Bei Benzin, Diesel oder Heizöl sieht man die Preisentwicklung laufend, bei Strom und beim Gas wird es oft erst in der Jahresabrechnung deutlich: Die Energiepreise sind 2026 ziemlich explodiert. Und werden ziemlich sicher auch im kommenden Herbst bzw. Winter sehr teuer bleiben...
Gerade hat die Energieagentur den neuen Strompreisindex für September (ÖSPI/Monat) 2026 veröffentlicht: Mit 147,17 Euro pro Megawattstunde ist dieser alleine von August auf September um 26% angezogen und im Jahresvergleich mit September 2025 sind es gar fette 68,1% Erhöhung!
In den vergangen Jahren waren die Strompreise an vielen Tagen im Sommer (insbesondere am Wochenende, wenn weniger Strom benötigt wird) ob des starken Ausbaus der Photovoltaik sehr häufig stundenweise negativ. 2026 ist diesbezüglich wohl ein absolutes Ausnahmejahr. Denn die Dürre in vielen Teilen Europas hat die (insbesondere für Österreich sehr wichtige) Wasserkraft massiv reduziert (inklusive Abschaltungen von Atomkraftwerken im benachbarten Ausland) und da wurde sogar der viele Photovoltaikstrom (weil benötigt) teuer verkauft.
Sieht man sich z.B. die Börsenstrompreise (EXAA) für den 26.8.2026 an, zeigt sich die aktuelle "Stromnot" in Österreich: 203 Euro pro MWh um 7h (noch keine Sonne), 124 Euro Tiefstpreis dann um 13h (viel Sonne) und sauteure 240 Euro dann um 22h.
Die internationalen Stromleitungen glühen 2026 besonders stark auch in Richtung Österreich - die Stromimporte aus dem Ausland werden 2026 wohl wieder Rekordausmaße erreichen. Dabei war man im wasser- und windstarken Jahr 2024 sogar schon in Richtung "100% rechnerische Eigendeckung mit Ökostrom" unterwegs gewesen...
So sich die Geldmarie nicht irrt, sollte man sich dieser Tage unbedingt einmal den eigenen Stromtarif ansehen - viele Tarife richten sich nämlich nach dem gerade explodierenden ÖSPI und werden bei nächster Gelegenheit nach oben "angepasst". Ideal wohl, wenn man dieser Tage einen der oft beworbenen 9,99-Cent-Tarife (pro Kilowattstunde) abschließen kann. Diese sollten dann auch mindestens 1 Jahr gelten, womit man den zu erwartenden Preisschub zumindest temporär abfedern kann...
Schon der Strompreis wird durch das aktuell sauteure Gas (welches dann verstromt wird, wenn zu wenig Strom von den Erneuerbaren kommt) stark getrieben. Heizt man noch dazu mit Gas, dann wird wohl der nächste Winter ausgesprochen unlustig. Man kann dabei fast schon an den Winter 2022/2023 denken, als der Überfall der Russen auf die Ukraine die Gaspreise nach oben schob.
Neben Putin darf man beim Erhalt der nächsten Gasrechnung auch gleich den Herrn Trump (plus vielleicht ein paar Wahnsinnige aus dem Iran) mit "netten" Worten bedenken: Der Krieg im Iran sowie die Blockade der Straße von Hormus hat den Gaspreis nach oben getrieben wie selten zuvor.
So kostet die Megawattstunde Gas an der Börse CEGH aktuell schon 70 Euro und kannte die letzten Monate eigentlich nur eine Richtung: Nach oben.
Der österreichische Gaspreisindex ÖGPI/Monat zog aktuell von August auf September um 16,6% an und hat sich im Jahresvergleich um schmerzliche 71,1% erhöht. Zuletzt lag der Index bei 61,29 Euro pro MWh - und wird wahrscheinlich sogar noch zulegen...
Die heimischen Gaslager sind nach einem kälteren Winter im Frühling ziemlich leer geworden und müssen nun teuer (oft mit LNG via Deutschland) aufgefüllt werden. 65% sind die Lager schon wieder gefüllt. Weniger als im Vorjahr, aber (auch wenn nicht alles für Österreich bestimmt ist) durchaus solide. Da kommt bis in den November dann wohl noch einiges hinzu. Etwas schlechter sieht das in Deutschland aus, wo die (ohnehin verhältnismäßig kleineren) Lagerstätten nur mit 51% befüllt sind. Legt man da nicht bald ein wenig zu, gibt es wohl schon im Dezember die ersten Panikmacher zu hören...
Auch beim Gaspreis sollte man dieser Tage unbedingt und rasch den eigenen Vertrag checken und gegebenenfalls (wenn wo billiger und mit Preisgarantie) den Anbieter wechseln. Denn wohl schon bald werden die stark gestiegenen Gaspreise auch bei den Endverbrauchern ankommen und so manche Sorgenfalte auslösen...
Geldmarie-Linktipps:
Ad hoc-Meldung - August 2026