Wir schreiben das Jahr 2026. Die EU giert ob weltpolitischer Ereignisse (Iran, Ukraine) weiterhin nach Gas und Öl aus fragwürdigen bzw. undemokratischen Ländern, streitet jedoch weiterhin über das einst für 2035 vorgesehene "Verbrenner-Aus".
Insbesondere die in der EU ja nicht unwesentlichen Staaten Deutschland und Frankreich schieben immer wieder (in der Regel konservative) Politiker vor um das Verbrenner-Aus 2035 aufzuweichen. Aktuell wollen Merz und Macron das Reduktionsziel von 100% auf 90% reduzieren - ein Wunsch einiger europäischer Autohersteller.
Der Ausdruck "Technologieoffenheit" wird hier seit Jahren seitens Automobillobby verwendet und die Politik plappert das fleißig nach. Hat man schon seit dem Aufkommen von Tesla jahrelang nicht kapiert, dass die Autoindustrie vor einer gewaltigen "Antriebswende" steht, mischen aktuell günstige und schon brauchbare E-Cars aus China & Asien den Markt kräftig auf und die europäischen Autohersteller verlieren Jahr für Jahr Marktanteile. Und zwar weltweit.
Monat für Monat zeigt sich in den Neuzulassungsstatistiken Europas (und natürlich auch Österreichs), dass die Elektromobilität beim PKW nicht mehr zu stoppen ist und aktuell werden auch schön langsam auch immer mehr LKW mit Batterieantrieb ausgestattet.
So wurden 2026 bis Ende September schon 63.172 neue Elektro-PKW in Österreich zum Verkehr zugelassen (Marktanteil bei den Antriebsarten: 26,2%) - also schon mehr als im Gesamtjahr 2025 als man auf insgesamt 60.651 E-Cars kam.
Die Übergangstechnologie "Hybridantrieb" ist gegenwärtig noch der Lieblingsantrieb der Österreicher: 97.977 im Jahr 2026 schon neu zugelassene PKW sind ein Anteil von 40,6% am Gesamtkuchen. Damit kommen die Alternativantriebe schon auf zwei Drittel der Gesamtzulassungen und die "reinen" Benziner und Diesel stinken komplett ab. Insbesondere Diesel ist bei der Neuanschaffung von PKW kaum mehr Thema...
Dabei war der Dieselantrieb in Österreich (auch ob preislicher Vorteile) lange Zeit der Lieblingsantrieb der Österreicher: Ende 2016 waren vom Gesamtbestand der heimischen PKW noch fette 57% mit Dieselantrieb unterwegs, 42% mit Benzin und nur 0,4% mit Hybridtechnik bzw. bescheidene 0,2% mit Elektroantrieb.
Ende 2026 sind es dann nur noch rund 43% mit Dieselantrieb, 40% Benziner, schon 11% Hybridautos und auch schon rund 6% mit E-Antrieb. Jahr für Jahr wird die Dynamik für den Alternativantrieb größer und wohl schon in wenigen Jahren (also schon klar vor 2035) wird das reine E-Auto wohl Nr. 1 bei den Neuzulassungen sein. Bis Diesel und Benzin aus den Statistiken verschwinden, dauert es ob der hohen Bestände (insgesamt rund 5,33 Mio. PKW sind in Österreich zugelassen) natürlich noch das eine oder andere Jahrzehnt. Aber Verbrenner oder Hybridfahrzeuge dürfen ja auch noch nach 2035 weiter aus dem Auspuff stinken.
Beobachtet man die Trends am Automarkt, kann man eigentlich nur zum Schluss kommen, dass dem Elektroauto aktuell klar die Zukunft gehört. Politisch sollte man daher diese klare Entwicklung nicht mehr bremsen sondern eher gut überlegen, wie man den zukünftig noch höheren Stromverbrauch (auch durch Rechenzentren oder Wärmepumpen gesteigerten) abdecken kann, ohne teure Fossile importieren oder verbrennen zu müssen.
Wer zu spät kommt, den bestraft ja bekanntlich das Leben - und Europas Politiker bzw. auch einige kurzsichtige Manager im Automobilsektor sind schon jetzt viel zu spät dran. Der Markt zeigt schon jetzt, wohin die Reise geht - "den Dingen nachzurennen, die schon gestern war`n verlorn" ist Schwachsinn, das wusste auch schon Herr Falco.
Ad hoc-Meldung - Oktober 2026