Europa (36%), Nordamerika (25%) sowie Lateinamerika (24%) zu Hause, der Anteil vom "Rest of the World" ist mit 15% aber steigend.
Das EBIT stieg im 2. Quartal 2026 von 1,32 Mrd. Euro um nette 21% auf 1,596 Mrd. Euro an und der Gewinn erhöhte sich von 406 Mio. Euro gar um 61% auf 655 Mio. Euro. Hier gilt es aber zu bemerken, dass im ersten Quartal 2026 noch 715 Mio. Euro Gewinn ausgewiesen wurden.
Dies und auch die eher verhaltenen Prognosen für das 3. Quartal 2026 (788 Mio. aktive User, 305 Mio. Premium-Abos, 670 Mio. Euro Gewinn) haben den Kurs der Spotify-Aktie etwas gedrückt - von 428 Euro (vor Zahlen) ging es dann nach Zahlen auf 395 Euro runter. Ein Boden scheint damit aber gefunden - immerhin legt Spotify ja insgesamt weiter zu und der Streaming-Markt ist weltweit sicher noch nicht gänzlich ausgereizt.
Mit der Aufnahme des US-Handels am Nachmittag konnte Spotify dann die Verluste wieder aufholen.
Ad hoc-Meldung - August 2026