2026 wird für den österreichischen Neuwagenmarkt ein durchaus brauchbares Jahr. Nach einigen schwachen Jahren ist auch das Überschreiten der 300.000-Stück-Marke wieder möglich und der Markt erholt sich weiter. Anhand der jüngsten Zahlen der Statistik Austria zeigt sich auch deutlich: Hybridantrieb boomt weiter und reine Elektroautos spielen eine immer größere Rolle.
Von Jänner bis September 2026 stieg die Anzahl der neu zum Verkehr zugelassenen PKW in Österreich um nette 12,1% auf 241.108 Stück. Insgesamt gab es am KFZ-Markt Österreichs (inklusive LKW, Motorrad, Anhänger, Traktoren etc.) im Vergleich zum Vorjahr bisher ein Plus von 11,8% auf 329.109 neue KFZ. Auch Motorräder (+10,3%) konnten nett zulegen, Mofas wurden gar 15,9% mehr neu zugelassen was vielleicht auch mit den notwendig gewordenen Umstellungen bei Lieferdiensten zusammenhängt.
Bei den Antriebsarten der neuen PKW ist der Umbruch weiterhin klar erkennbar und verstärkt sich: Alternativ betriebene PKW (Elektro und Hybrid) haben nach 9 Monaten einen Anteil von 66,8% - ein Zuwachs von 25,3% zum Vorjahr. 161.151 Stück davon wurden in den ersten 3 Quartalen 2026 schon neu zugelassen - demnach verfügen mehr als 2 von 3 neuen PKW über einen Alternativantrieb.
Die Variante Benzin-Hybrid hat derzeit mit 88.565 Stück in den ersten 9 Monaten noch die Nase vorne und konnte die Stückzahl um 24,8% steigern. Dahinter folgt das "reine" Elektroauto mit starken 63.172 Stück und einem Plus von 36,9% im Vorjahresvergleich. Ob der hohen Dieselpreise war die Verkaufszahl bei Diesel-Hybrid-PKW um 18,4% niedriger als im Vorjahreszeitraum - 9.412 Stück davon wurden neu angemeldet. Wasserstoffbetriebene Autos sind mit ganzen 2 (!) Neuanmeldungen weiterhin eher ein teures Forschungsprojekt.
Mit den 63.172 Stück neuen E-Cars hat man nach 9 Monaten schon mehr Fahrzeuge verkauft als im Gesamtjahr 2025 und freut sich auch über immer mehr Privatkäufer. Bisweilen ist ja bei Elektroautos eher der Firmenkunde dominant.
Für den konventionellen Antrieb (Diesel, Benzin) schrumpft der Anteil bei den Neuzulassungen immer mehr: 57.734 Benzin-Motoren (-4,8%) bzw. 22.223 Diesel-Motoren (-13,9%) sind trotz wachsendem Markt ziemlich schwache Zahlen.
Sieht man sich aber den Gesamtbestand an Fahrzeugen (per 31.08.2026, Statistik Austria) an, bleibt der Diesel noch dominant: Von insgesamt 5,328 Mio. PKW (Bestand wohl auch 2026 wieder leicht steigend) haben immerhin noch 2,327 Mio. Autos einen Dieselantrieb. Das entspricht 43,7% des PKW-Gesamtbestands. 2016 waren aber noch 57% der PKW Dieselfahrzeuge - Jahr für Jahr verringert sich der Dieselanteil.
Das gilt auch für die benzinbetriebenen PKW in Österreich: 2,163 Mio. Stück waren es noch zuletzt, ein Anteil von 40,6%. Ob der etwas höheren Neuzulassungszahlen wird der Benzin-PKW wohl schon 2027 oder spätestens 2028 den Diesel-PKW von Platz 1 verdrängen. Aber auch Benzinantrieb wird immer seltener und verliert Jahr für Jahr Anteile.
Aktuell wächst im Bestand der Hybridantrieb deutlich. Rund 524.000 Fahrzeuge entsprachen per Ende August 2026 einem Anteil von 9,8% - die 10%-Marke wird demnach wohl schon dieser Tage durchbrochen. Bis Diesel oder Benzin eingeholt werden, dauert es aber noch viele Jahre.
Entwickelt sich der Elektroantrieb weiterhin so stark wie in den letzten Jahren, so könnte schon in den nächsten Jahren das Elektroauto die Neuzulassungszahlen der Hybridfahrzeuge übertreffen und ein paar Jahre später dann auch an den Bestandszahlen am Hybrid vorbeiziehen. Derzeit hält man bei rund 309.000 reinen E-Cars und einem Bestandsanteil von 5,8%. Tendenz ebenfalls stark steigend.
Die Transformation bei den Antriebsarten dauert im Gesamtbestand natürlich noch lange - ist aber zweifelsfrei auf dem Weg. Bleibt Öl so teuer wie aktuell oder wird es sogar noch teurer, ist sogar mit einer Beschleunigung der aktuellen Trends zu rechnen.
Sieht man sich die Top-Marken bei den Neuzulassungen an, könnte man meinen, hier tut sich wenig: VW führt hier vor Skoda, BMW und Audi. Die deutschen Automarken verlieren aber laufend Marktanteile und neue Anbieter wie BYD (schon auf Platz 9 in der Markenwertung, +68,2% zum Vorjahr...) knabbern den Deutschen ständig Anteile weg.
Interessant auch die Top5 bei den reinen Elektrocars: BMW vor Skoda vor Tesla vor BYD und vor VW - alle 5 Marken liegen allerdings ganz knapp beieinander. Im Vergleich BYD zu Tesla (alle Fahrzeuge) steht es nach 9 Monaten übrigens 8.851 zu 5.947 für BYD.
Alternativantrieb hat somit zuletzt noch mehr Dynamik entwickelt - wohin die Reise geht (E-Car!) ist schon absolut absehbar. Wir sind gerade Zeugen eines großen Umbruchs am Automarkt - in den nächsten Jahren bzw. im aktuellen und nächsten Jahrzehnt dreht sich der PKW-Markt komplett. Gut so.
Zahlen zum KFZ-Bestand sowie den jährlichen PKW-Neuzulassungen finden Sie hier: Autobestand und Neuzulassungen - PKW in Österreich
Und hier ist die Entwicklung von Elektroautos bzw. Alternativantrieben in Österreich zu finden: Entwicklung Elektroautos und Alternativantrieb in Österreich
Ad hoc-Meldung - Oktober 2026