Während die kurzfristigen Strompreise an den Börsen ob der europäischen Hitze- und Dürrewellen derzeit so hoch sind wie schon lange nicht mehr und wohl auch in den kommenden Monaten unlustig werden (wenn dann noch mehr Gas zur Verstromung benötigt wird), hat die heimischen oekostrom AG nun die Halbjahreszahlen 2026 veröffentlicht. Und die sehen etwas besser aus als noch im Vorjahr.
Nachdem das Geschäftsjahr 2025 mit einer "schwarzen Null" (genau 35.932 Euro Gewinn) endete (im Ausnahmejahr wurde noch ein Gewinn von 15,33 Mio. erzielt), darf man sich zum Halbjahr 2026 über etwas bessere (wiewohl noch nicht wirklich gute) Zahlen freuen:
Der Umsatz stieg von 59,79 Mio. Euro in den ersten 6 Monaten 2025 nunmehr auf 60,17 Mio. Euro an. Das EBIT erhöhte sich um 39% auf 2,02 Mio. Euro (1,45 Mio. im Vorjahreszeitraum) und auch der Gewinn nach Steuern erhöhte sich von bescheidenen 68.460 Euro auf nunmehr 602.702 Euro.
Dass man ob der schlechten Vorjahreszahlen auf die Kostenbremse gedrückt hat, zeigt sich schon bei den Mitarbeitern: 102 (nach 108) MitarbeiterInnen waren nunmehr zum Halbjahr 2026 beschäftigt.
Auch im Stromverkauf reduzierten sich die Zahlen deutlich: Nach 259 GWh im Vorjahr wurden nun in den ersten 6 Monaten nur 235 GWh verkauft.
Besonders deutlich das Schrumpfen bei den Zählpunkten: Nach 116.000 sind es aktuell nur noch 106.000 Zählpunkte - für einen "Alternativanbieter" aber immer noch eine solide Menge. Wohl muss man im Preiskampf mittlerweile auch nicht mehr immer ganz vorne sein - und einige "Stromhopper" (die laufend den Anbieter wechseln) fielen weg. Auch die politisch motivierten "10-Cent-Angebote" so mancher größeren Anbieter kosteten wohl Kunden.
Erfreulich jedenfalls der Anstieg bei der Stromproduktion: Auch wenn der Wind im 1. Halbjahr 2026 wieder unterdurchschnittlich (-10%) blies konnte man die Stromproduktion im Jahresvergleich von 93 GWh auf 105 GWh hochschrauben.
Da die oekostrom AG deutlich mehr Strom verkauft als selber produziert ein Schritt in die richtige Richtung. Dieser wird auch durch Inbetriebnahmen von Kraftwerken im Burgenland sowie in Oberösterreich (+26,8 MW Leistung) verstärkt. Auch die Projektpipeline ist gut gefüllt und wird die Stromerzeugung wohl weiter erhöhen.
Die Aktie der oekostrom AG entwickelte sich am Handelplatz im ersten Halbjahr negativ und wurde um durchschnittlich 24,45 Euro gehandelt. Das schwache Vorjahresergebnis sowie der Wegfall der Dividende für 2025 sind hier wohl die Hauptursache. Aktuell liegen am Handelplatz Verkaufsaufträge mit 25,50 Euro vor und für einen Kauf werden 25 Euro pro Aktie geboten. Wohl durchaus faire Preise...
Für den Spätsommer/Herbst plant die oekostrom AG eine Kapitalerhöhung. Bei dieser soll der Preiskorridor der Aktien bei 30 bis 34 Euro liegen. Ob die "Halbzeitergebnisse 2026" hier für einen baldigen Kursanstieg reichen, bleibt abzuwarten.
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Ad hoc-Meldung - August 2026